Detroit

Filmplakat Detroit
Regie Carsten Ludwig, Jan-Christoph Glaser  Drehbuch Carsten Ludwig  Produzent Nicolas Grupe 
Genre Drama  Filmlänge 78 min
Land Deutschland, 2003  Verleih Sabotage Film

Story

Edzard ist ein komischer Kauz. Diese Erfahrung macht auch ein Tramper, den Edzard auf dem Weg zu der Beerdigung seines Bruders auf einer Autobahnraststätte aufgabelt. Sobald der vollkommen eigene Typ merkt, dass sein Beifahrer nicht den gewünschten Gesprächsstoff bietet, fliegt der kurzerhand wieder aus der Karre - mitten auf der Autobahn.
Die Reise geht weiter in Richtung Braunschweig - oder geht sie doch eher in Richtung eigene Suche?

Schauspieler

Detroit Christoph Bach, Diana Maier, Johannes Lang, Moritz Stoepel, Ingo Haeb

Filmkritik von Thomas Ays

Tom vergibt 5 von 5 Ms Detroit Verstörend. Absurd. Anders. „Detroit“ ist eine wahre deutsche Filmperle, die ihrem Zuschauer gestattet, sich vollkommen eigene Gedanken zu machen und vielleicht auch persönliche Interpretationen zuzulassen. Dass dieser Film funktioniert, hat mehrere Gründe: Zum einen eine Kameraführung, die nur als außergewöhnlich und phänomenal und nicht zuletzt als durchweg kreativ zu beschreiben ist. Zum anderen die Inszenierung der Geschichte, die letztlich wenig wirklich erzählt. Als eine sichere Bank erweist sich, wie so oft, Hauptdarsteller Christoph Bach. Der Charakterkopf punktet mit Authentizität, innerer Kraft und außergewöhnlicher Energie. Es gibt nicht nur eine Szene in diesem Kunstobjekt Film, in der er Zuschauer geradezu erschreckt mit seinem Spiel zurücklässt. Ob das manchmal etwas zu viel des Guten war, sei dahingestellt, wichtig ist nur: Die Regisseure Carsten Ludwig und Jan-Christoph Glaser bringen ihren Zuschauer offenbar genau dorthin, wohin sie ihn haben wollen.
Will man diesem Edzard wirklich begegnen? Will man ihn verstehen, ihm folgen? Möchte man tatsächlich wissen, ob er nur gestört, vollkommen irre oder tatsächlich nur etwas neben der Rolle ist oder ob gar alles Erlebte gar nicht passiert ist? All diese Interpretationen – und noch viele mehr – lässt „Detroit“ zu, den man auf keinen Fall „mal eben wegkonsumieren“ kann, sondern mit dem man sich auseinandersetzen muss – ganz gleich, welchen Preis es fordert.



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