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Jenseits der Mauer (TV)
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Regie
Friedemann Fromm
Drehbuch
Holger Karsten Schmidt
Produzent
Gregori Winkowski
Genre Drama Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2009 DVD-Start 02.10.2009 Verleih MDR |
Story
Am Grenzübergang Helmstedt/Marienborn werden Heike und Ulrich Molitor im April 1974 bei einem Fluchtversuch in den Westen gefasst. Ihre beiden Kinder, die sie im Kofferraum ihres Autos versteckt hatten, sollen ihnen weggenommen werden. Es sei denn, sie würden sich für eine Ausreise in die BRD entscheiden – dann dürften sie den siebenjährigen Klaus mitnehmen, ihre zwei Jahre alte Tochter Miriam aber müssten sie zurücklassen. Eine schier auswegslose Situation, in der sich Heike und Ulrich befinden – entscheiden sie sich für das Bleiben in der DDR, würde das Jahre im Gefängnis und eine Zwangsadoption beider Kinder bedeuten. Schweren Herzens beschließt das Ehepaar Molitor, mit Klaus auszureisen und Miriam zurückzulassen. Miriam kommt zunächst in ein Kinderheim, wird aber bald schon von dem linientreuen Ehepaar Pramann adoptiert. Sie lebt von nun an unter dem Namen Rebecca Pramann, ohne von ihrer wahren Herkunft zu wissen.
Brigitte Schröder, die ehemalige Heimleiterin und Ehefrau eines SED-Funktionärs schreibt jahrelang in Miriams Namen fingierte Briefe an die Molitors in den Westen, um die glauben zu machen, sie hätten tatsächlich Kontakt zu ihrer Tochter. Im Gegenzug spioniert Heike ihren Mann aus, und gibt geheime Dokumente an einen DDR-Agenten weiter. Im Jahr 1989, als Rebecca 17 Jahre alt wird, erfährt sie Knall auf Fall von ihrer wahren Identität. Es ist das Jahr, in dem das Regime zerbröckelt und schließlich die Mauer fällt. Plötzlich bekommt die Familie Molitor die Chance, sich nach fünfzehn Jahren wieder zu sehen.
Schauspieler
Henriette Confurius, Herbert Knaup, Ulrike Krumbiegel, Edgar Selge, Katja Flint, Renate Krößner, Veit Stübner, Moritz Grove, Hanno Koffler, Dieter Okras, Franz Dinda
Filmkritik von Stefanie Rufle
„Jenseits der Mauer“ zögert nicht lange, seine Zuschauer mitzunehmen in das Grauen, das regimekritische Bürger in der ehemaligen DDR erleben mussten. Schon in den ersten Filmminuten, in denen man Zeuge wird, wie das verängstigte Ehepaar Molitor den Grenzübergang Helmstedt/Marienborn anfährt und von einem barschen Grenzbeamten angeschnauzt wird, läuft es einem eiskalt den Rücken herunter. Man ahnt, was gleich kommen wird und hofft doch entgegen aller Vernunft, die Flucht in den Westen möge gelingen. Von der schauspielerischen Kraft der beiden großartigen Darsteller Katja Flint und Edgar Selge ist man von der ersten Minute an fasziniert. Ihnen gelingt es, eine derartige Verzweiflung und wilde Entschlossenheit zu vermitteln, dass man sich unmittelbar von der Handlung gefesselt fühlt. Sofort wird dem Zuschauer klar, dass es sich hier keinesfalls um einen der üblichen „Mauerfall-Filme“ handelt, sondern dass vielmehr ein furchtbares Kapitel der Zeitgeschichte aufgeschlagen wird. Denn obwohl es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt, hat „Jenseits der Mauer“ doch einen erschreckend realen Hintergrund. Die Zwangsadoption war eine gerne praktizierte Maßnahme, um nicht linientreue DDR-Bürger zu maßregeln. Die Folgen lassen sich bis in die heutige Zeit verfolgen.
Besonders bemerkenswert an diesem Film ist, dass es nicht nur schwarz oder weiß gibt. Es wird von Heike Molitor erzählt, die ihren Mann ausspioniert, um den Kontakt zur Tochter nicht zu verlieren – wer könnte ein solches Verhalten wirklich verurteilen? Und auch der Adoptivvater von Rebecca, der ein DDR-Spitzel und Verhör-Offizier ist, verhilft doch einer verzweifelten Familie zur Flucht. So ist „Jenseits der Mauer“ auch weniger eine Abrechnung mit der DDR, sondern vielmehr ein leiser Film, der trotz großer Emotionalität nie in Sentimentalitäten abrutscht. Das ist sicherlich auch der hervorragend agierenden Darstellerriege zu verdanken, die neben Edgar Selge und Katja Flint noch Herbert Knaup, Ulrike Krumbiegel, und die Nachwuchsschauspieler Henriette Confurius, Franz Dinda und Hanno Koffler umfasst. Regisseur Friedemann Fromm hat hier einzelne Familienschicksale zu einem eindringlichen Dokument der deutsch-deutschen Geschichte vereint, das sicherlich als repräsentativ für die Zeit des Eisernen Vorhangs gesehen werden kann.
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Kommentare
mike dieter Fischer schreibt am 30.09.11, 13:28
Danke liebes ARD-Team für den Film jenseits der Mauer,allerdings hät ich schon mehr darüber erfahren was das Kind so denkt dachte oder gedacht hat .Meiner Meinung nach hätte man vielmehr über die Gefühle des Zwangsadoptierten Mädchens dokumentieren sollen den die Gefühle des Kindes kommen in diesem Film so gut wie gar nicht zur Sprache .Ansonsten Gute Arbeit ,genauso mag ich erlichen Jurnalismus .Respeckt und ein liebes Dankeschön Mike Dieter Fischer
