Mad Men (TV-Serie) - Staffel 1

Mad Men - Season 1

Filmplakat Mad Men (TV-Serie) - Staffel 1
Regie Matthew Weiner, Alan Taylor, Ed Bianchi, Lesli Linka Glatter, Andrew Bernstein, Tim Hunter, Phil Abraham, Paul Feig  Drehbuch Matthew Weiner, Tom Palmer, André Jacquemetton, Maria Jacquemetton, Bridget Bedard, Chris Provenzano, Robin Veith  Produzenten Todd London, Jack Lechner, Scott Hornbacher, Greg Schultz, Lisa Albert, André Jacquemetton, Maria Jacquemetton 
Genre TV-Serie  FSK 12  Filmlänge 589 min
Land USA, 2007  DVD-Start 04.02.2010  Verleih Universal Pictures

Story

Donald Draper ist der kreative Kopf in einer großen Werbeagentur in Manhattan. Er verdient gut, hat eine wunderschöne Frau und zwei gesunde Kinder. Allerdings verfällt Draper allzu häufig in Untreue und trifft sich mit einer anderen Frau, während seine Ehefrau zu Hause in der Vorstadt das Abendessen zubereitet. Betty wird mit der Zeit depressiv und schließlich von ihrem Ehemann Donald dazu angehalten, einen Psychologen aufzusuchen. Im Büro bekommt Draper mit Peggy eine neue Sekretärin, die sich erst einfinden muss und das Ziel frauenfeindlicher Äußerungen ihrer männlichen Kollegen ist. Währenddessen hat Pete Campbell Intentionen, einmal ganz weit nach oben zu kommen und Donald Draper womöglich von seiner Position zu verdrängen…

Schauspieler

Mad Men (TV-Serie) - Staffel 1 Jon Hamm, January Jones, Elisabeth Moss, Vincent Kartheiser, Christina Hendricks, John Slattery, Bryan Batt, Michael Gladis, Aaron Staton, Rich Sommer, Maggie Siff, Anne Dudek, Rosemarie DeWitt, Julie McNiven, John Cullum, Darby Stanchfield, Crista Flanagan, Ryan Cutrona, Joel Murray, Alexa Alemanni, Alison Brie, Andy Umberger, Jay Paulson, Talia Balsam, Paul Schulze, Randy Oglesby, Mark Moses, Robert Morse

Kritik von Sascha Koch

Sascha vergibt 5 von 5 Ms Mad Men (TV-Serie) - Staffel 1 New York der 1960er Jahre: Der Dollar war stark, Amerika der Nabel der freien Welt und die Wirtschaft boomte. Nicht nur, dass das Fernsehen groß im Kommen war und Zigaretten noch als gesund galten, auch waren Frauen mit Rundungen noch unwiderstehlich und das Glas Scotch am Mittag, gepaart mit ein wenig Rassismus und Sexismus, gehörte zum guten Ton. Aber vor allem der Glimmstängel durfte nicht fehlen: Egal ob vor der Heimfahrt, während der Heimfahrt oder nach der Heimfahrt, ob vor der Arbeit, nach der Arbeit oder während der Arbeit, egal ob in einer Besprechung oder nach einer Besprechung, ob vor dem Sex oder nach dem Sex, egal ob zu Hause, im Büro, im Fahrstuhl, im Auto, im Restaurant, im Zug oder auf der Straße. Überall, wo das Leben stattfand, wurden eine oder auch gleich mehrere Zigaretten geraucht. Das Erste, was man also tat, wenn man einen Raum betrat, war das Anzünden einer Zigarette und das Einschenken eines Glases Scotch, Bourben, Brandy oder was sonst gerade in Griffweite stand. Warum auch nicht? Man war in Amerika! „Mad Men“ porträtiert und hinterfragt den „american way of life“ in bestechender Qualität.

„Mad Men“ präsentiert uns mit Donald Draper und seinem Leben zwischen Werbeagentur und Vorstadtleben ein historisches Drama über den Sinn und Unsinn des Lebens, die Werte, Probleme und den amerikanischen Traum in den 1960ern. Dabei lässt einen mancher Dialog staunen, halten wir doch heute einige der damaligen Ansichten und Verhaltensregeln für längst überholt. Es ist erstaunlich zu sehen, für wie aufgeklärt und modern man sich damals hielt, was aus der heutigen Sichtweise natürlich gnadenlos relativiert wird. Heute ist es kein Skandal, wenn man sich scheiden lässt und eine Frau muss auch nicht mehr beim Frauenarzt quasi um die Pille betteln, wie im Falle von Peggy in der Pilotepisode. Ja, es waren andere Zeiten, das wird einem als erstes bewusst, wenn man „Mad Men“ sieht.

