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Die Kinder von Paris
La Rafle
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Regie
Rose Bosch
Drehbuch
Rose Bosch
Produzent
Ilan Goldman
Genre Kriegs-Drama FSK 12 Filmlänge 120 min Land Frankreich Kinostart 10.02.2011 DVD-Start 08.09.2011 Verleih Constantin Film |
Story
Paris im Sommer 1942: Frankreich ist zwischen den Nazis und der vermeintlich unabhängigen Vichy-Regierung aufgeteilt. Den 11jährigen Joseph interessieren die politischen Verhältnisse wenig. Der aufgeweckte jüdische Junge freut sich wie alle Kinder in Paris auf die großen Sommerferien. Er darf zwar nicht mehr ins Kino oder in den Park, doch zusammen mit seinen Freunden versteht er es, sich dennoch schöne und ereignisreiche Tage zu machen. In den frühen Morgenstunden des 16. Juli 1942 ändert sich Josephs Leben jedoch abrupt. In einer Nacht- und Nebel-Aktion ist die Polizei von Paris ausgerückt, um alle Pariser Juden zusammenzutreiben und für die Deportation in den Osten vorzubereiten. Plötzlich ist es vorbei mit dem ruhigen Alltag und der fragilen Sicherheit, in der sich viele wiegten. Nicht nur Männer auch Frauen, Alte und Kinder werden in einem Velodrom ohne Wasser eingesperrt, bis der Transport in die SS-Lager organisiert ist.
Schauspieler
Jean Reno, Mélanie Laurent, Gad Elmaleh, Anne Brochet, Thierry Fremont, Catherine Allegret, Denis Menochet, Isabelle Gelinas, Hugo Leverdez, Mathieu Di Concetto, Romain Di Concetto, Olivier Cywie, Adele Exarchopoulos, Rebecca Marder
Filmkritik von Melanie Frommholz
Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust kennen viele schreckliche und grausame Geschichten. Zu den dunkelsten Stunden in Frankreich gehört sicherlich der 16. Juli 1942 und die sich daran anschließende Deportation von 13.000 jüdischen Erwachsenen und über 4.000 jüdischen Kinder in Paris. Dank der großen Hilfe der Pariser Bevölkerung konnten sich zwar viele Juden verstecken, doch die nächtliche Razzia war das Ende aller Illusionen bezüglich der Vorstellung Frankreich sei ein sicherer Rückzugsort für Menschen jüdischen Glaubens. Die Regisseurin und Drehbuchautorin Rose Bosch schildert die schrecklichen Ereignisse in aufrüttelnden Bildern und mit der richtigen Balance zwischen der Beleuchtung politischer Hintergründe und den ergreifenden menschlichen Schicksalen. Wir kennen diese Geschichten aus vielen Filmen und Dokumentationen, doch Bosch käut eben nicht bereits dutzendfach Gesehenes wieder, sondern findet für ihren Film eine individuelle, eindringliche Sprache. Lebensfreude in Momente großer Verzweiflung, unerwartete Mitmenschlichkeit und couragiertes Handeln finden wir bei ihr ebenso wie angepasstes Mitläufertum und den Schrecken einer ausgefeilten, bürokratischen Vernichtungsmaschinerie, die Menschen nur als Zahlen kennen. Die bekannten Facetten werden bei der Filmemacherin zu einem bewegenden Gesamtbild wahrer Ereignisse, das man nicht so schnell wieder vergessen wird. Bosch baut dabei zur Vermittlung des Schreckens nicht auf blutigen Details, sondern arbeitet das subtile Grauen der Geschehnisse dadurch heraus, das sie aus dem naiven Blickwinkel der Kinder erzählt. Getragen wird ihre Inszenierung dabei zusätzlich von einem überzeugenden Cast, der Jean Reno und Mélanie Laurent als Zugpferde nennt, aber auch in den kleinen Rollen überzeugende Mimen hat.
Mit „Die Kinder von Paris“ ist Rose Bosch ein Drama gelungen, das unsentimental dem Unfassbaren Ausdruck verleiht und damit zu Tränen rührt und uns tief im Herzen berührt.
Von den über 4.000 Kindern, die am 16.07.1942 in die SS-Vernichtungslager deportiert wurden überlebte keines. 