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Bis nichts mehr bleibt (TV)
Bis nichts mehr bleibt
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Regie
Niki Stein
Drehbuch
Niki Stein
Produzent
Holger Krenz
Genre Drama Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2010 DVD-Start 06.05.2010 Verleih Ascot Elite |
Story
Das Leben der Familie Reiners gerät aus den Fugen, als Vater Frank beschließt, auszusteigen. Das Problem ist nur, dass er nun als antagonistisch gilt, also als ein Feind – denn Frank ist mit Ehefrau Gine und der gemeinsamen, fünfjährigen Tochter Sarah in die Fänge von Scientology geraten. Gine steht in der Hierarchie von Scientology bereits über ihrem Mann und ist keineswegs begeistert von Franks Aussteigerplänen. Auf ihr Betreiben hin kommt er nach Kopenhagen ins Straflager der militärisch geführten Sea Org, einer Elitetruppe, die missioniert und weltweit Straflager unterhält, um aufbegehrende Mitglieder zur Räson zu bringen. Doch Frank gelingt die Flucht von dort, und nun steht für ihn der Entschluss fest, Scientology zu verlassen.
Doch Gine ist fest entschlossen, zusammen mit Sarah weiterhin den Lehren der Sekte zu folgen, von denen sie zutiefst überzeugt ist. Frank tut nun alles, um das Sorgerecht für seine Tochter zu bekommen, um zumindest sie aus den Fängen der Seelenfänger zu befreien. Denn in der Welt von Scientology dreht sich alles um Macht, Manipulation und Geld und bereits kleine Kinder werden darin geschult, über andere Menschen Macht auszuüben. Doch vor Gericht hat Frank schlechte Karten, denn schließlich war er es ja, der damals seine Frau und damit auch die kleine Sarah in die Organisation geholt hat…
Schauspieler
Silke Bodenbender, Felix Klare, Kai Wiesinger, Nina Kunzendorf, Suzanne von Borsody, Paula Schramm, Sabine Postel, Robert Atzorn, Ludwig Blochberger, Peter Becker, Niklas Osterloh
Filmkritik von Stefanie Rufle
„Bis nichts mehr bleibt“ ist der erste Spielfilm, der die antidemokratische Organisation Scientology beim Namen nennt und deren subtile und zutiefst menschenverachtende Methoden und Mechanismen thematisiert. Regisseur und Drehbuchautor Niki Stein beschloss nach vielen Gesprächen mit Scientology-Aussteigern, die Geschichte einer jungen Familie zu erzählen. Der Film genoss von Anfang an größte Geheimhaltungsstufe, ein unverfänglicher Arbeitstitel sollte verhindern, dass das Projekt in Gefahr geriet. „Bis nichts mehr bleibt“ schildert auf beklemmende Art und Weise, wie wenig nötig ist, damit ein Mensch in die Fänge einer solchen Psycho-Organisation geraten kann. Vor allem die äußerst subtilen Methoden dieser totalitären Sekte sind es, die dem Zuschauer permanente Schauder verursachen. Wenn man sieht, wie kleine Kinder anderen Kindern stundenlang immer wieder dieselben sinnlosen Befehle erteilen, nur um zu lernen, Macht über andere auszuüben, dann wird einem klar, welche Gefahr von Scientology tatsächlich ausgeht. Hier fallen Begriffe wie „Ethikoffizierin“, „Clear“, „OT-Stufen“ oder „Brücke zur ewigen Freiheit“. Laut der Hamburger Sektenbeauftragten Ursula Caberta und vielen Scientology-Kennern Fakten und Methoden, die bei Scientology in der Tat gang und gäbe sind.
Anhand des Protagonisten Frank, von Felix Klare grandios und eindringlich verkörpert, wird deutlich, was die konsequente Manipulation bei einem Sektenmitglied anrichtet: Er ist vollkommen orientierungslos, finanziell ruiniert und seelisch kaputt. Auch die anderen Darsteller, wie etwa Silke Bodenbender als von den Ideologien der Sekte infizierte Ehefrau und Kai Wiesinger als Scientology-Anwalt vermitteln dem Zuschauer auf beklemmende Art und Weise die Machenschaften in der beängstigenden Parallelwelt der Sekte. Menschen werden unter Druck gesetzt, im so genannten Auditing stundenlang „verhört“ und bis zum äußersten manipuliert. Wenn man Insidern Glauben schenken darf, ist „Bis nichts mehr bleibt“ somit ein durch und durch realistischer Film – immerhin wurde das Drehbuch ein Jahr lang von Juristen geprüft. Obwohl Scientology seit Jahren vom deutschen Verfassungsschutz beobachtet wird, hat es bisher für ein Verbot der gefährlichen Organisation nicht gereicht. Umso wichtiger ist deshalb dieser mutige Film, der deutlich macht, wer und was tatsächlich hinter dieser sich selbst als harmlos bezeichnenden Psycho-Sekte steht.
Scientology bezeichnet „Bis nichts mehr bleibt“ als Propagandafilm und hat bereits vor dessen Erstausstrahlung einen „Gegenfilm“ veröffentlicht, der im Internet gezeigt wird.

