Restless

Filmplakat Restless
Regie Gus Van Sant  Drehbuch Jason Lew  Produzenten Brian Grazer, Bryce Dallas Howard, Ron Howard 
Genre Drama  FSK Filmlänge 91 min
Land USA, 2011  Kinostart 13.10.2011  DVD-Start 13.02.2012  Blu-ray-Start 13.02.2012  Verleih Sony Pictures

Story

Annabel ist eine wunderschöne, charmante und verblüffend lebensbejahende junge Frau: sie liebt nicht nur das Leben, sondern auch die Natur, die sie jeden Tag auf ihren Streifzügen durch die Landschaft studiert. Annabel leidet jedoch an Krebs im Endstadium. Noch drei Monate verbleiben ihr, sagen die Ärzte. Das Leben von Enoch ist nach dem tragischen Unfalltod seiner Eltern ebenfalls aus der Spur geraten. Als sich die beiden Außenseiter auf einer Beerdigung begegnen, scheint das Schicksal zu sein, denn vor dem Hintergrund ihrer derzeitigen Lebenssituation ergänzen sich die beiden hervorragend. Als Annabel ihrem Geliebten von ihrem Schicksal erzählt, bietet er wie selbstverständlich an, Annabel auf ihrem Weg zu begleiten…

Schauspieler

Restless Mia Wasikowska, Henry Hopper, Jane Adams, Schuyler Fisk, Lusia Strus, Ryo Kase, Chin Han, Kyle Leatherberry, Colton Lasater, Jesse Henderson, Victor Morris

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Restless Der Plot, den Drehbuchneuling Jason Lew für den neuen Film von Gus Van Sant niedergeschrieben hat, könnte aus „Restless“ einen modernen Coming-of-Age-Film machen. Die beiden Hauptfiguren ergänzen sich in ihrer Gegensätzlichkeit derart gut, dass einer gemeinsamen Fort- und Weiterentwicklung im Grunde nur wenig im Wege steht. Sie: lebensbejahend, voller positiver Energie. Er: Hat den Sinn des Lebens durch den frühen Unfalltod seiner Eltern aus den Augen verloren. Vor allem den Beginn seines Filmes inszeniert Gus Van Sant auch als außergewöhnlich gut funktionierende und sacht aufkeimende Liebesgeschichte, in der zwei Jugendliche aufeinandertreffen, die das ganze Leben lang nur aufeinander gewartet zu haben scheinen. Dann jedoch die Wende, in der Annabel offenbart, dass sie unheilbar krank ist und nur noch kurze Zeit auf Erden verweilen darf. Fortan ist Gus Van Sants „Restless“ ein Todesdrama, das seine volle Tragik aus dem schon zuvor aufgespannten Plot schöpft: ein offensichtlich füreinander bestimmtes, junges Liebespaar, das schon bald unterschiedliche Wege gehen muss. Auf den ersten Blick legt es „Restless“ nicht darauf an traurig zu sein, doch natürlich ist die ganze romantische Geschichte von einer alles überragenden Melancholie durchzogen: das süße Leben, kurz vor dem Tod.

Dass „Restless“ weite Strecken über funktioniert, liegt nicht an dem Drehbuch. Obwohl Jason Lews Geschichte auf ganz natürliche Weise emotional genug für die Leinwand ist, wirkt sie doch immer wieder stark banal: Die schön klingenden, aber offensichtlich glattgebügelten Dialoge, der krampfhafte Versuch des Weichzeichnens eines tragischen Schicksals sowie der Entwurf von stereotypen Nebenfiguren nimmt „Restless“ viel von seinem Zauber. Das Außergewöhnliche an der Tragik-Komödie findet sich letztlich in der poetischen Bildsprache sowie dem außergewöhnlichen Spiel der beiden Nachwuchsdarsteller. Die Bilder, die Kameramann Harris Savides von dem jungen Paar einfängt, bewegen sich immerzu treffend zwischen Schmerz und Freude, während im Hintergrund zarte Indiemusik die ohnehin schon tolle Bildsprache weiter verstärkt. In das wunderschön fotografierte Szenenbild fügen sich die beiden Jungschauspieler Mia Wasikowska und Henry Hopper mit ihrem ausdrucksstarken und differenzierten Spiel hervorragend ein. Die beiden sind nicht nur äußerlich schön, sondern strahlen vorwiegend von innen heraus. Vor allem Mia Wasikowska („Alice im Wunderland“) verleiht „Restless“ mit ihrer außergewöhnlich ausdrucksstarken Darstellung wahre Authentizität. Henry Hopper, Sohn von Dennis Hopper, hält in seinem ersten großen Kinofilm jedoch ebenfalls überraschend gut mit und gestaltet sich an der Seite von Wasikowska als nicht ganz ebenbürtiger, aber doch auch präsenter und starker Leinwandpartner.

Neben dem OSCAR-nominierten Film „Milk“ (2008) sowie den ohnehin immer noch präsenten Van Sant-Filmen „Good Will Hunting“ (1997) und „Forrester, gefunden“ (2000), kann das neue Werk nicht mithalten. Das Drehbuch verlässt sich zu sehr auf die ganz natürlich gegebene Tragik der Geschichte und steuert der zwar emotional stark aufgeladenen, aber doch banalen Ausgangssituation zu selten außergewöhnliche Momente bei. Für diese sorgen hauptsächlich, aber doch immerhin die fabelhafte Kameraarbeit sowie das ausdrucksstarke und toll miteinander agierende Leinwandpaar.

Wissenswertes

Restless Henry Hopper, Sohn von Dennis Hopper, spielt in "Restless" sein erste große Kinorolle.



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