Welcome, Mrs. President (TV-Serie) - Staffel 1

Commander in Chief - Season 1

Filmplakat Welcome, Mrs. President (TV-Serie) - Staffel 1
Regie Rod Lurie, Vincent Misiano, Daniel Minahan, Daniel Attias, Jeremy Podeswa, Chris Long, Bobby Roth, Greg Yaitanes, Steve Shill, Jesse Bochco, Dan Lerner, Bobby Roth, Jeff Bleckner, Rick Wallace  Drehbuch Rod Lurie, Dee Johnson, Allison Adler, Steven A. Cohen, Dahvi Waller, Anya Epstein, Crystal Nix Hines, Richard Arthur, Steven Bochco, Joel Fields, Alison Cross, Stuart Stevens, Steven A. Cohen, Tom Szentgyorgyi  Produzenten James Spies, Loucas George, Dayna Bochco, Sascha Schneider 
Genre TV-Serie  FSK 12  Filmlänge 775 min
Land USA, 2005-2006  DVD-Start 07.06.2007  Verleih Walt Disney Pictures

Story

Mackenzie Allen ist Vize-Präsidentin der Vereinigten Staaten und gerade in Paris auf einem Staatsbesuch, als sie die Nachricht erreicht, dass Präsident Teddy Bridges schwer erkrankt ist. Vorübergehend übernimmt Allen die Amtsgeschäfte und eilt zurück nach Washington, wo sie sich in einem Machtkampf um die Präsidentschaft wiederfindet. Als Präsident Bridges stirbt, ist Mackenzie Allen fest entschlossen, gegen alle Widerstände Präsidentin der Vereinigten Staaten zu bleiben. Nathan Templeton, der Sprecher des Repräsentantenhausen, fühlt sich jedoch vor den Kopf gestoßen, hatte er doch eigentlich damit gerechnet, dass Allen zurücktritt und ihm die Präsidentschaft überlässt. Zwischen Nathan Templeton und Mackenzie Allen entfacht ein erbarmungsloser politischer Kampf um das höchste Amt…

Schauspieler

Welcome, Mrs. President (TV-Serie) - Staffel 1 Geena Davis, Donald Sutherland, Harry Lennix, Kyle Secor, Matt Lanter, Ever Carradine, Jasmine Anthony, Caitlin Wachs, Peter Coyote, Julie Ann Emery, Anthony Azizi, Leslie Hope, Mary Page Keller, Mark-Paul Gosselaar, Will Lyman, Bruce Boxleitner, Kristen Shaw, Michael O'Neill, Lisa Waltz, Dean Shelton, Mark Thompson, Matt Barr, Jason Wiles, Alex Fernandez, Samantha Eggar, Ned Vaughn, Pamela Dunlap, Phil Reeves, Tzi Ma, Polly Bergen, Tony Colitti, Ronny Cox, Dale Dye, Adam Arkin, Carmen Argenziano, Sarah Clarke, Nestor Carbonell, Natasha Henstridge

Kritik von Sascha Koch

Sascha vergibt 5 von 5 Ms Welcome, Mrs. President (TV-Serie) - Staffel 1 Offenbar wegen Problemen hinter den Kulissen der Serie, lief für ABC einiges schief, sodass trotz herausragendem Starts dem Zuschauer ein langfristiger Erfolg für „Welcome, Mrs. President“ verwehrt blieb. Selten war eine Absetzung so schade, wie im Falle der Polit-Serie mit Geena Davis und Donald Sutherland.

Das Amt des Präsidenten gilt als des mächtigste der ganzen Welt und löst nicht nur national, sondern auch international Begeisterung aus – mal mehr, mal weniger. Dabei hat sich „Welcome, Mrs. President“ zum Ziel gesetzt, tief in die politischen Verwerfungen von Washington einzudringen und zu zeigen, wie das Amt des Präsidenten funktioniert, was das für den Alltag bedeutet und welchen Herausforderungen man sich als mächtigster Mensch der Welt stellen muss. Dabei ließ man die Präsidentin in weiser Voraussicht parteilos sein, damit sich weder das Publikum vor den Kopf gestoßen fühlt, noch das Grundkonzept unter politisch festgelegten Standpunkten einer Partei leidet. Hierbei zeigt „Welcome, Mrs. President“ gleichzeitig auch klar die Nachteile auf, die ein Zweiparteiensystem mit sich bringt. In Deutschland, wo man sich zwischen fünf oder mehr Fraktionen entscheiden kann, hat man das Problem eher weniger, dass man sich zwischen zwei, sich sehr krass unterscheidenden, Seiten entscheiden muss. Vielleicht ist gerade diese Parteilosigkeit der Grund dafür, dass Präsidentin Allen oft sehr, vielleicht sogar zu sehr, idealistisch rüberkommt und ein wenig unfehlbar wirkt.

