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Nichts zu verzollen
Rien à déclarer
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Regie
Dany Boon
Drehbuch
Dany Boon, Yaël Boon
Produzent
Eric Hubert
Genre Komödie FSK 12 Filmlänge 108 min Land Frankreich Kinostart 28.07.2011 DVD-Start 01.12.2011 Blu-ray-Start 01.12.2011 Verleih Prokino |
Story
Das kleine französisch-belgische Örtchen Courquain lebt gut vom Grenzbetrieb. Besonders der belgische Zöllner Ruben Vandevoorde ist hier mit Leib und Seele dabei jene zu kontrollieren, die nach Belgien einreisen wollen. Schließlich haben gute Männer hier ihr Blut vergossen, um Belgisches Land gegen die Franzosen zu verteidigen. Mit seinen rassistischen Tiraden eckt Ruben gehörig an, besonders bei seinen französischen Kollegen um Mathias Ducatel. Der ist heimlich mit Rubens Schwester liiert, traut sich aber nicht dies auch öffentlich zu sagen. Als mit dem Schengener-Abkommen die Grenzen fallen, bricht für Ruben eine Welt zusammen, doch auch Gott scheint nichts gegen das geeinte Europa unternehmen zu wollen, egal wie oft Ruben auch darum bittet. Ausgerechnet mit Mathias soll er zukünftig in einer mobilen Zolleinheit die neuen Feinde jagen – die Drogenschmuggler.
Schauspieler
Benoît Poelvoorde, Dany Boon, Julie Bernard, Karin Viard, François Damiens, Bouli Lanners, Olivier Gourmet, Michel Vuillermoz, Chritel Pedrinelli, Joachim Ledeganck, Jean-Paul Dermont, Nadège Beausson-Diagne
Filmkritik von Melanie Frommholz
Völkerverständigung ist eindeutig Dany Boons Thema. Mit „Willkommen bei den Sch’tis“ söhnte er Nord- und Südfranzosen miteinander aus und lockte damit allein in seinem Heimatland mehrere Millionen Zuschauer in die Kinosäle. Auch hierzulande haben wir über den Postboten, der nach Nordfrankreich versetzt wird, herzhaft gelacht und so waren die Erwartungen hoch, als Boon verkündete sich nun eines neuen Konflikts anzunehmen. „Nichts zu verzollen“ bringt uns an die französisch-belgische Grenze. Hier lässt Dany Boon nun „Camemberts“ gegen „Fritten“ antreten. Was ist für einen Grenzkonflikt besser geeignet als ein paar Zöllner, die sich gegenseitig an den Kragen gehen. Es ist angenehm, dass Dany Boon der hier nicht nur die Hauptrolle spielt und Regie führt sondern auch das Drehbuch mitschrieb, nicht versucht auf Teufel komm’ raus das Thema Rassismus anzuprangern. Wie schon bei „Willkommen bei den Sch’tis“ entlarvt er auch bei „Nichts zu verzollen“ Vorurteile und Ressentiments auf eine altmodisch-charmante Art und Weise deutlich. Der Film hat erneut witzige Einfälle, dennoch bleibt insgesamt der Eindruck eines angestaubten Humors, der mit einem weniger an Frische und Esprit einhergeht, als wir es noch von Boons vorherigen Erfolgen gewohnt sind. „Nichts zu verzollen“ fehlt eindeutig die Leichtigkeit und Originalität, die „Willkommen bei den Sch’tis“ hatte.
Darstellerisch bleiben bei „Nichts zu verzollen“ hingegen wenig Wünsche offen. Der Cast angeführt von Dany Boon selbst in der Rolle des Mathias und Benoît Poelvoorde als Ruben agiert herrlich unkompliziert und überzeugend. Insbesondere Poelvoorde ist in seinen Wutausbrüchen eine echte Offenbarung. Wie ein Orkan fegt er durch die Szenen, so dass kein Auge trocken bleibt.
Eine nette Komödie aber keine neue Offenbarung: Mit „Nichts zu verzollen“ liefert Multitalent Dany Boon ein solides Amüsement. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.
"Nichts zu verzollen" ist Dany Boons vierte Regiearbeit. Bei allen Projekten schrieb er zudem das Drehbuch und agierte auch vor der Kamera. 