Hindenburg (TV)

Hindenburg

Filmplakat Hindenburg (TV)
Regie Philipp Kadelbach  Drehbuch Johannes W. Betz, Philip, Martin Pristl LaZebnik,   Produzenten Katrin Goetter, Nico Hofmann, Dr. Jürgen Schuster 
Genre Historien-Drama  FSK 12  Filmlänge 180 min
Land Deutschland, 2011  DVD-Start 11.02.2011  Verleih RTL

Story

Am 1. Mai 1937 lud die Zeppelin Reederei in Frankfurt am Main ein Konsulat der Vereinigten Staaten ein, um den ersten Überseeflug der „Hindenburg“ anzukündigen. Es wird ein großer Tag; nicht nur für die Luftschiffpioniere, sondern auch für das aufstrebende Nazi-Deutschland sowie für dessen Beziehung zu den USA. Eine große Rolle spielt dabei Edward van Zandt, Kongressabgeordneter der Vereinigten Staaten und Erdöllobbyist, der den Deutschen den Zugang zum Helium sichern könnte. Helium würde den Zeppelinflug um Einiges sicherer gestalten, als mit dem bisher verwendeten Wasserstoff, das leicht entzündbar ist. In Frankfurt wird van Zandt von seiner Frau Helen und seiner Tochter Jennifer vertreten, die in der „Hindenburg“ nach New York fliegen werden. Dass es ihre letzte große Reise werden könnte, wird erst später klar. Einige Stunden nachdem die „Hindenburg“ abgehoben hat, bricht Panik an Bord aus: Es steht begründeter Verdacht, dass jemand eine Bombe auf das Luftschiff geschmuggelt hat. Sollte diese bereits gezündet sein, wird es die „Hindenburg“ nicht rechtzeitig bis nach Amerika schaffen. Ein großer Sturm auf dem offenen Meer verzögert die Ankunft des Luftschiffes um einige Stunden...

Schauspieler

Hindenburg (TV) Maximilian Simonischek, Lauren Lee Smith, Greta Scacchi, Heiner Lauterbach, Stacy Keach, Ulrich Noethen, Hannes Jaenicke, Jürgen Schornagel, Justus von Dohnanyi, Christiane Paul, Hinnerk Schönemann, Wotan Wilke Möhring

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 2 von 5 Ms Hindenburg (TV) In den vergangenen Jahren flimmerten einige große Fernsehproduktionen über unsere Bildschirme, die immer ein deutsches historisches Ereignis in ihren Mittelpunkt stellten, um, an den historischen Eckpunkten entlang, eine packende Geschichte für das breite Fernsehpublikum zu erzählen. Egal ob bei „Die Luftbrücke“, „Die Sturmflut“ oder „Der Untergang der Pamir“ nutzte man diese Gelegenheit, um nicht nur das historische Ereignis – oder zumeist die große Katastrophe – faktisch zu beleuchten, sondern zugleich auch um die großen menschlichen Dramen, die diese Ereignisse mit sich brachten, emotional auszuschlachten. Und so ist nun auch „Hindenburg“ ein historisches Fernsehepos, das neben der Katastrophe, auch die günstige Gelegenheit nutzt, um eine tragische Geschichte über verschiedene Lebensschicksale zu erzählen. Die Liebenden, die durch die Katastrophe entzwei gerissen werden, bekommen hier ebenso ihren Handlungsstrang wie die Diskussion der Judenfrage, aufstrebenden Nazis oder korrupte Machenschaften, die sich vor dem Zweiten Weltkrieg zutrugen. Dies alles macht aus „Hindenburg“ einen Fernsehfilm, der dem Format seiner Vorgänger voll auf gerecht wird. Möglichst dramatisch fächert sich die Geschichte in ihre Erzählstränge auf, um langsam, aber sicher auf das große Unheil zuzusteuern. Kaum zu ertragen ist dabei, dass sich die wahrlich abenteuerliche Reise aus einer Reihe emotional zugespitzter Handlungssequenzen zusammensetzt. „Hindenburg“ füttert sich in übertriebenem Ausmaß mit der Dramatik, die dem Historienfilm durch den drohenden Ausbruch der Katastrophe auf natürliche Weise gegeben ist. Da dürften sich auch die Schauspieler für keinen Herzschmerz oder keinen Gefühlsausbruch zu schade sein. Hier darf frei heraus gelitten, geschwitzt, geweint, gebangt, aber auch geliebt werden. Dieses allgemeine Schauspiel der großen Gesten, das vor mehreren Millionen Euro schweren (Computer-)Kulissen vollzogen werden darf, wird schließlich auch noch bei jeder Gelegenheit, oder auch Nichtgelegenheit, von opulenter Musik untermalt, wodurch „Hindenburg“ zu kaum auszuhaltender Dramatik findet.

Dass für „Hindenburg“ erneut bekannte deutsche Schauspielgesichter gewonnen werden konnte, dürfte auch im Falle von dem neusten TV-Zweiteiler an den gewiss außergewöhnlich hohen Einschaltquoten liegen. „Hindenburg“ ist genau eine von jenen seltenen Plattformen in Deutschland, durch die man sich einer breiten Masse bekannt machen kann. Mehrere Millionen Euro wurden in die Produktion investiert – dass diese, fast wie von selbst, nach der Erstausstrahlung wieder hinten heraus purzeln ist ein offenes Geheimnis. Fernsehen im großen Stil funktioniert in Deutschland eben – da scheint Qualität nur ein nebensächliches Maß für die Bewertung oder für die Betätigung des ON-Knopfes an der Flimmerkiste zu sein.

Wissenswertes

Hindenburg (TV) Das RTL-Event wurde am 06.02. und 07.02.2011 zum ersten Mal ausgestrahlt- "Hindenburg" ist die bislang teuerste Fernsehproduktion aller Zeiten.

Das Zeppelin LZ 129 „Hindenburg“, benannt nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, galt als Meisterwerk der Ingenieurskunst (Chefkonstrukteur Ludwig Dürr), Propagandamaschine der Nazis und Luxusliner der Reichen. Mit 246,7 Metern Länge, 44,7 Metern Höhe, 46,8 Metern Breite, einem Durchmesser von 41,2 Metern und einem Dienstgewicht von durchschnittlich 215 Tonnen (Leergewicht 118 Tonnen) ist sie bis heute das größte je gebaute Luftfahrzeug.



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