So ließ man es sich auch nicht nehmen, die politischen Grabenkämpfe in Washington in aller Detailliertheit und mit all dem Schmutz zu beschreiben. Letztendlich läuft das Konzept nur auf einen Zweikampf zwischen Präsidentin Allen und Speaker Templeton hinaus. Hier wurden die Republikaner wohl etwas zu drastisch als das ultimative Feindbild benutzt, doch trotzdem sind die Prozesse, die hier stattfinden, nachvollziehbar. Zum Zweiteiler in der Mitte der Staffel, lässt es sich „Welcome, Mrs. President“ dann aber auch nicht nehmen, zu zeigen, was Politik alles bewirken kann, wenn man seine Gegensätze zum gegenseitigen Vorteil und nicht zum Nachteil nutzt. Als der Speaker zusammen mit Präsidentin Allen einen internationalen Konflikt verhindert, kommt er mit einem wahnsinnig strahlendem Lächeln nach Hause zu seiner Frau, was mehr sagt, als tausend Worte. Hier kam wohl diese Befriedigung hoch, die er nach über 40 Jahren Politik und Parteienkonflikten nicht mehr sehr oft verspürt. Die Befriedigung, mehr erreicht zu haben und den Idealen, für die man damals als junger Bursche in die Politik ging, treu gewesen zu sein. Dies ist der einzige Moment, in dem die Serie einen positiven Eindruck auf die Politik der USA erlaubt. Sonst beschäftigt sich „Welcome, Mrs. President“ leider lieber mit der destruktiven Seite der Politik und weniger mit ihrer gestalterischen Seite.

Vor allem kann man der Serie aber anrechnen, dass sie den Alltag der Präsidentin und ihrer Familie extrem gut darstellt. Wie fühlt sich ein Ehemann? Wie fühlen sich die Kinder? All dies wird anhand vieler Beispiele aufgezeigt. Dass ein Präsident kein Privatleben mehr hat und der Familie für vier bis acht Jahre quasi ein Familienmitglied genommen wird, ist vielen Menschen sicherlich nicht ganz klar. Auch ist die Belastung dieses Amtes exorbitant groß. Präsident zu sein zehrt absolut an den Kräften und lässt einen schneller altern, als jeder andere Job, was auch hier wieder von der Serie gut eingefangen wird.

Der Bezug zu aktuellen Thematiken hält sich in Grenzen. Vielmehr geht es um das Innenleben im Weißen Haus und die Frage, wie machthungrig man sein muss bzw. darf, um das Amt des Präsidenten ausführen zu können. Die Intrigen und die ständigen Rivalitäten zwischen Allen und Templeton sind grandios in Szene gesetzt, ausgeklügelt geschrieben und von beiden Schauspielern fantastisch und lebhaft umgesetzt. Dabei versprüht vor allem Donald Sutherland gleichzeitig Wärme als auch eine eisige Kälte, was ihm zum eindrucksvollsten Schauspieler am Set macht. In ihren Handlungen und Strukturen erweist sich „Welcome, Mrs. President“ als außerordentlich komplex, spannend und intelligent. Zwar ist für die Serie kein außerordentliches Maß an politischen Kenntnissen von Nöten, doch ist sie trotzdem sehr anspruchsvoll und regt ein ums andere Mal zum Nachdenken und Interpretieren an.

Nach diesen unglaublich guten 18 Episoden ist es einfach nur schade, dass es für diese außergewöhnliche Serie keine Zukunft gab. Die Suche nach dem Sinn und Unsinn von Politik, die Machtkämpfe um das Weiße Haus und die vielen Intrigen hätten noch viele Staffeln weitergeführt werden können. Auch wenn diese Staffel zu keinem Ende führt, ist sie doch unbedingt sehenswert. Spannend, intelligent, anspruchsvoll, facettenreich und schauspielerisch stark! Wer „Welcome, Mrs. President“ nicht gesehen hat, hat auf jeden Fall etwas verpasst!

Wissenswertes

Welcome, Mrs. President (TV-Serie) - Staffel 1 Stark gestartet, verlor die ABC Serie an Zuschauern, da ABC durch Umstrukturierungen hinter den Kulissen mehrfach Ausstrahlungen aussetzen oder verschieben musste, und wurde nach 18 Episoden abgesetzt. Vier weitere Episoden, die produziert waren, wurden nicht ausgestrahlt und befinden sich auch nicht auf den DVDs. In Deutschland lief „Welcome, Mrs. President“ auf Sat.1 ebenfalls quotenschwach.

Der englische Titel lautet „Commander in Chief“ (Deutsch: „Oberbefehlshaber“) und wurde im Deutschen in „Welcome, Mrs. President“ umgewandelt, was insofern falsch ist, als dass eine Präsidentin der Vereinigten Staaten immer mit Madam angesprochen wird.

Episodenguide:
• Kampf um die Macht
• Feuertaufe
• Ein harter Schlag
• Russisch Roulette

• Operation Orion
• Katastrophenalarm
• Verrat
• Jugendsünden

• Gnade vor Recht
• Das U-Boot
• Säbelrasseln
• Das Ultimatum

• Die Lage der Nation
• Ein hoher Preis
• Es führt kein Weg zurück
• Der Elefant im Porzellanladen

• Schwarzer Geburtstag
• Offene Rechnungen

Auszeichnungen

Welcome, Mrs. President (TV-Serie) - Staffel 1 Emmy Nominierungen:
Beste Hauptdarstellerin (TV-Serie – Drama) – Geena Davis

Golden Globes Nominierungen:
Beste TV-Serie – Drama, Bester Nebendarsteller (TV-Serie – Drama) – Donald Sutherland

Gewonnene Golden Globes:
Beste Hauptdarstellerin (TV-Serie – Drama) – Geena Davis

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