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Close
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Regie
Marcus Lenz
Drehbuch
Dagmar Gabler, Marcus Lenz
Produzenten
Martin Cichy, Karsten Aurich
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 84 min Land Deutschland Kinostart 06.10.2005 DVD-Start 07.11.2008 Verleih good movies |
Story
Schon seit Tagen und Wochen streunt Jost durch die Straßen Berlins. Seine ‚Brötchen‘ verdient er sich durch Taschendiebstahl, seine nächtlichen Ruhestätten sucht er sich bei Bekannten. Als Jost eines nachts keine Bliebe mehr findet, sucht er ein leer stehendes Wohnhaus auf. Überraschenderweise trifft er dort auf Anna, die sich trotz Aufforderung weigert aus ihrer Wohnung auszuziehen. Sie leidet unter Agoraphobie, der Angst ihre Wohnung zu verlassen und sich dem Leben zu stellen. In dem kommenden Tagen und Nächten sucht Jost immer wieder Annas Wohnung auf, in der nun zwei Menschen aufeinander treffen, die die Nähe nicht suchen, sie aber dennoch irgendwie brauchen…
Schauspieler
Christoph Bach, Jule Böwe, Julia Jäger, Joachim Paul Assböck, Torsten Michaelis, Hermann Beyer, Falk Rockstroh, Julia Richter
Filmkritik von Kathrin Lang
Mal wieder ist es der deutsche Schauspieler Christoph Bach, der in einem intensiven Drama die Hauptrolle mimt. Auch wenn man ihm dabei vorwerfen könnte, dass er immer wieder ähnliche Rollen spielt, so muss man Bach dennoch zugestehen, dass er genau diese leisen, aber sehr intensiven Rollen überaus gut beherrscht. Sein Spiel besticht auch in „Close“ durch eine geheimnisvolle und irgendwie bedrängende Aura und findet genau darin zu wahrer Größe. Wie schon bei „Katze im Sack“ steht ihm auch in „Close“ die ebenso überzeugende Jule Böwe zur Seite. Sie ist ihm eine würdige Partnerin, da auch sie es hervorragend versteht aus wortkargen Rollen wahre Intensität herauszuholen. Zusammen lassen die beiden Darsteller aus dem Drama ein psychologisches Kammerspiel werden, das einen hautnahen Blick auf zwei zerbrochene Seelen wirft.
Immer wieder wirkt „Close“ verstörend und erreicht den Zuschauer an empfindlichen Stellen. Durch den langsamen Erzählfluss und die vielen wortkargen Passagen kommt einem die Geschichte sehr nahe. Dennoch gelingt es Regisseur Marcus Lenz durch seiner Inszenierung den nötigen Abstand zu schaffen, so dass sein „Close“ niemals voyeuristisch wirkt. Letztlich wird die nötige Distanz doch geschaffen, auch wenn man den seelischen Abgründen sehr nahe kommt.
Beim Filmfestival „achtung berlin“ erhielt der Regisseur für seine Arbeit den „new berlin film award“ in der Kategorie "Bester Spielfilm".
