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Der ganz große Traum
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Regie
Sebastian Grobler
Drehbuch
Philipp Roth, Johanna Stuttmann
Produzenten
Anatol Nitschke, Raoul Reinert
Genre Sport-Komödie FSK 0 Filmlänge 113 min Land Deutschland Kinostart 24.02.2011 DVD-Start 19.08.2011 Verleih Senator Film |
Story
Der junge Lehrer Konrad Koch ist voller Tatendrang, als er 1874 von seinem Studium in England nach Deutschland zurückkehrt, um dort an einem durch und durch deutschen Gymnasium Englisch zu unterrichten. Die Schüler sind zunächst alles andere als begeistert von dem lockeren Lehrer, der ihnen die Sprache des „Feindes“ beibringen will. Um die Motivation seiner nur wenig lernfreudigen Schüler zu steigern, bringt er ihnen „englischen“ Fußball bei. Während die Schüler zum ersten Mal mit diesem Sport konfrontiert werden, lernen sie nebenbei spielend leicht englische Vokabeln. Obwohl seine neue Lehrmethode schnell Früchte trägt und die Schüler endlich Spaß am Unterricht haben, macht sich Koch jedoch Feinde. Seine Kollegen pflegen strenge Unterrichtsstunden abzuhalten, um ihren Schülern preußischen Gehorsam beizubringen. Einige verstehen Kochs neuen, kumpelhaften Zugang zu den Schülern sogar als Revolution und setzen alles daran, den jungen Lehrer aus der Schule zu vertreiben und den Fußball landesweit verbieten zu lassen...
Schauspieler
Daniel Brühl, Theo Trebs, Adrian Moore, Till Valentin Winter, Josef Dragus, Burghart Klaußner, Justus von Dohnanyi, Thomas Thieme, Kathrin von Steinburg, Henriette Confurius, Axel Prahl, Jürgen Tonkel, Anna StieblichTonkel, Vincent Kastner, Josef Ostendorf
Filmkritik von Kathrin Lang
Spätestens seit der Fußballweltmeisterschaft 2006 ist es eine kaum zu leugnende Tatsache, dass Fußball als Mannschaftssport zusammenschweißt, das allgemeine „Wir-Gefühl“ einer ganzen Nation stärken und zur Integration beitragen kann. Zudem ein offenes Geheimnis ist die Tatsache, dass Fußball die großen Massen anzieht und Filme, die sich den Sport auf ihre Flaggen schreiben, allein wegen ihrer Thematik gutes Geld an den Kinokassen einspielen. Mit seinem „frei auf wahren Begebenheiten beruhenden“ Debütfilm macht sich Regisseur Sebastian Grobler nun beide Umstände zu Eigen, um mit „Der ganz große Traum“ den deutschen Fußball zurück zu seinen Wurzeln zu führen. Eben dort erzählt er uns jene Geschichte, die Großerlebnisse wie die WM 2006 in Deutschland überhaupt erst möglich gemacht haben. Das Problem ist jedoch, dass Grobler nicht verbergen kann, dass er uns damit eine Geschichte erzählt, die gerade heute nicht mehr viel Neues zu berichten hat. Grobler bedient sich ungeniert an allen Früchten, die der Fußball ohnehin schon lange hervorgebracht hat und entwirft daraus ein buntes Arrangement altbekannter Binsenweisheiten des Fußballs. Die große Faszination darf da ebenso wenig fehlen wie handfeste Tragödien, um das weitere Fortbestehen der Mannschaft, die letztlich aber doch groß auftrumpft – überraschen kann das an keiner Stelle. Auch die Charakterzeichnung ist reichlich stereotyp geraten. Der antrainierte Brite Konrad Koch (Daniel Brühl), der im deutschen Kaiserreich heiter alle mit einem breiten „Good Morning“ begrüßt und zudem sogleich den Ruf des ewigen Teetrinkers weg hat, geht dabei ebenso auf die Nerven, wie die Schulklasse, in der es den vom Elend geprügelten Außenseiter ebenso gibt, wie den verwöhnten Schönling, den ungelenkigen Dicken oder den ewigen Strebern.
Einige lustige Höhepunkte hat „Der ganz große Traum“ dann aber doch zu bieten. Diese schöpft die Sport-Komödie aus jenen Momente, in denen es ausnahmsweise gegen den Fußball geht. So ist es dann doch ziemlich lustig, wenn in einem Land, in dem Turnen als großer Nationalsport verstanden wird, der Fußball als „weibisches Getrete“ oder naserümpfend als „unturnerisch“ bezeichnet wird. Das sind dann auch zumeist die Szenen, in den Justus von Dohnányi in seiner Nebenrolle groß auftrumpfen kann. In der Rolle des Antifußballers Richard Hartung kann er nicht sonderlich viele Sympathiepunkte sammeln, liefert damit jedoch eine grandios gute Darbietung des unliebsamen Spaßverderbers ab.
Den „ganz großen Traum“ vom großen Erfolg wird Sebastian Grobler mit seinem Debütwerk wohl lange träumen können. Dafür bedient er sich leider viel zu kitschig und viel zu offensichtlich an dem erfolgversprechenden Sammelsurium aller ohnehin bekannten Fußballtatsachen. Die guten Momente feiert die Komödie immer nur dann, wenn sie sich tatsächlich in eine Zeit zurückversetzt, in der noch nie jemand etwas von dem heutigen Weltsport gehört hat. Diese Momente sind jedoch recht rar gesät und immer wieder von schauderhaft einfallslosen Szenen des Fußballfiebers durchzogen.
"Der ganze große Traum" erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte von dem jungen Lehrer Konrad Koch, der den Fußball aus England nach Deutschland brachte.
