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Mein Glück
Schastye Moe
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Regie
Sergei Loznitsa
Drehbuch
Sergei Loznitsa
Produzenten
Heino Deckert, Oleg Kokhan
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 127 min Land Deutschland, Ukraine, Niederlande Kinostart 03.02.2011 DVD-Start 19.08.2011 Verleih farbfilm verleih |
Story
Erzählt wird die Geschichte von dem Fernfahrer Gregory, der seine Heimat verlässt, um mit einer Warenladung das postsowjetische Russland zu durchreisen. Dabei gerät er in einige unangenehme Situationen, die sich immer mehr zuspitzen und ihn schließlich Erfahrungen durchleben lassen, die Gregory an die Grenzen des Erträglichen führen. Alles beginnt mit einer scheinbar harmlosen Polizeikontrolle, die sich jedoch zunehmend zu einem Machtspiel entwickelt. Nur knapp entkommt er den Fängen der korrupten Polizisten, um schließlich auf eine Prostituierte zu stoßen, die angibt 18 zu sein, der man die Volljährigkeit jedoch nicht abnehmen will. Gregory sieht sich in der Pflicht, dem Mädchen zu helfen. Er fährt mit ihr in ihr Heimatdorf, wo er ihr Geld für Essen anbietet. Das junge Mädchen ist solche Gesten jedoch nicht gewohnt und reagiert ungewöhnlich hart. Aus dem Dorf vertrieben, findet Gregory im Weiteren nicht mehr auf den richtigen Weg zurück. Er verliert gänzlich die Orientierung und kommt schließlich in einem abgelegenen Dorf an...
Schauspieler
Viktor Nemets, Vladimir Golovin
Alexei Vertkov, Dimitriy Gotsdiner, Olga Shuvalova, Maria Varsami, Boris Kamorzin, Vlad Ivanov, Olga Kogut
Filmkritik von Kathrin Lang
Regisseur Sergei Loznitsa feierte mit seinem Film „Mein Glück“ internationalen Erfolg. Als Wettbewerbsbeitrag lief die deutsch-ukrainisch-niederländische Co-Produktion bei den 64. Filmfestspielen in Cannes, wurde in Toronto ebenso gezeigt wie auf renommierten russischen, deutschen und britischen Filmfestspielen. Es ist vor allem das Feingefühl für menschliche Dramen, das „Mein Glück“ zu einem Film der besonderen Art werden lässt. Dabei ist es weiter kaum verwunderlich, dass sich Sergei Loznitsa in der Vergangenheit einen Ruf als außergewöhnlicher Dokumentarfilmer gemacht hat. Die naturelle Bildgestaltung und den dokumentarischen Inszenierungsstil, den er sich dort angeeignet hat, überträgt er auf sein fiktives Drama und schlägt damit einen Erzählton an, der in seiner Authentizität starke Wellen schlägt. Dennoch bleibt „Mein Glück“ ein Spielfilm, und soll offensichtlich auch als solcher verhandelt werden, was Loznitsa durch seine harten Schnitte und den episodenhaften Charakter seiner Erzählung stark verdeutlicht. Anstatt stringent eine Geschichte zu erzählen, fächert Loznitsa seinen Film in mehrere Episoden auf, die nahezu alle lose enden. Dass auch am Schluss nicht alle Fäden zusammengeführt werden, erscheint da nur als konsequent, lässt aber dennoch einen Zuschauer zurück, der sich etwas hilflos dem Abspann widmen muss.
Als spannungsgeladener Roadmovie begonnen, wandelt sich „Mein Glück“ von Episode zu Episode mehr zu einem finsteren und undurchschaubaren Drama, das letztlich doch zu viele Fragen offenlässt, als gut gewesen wäre. Dass „Mein Glück“ dennoch ein auf internationaler Ebene gefeierter Film wurde, hat er wohl vorrangig der Beobachtungsgabe von Sergei Loznitsa und einigen sehr prägnant auf den Punkt gebrachten Szenen zu verdanken.
"Mein Glück" lief 2010 als Wettbewerbsbeitrag auf dem 64. Filmfestival in Cannes.