Auf Grundlage dieser historischen Gegebenheiten inszeniert Matthew Weiner eine intelligent erzählte Serie, die durch ihre Stilsicherheit, Machart und die Dialogstärke beeindruckt. Die Kostüme und Frisuren sitzen perfekt, die Kulissen sind detailliert ausgearbeitet und die Atmosphäre, die geschaffen wird, versetzt einen direkt 50 Jahre zurück in die Vergangenheit. Mit ein bisschen Charme hier, ein bisschen Witz dort, mit Gesellschaftskritik und persönlichem Drama, überzeugen die dreizehn Episoden durchweg. Der Feinschliff in den Interaktionen und Dialogen, Mimiken und Gestiken, Andeutungen, Obskuritäten und Scheinheiligkeiten ist nicht nur beeindruckend, sondern zeugt auch von sehr viel Klasse. „Mad Men“ ist eine Serie der Details, die es für den Zuschauer selbst zu entdecken gilt. Die Serie gehört damit sicherlich zu den absolut scharfsinnigsten und anspruchsvollsten der vergangenen Jahre.

Ebenfalls hochkarätig sind die Schauspieler, die durch ihre Darstellung der ohnehin toll gestalteten Serie nochmals den letzten Schliff geben. Allen voran natürlich Golden-Globe-Preisträger Jon Hamm, dessen exzellentes und einnehmendes Schauspiel überzeugt und nicht weniger erstklassig von Nebendarstellern wie January Jones, Elisabeth Moss, Christina Hendricks, John Slattery oder Robert Morse unterstützt wird.
Die Schauspieler stimmen, die Figurenzeichnung ist makellos, die Drehbücher hochgeistig und die Kulissen eine wahre Zeitmaschine. All diese Faktoren spielen harmonisch zusammen, wodurch eine Serie der allerersten Güte entsteht, die an Charme, Stilsicherheit und Differenziertheit kaum zu übertreffen ist.
„Mad Men“ gehört zweifellos zu den besten Serien des Jahrzehnts, ist mehrfach ausgezeichnet und erbringt Episode für Episode eine einwandfreie Leistung. Die Geschichte über Donald Draper, seinen Beruf, seine Frau, seine Kinder und seine Großstadtaffären wird nicht langweilig. Eine in Nostalgie schwebende Serie, die viel Substanz besitzt und besonders in den Momenten Spaß macht, in denen man sie mit der heutigen Zeit vergleicht und sich vielleicht auch etwas darüber amüsiert.

Wissenswertes

Mad Men (TV-Serie) - Staffel 1 „Mad Men“ startete am 19. Juli 2007 auf dem amerikanischen Spartensender AMC, für den „Mad Men“ die erste Serie im Programm war. Im Durchschnitt wurde die erste Staffel von 0,90 Millionen Menschen gesehen.
Erschaffer der Serie ist Matthew Weiner, der das Drehbuch zur Pilotepisode bereits 1999 verfasste. Dieses wurde jedoch von HBO abgelehnt, sodass Weiner sich an AMC wandte.

Episodenguide:
• Schall und Rauch
• Was wollen Frauen?
• Figaros Hochzeit
• Rückgrat

• 5G
• Babylon
• Blass um die Nase
• Ehrenmitglied

• Schaulaufen
• Herz oder Magen?
• Hitzewelle
• Kein Interesse

• Das Karussell

Die Serie umfasst folgende Staffeln:
Mad Men (TV-Serie) - Staffel 1
Mad Men (TV-Serie) - Staffel 2

Auszeichnungen

Mad Men (TV-Serie) - Staffel 1 Emmy Nominierungen:
Bester Hauptdarsteller (TV-Serie – Drama) – Jon Hamm, Bester Nebendarsteller (TV-Serie – Drama) – John Slattery, Beste Regie („Schall und Rauch“), Bestes Drehbuch („Das Karussell“), Bestes Casting, Beste Kostüme („Schall und Rauch“), Beste Ausstattung („Schaulaufen“), Beste Maske („Ehrenmitglied“), Beste Maske („Kein Interesse“), Bester Gast-Schauspieler (TV-Serie – Drama) - Robert Morse

Gewonnene Emmys:
Beste TV-Serie – Drama, Bestes Drehbuch („Schall und Rauch“), Bestes Titeldesign, Beste Ausstattung („Schall und Rauch“), Beste Kamera („Schall und Rauch“), Bestes Hairstyling („Schaulaufen“)

Gewonnene Golden Globes:
Beste TV-Serie – Drama, Bester Hauptdarsteller (TV-Serie – Drama) – Jon Hamm

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