Dreileben - Eine Minute Dunkel (TV)

Eine Minute Dunkel

Regie Christoph Hochhäusler  Drehbuch Christoph Hochhäusler, Peer Klehmet  Produzent Bettina Brokemper 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 90 min
Land Deutschland, 2011  DVD-Start 30.08.2011  Blu-ray-Start 30.08.2011  Verleih ARD

Story

Als der Mörder und Sexualstraftäter Frank Molesch aus seiner Haftanstalt in das Krankenhaus in dem Thüringer Ort Dreileben gebracht wird, um sich dort von seiner verstorbenen Mutter verabschieden zu können, nutzt er eine günstige Gelegenheit, um zu fliehen. Seine Flucht führt ihn in den Wald, von dem Dreileben umgeben ist. Dort, gänzlich auf sich allein gestellt und von der Polizei verfolgt, bricht Angst in ihm aus. Diese Angst verändert ihn und macht aus ihm einen Menschen, der er zuvor nicht war. Dicht auf den Versen ist ihm der von einer schweren Krankheit gezeichnete Kommissar Marcus Kreil, der eigentlich nicht ermitteln dürfte, der Wahrheit letztlich aber am nächsten kommt.

Schauspieler

Dreileben - Eine Minute Dunkel (TV) Stefan Kurt, Eberhard Kirchberg, Timo Jacobs, Imogen Kogge, Jean Denis Römer, Ioan Gyuri Pascu, Ben Posener, Isabel Bongard, Paraschiva Dragus, Holger Doellmann, Felix Römer, Jörg Rampke, Jacob Matschenz, Luna Mijovic

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Dreileben - Eine Minute Dunkel (TV) Nach „Etwas Besseres als den Tod“ und „Komm mir nicht nach“ ist Christoph Hochhäuslers „Eine Minute Dunkel“ nun der Trilogieteil, der in seiner Struktur am ehesten an einen typischen Kriminalfall heranreicht. In zwei Erzählstränge unterteilt, verfolgt man mit „Eine Minute Dunkel“ hautnah den Sexualstraftäter und Mörder Frank Molesch (Stefan Kurt) auf seiner Flucht und den Kommissar Marcus Kreil (Eberhard Kirchberg) bei seinen Ermittlungen. Christoph Hochhäusler verwendet viel Energie auf die möglichst exakte Erstellung eines Psychogramms seines Täters. Dabei geht Hochhäusler sehr detailversessen vor und ergründet in langsamem Tempo viele Facetten der Geschichte. Die Zusammenhänge erschließen sich dabei nicht zwingend aus einer Kausalkette, bei der die Wirkung logische Folge der Ursache ist. Was auf den ersten Blick wie ein recht beliebiges Elemente der Geschichte wirkt, ergibt am Schluss aber doch irgendwie einen Sinn. Hingegen aller Erwartungen endet „Eine Minute Dunkel“ mit einer großen Überraschung, nach der nicht nur die Geschichte des letzten Teils der Trilogie vom Zuschauer noch einmal neu überdacht werden muss, sondern auch die beiden vorangegangenen Teile. Trotz des klug inszenierten Clous am Schluss, ist Christoph Hochhäuslers „Eine Minute Dunkel“ jedoch der mühsamste und unter dem Stich am Wenigsten unterhaltende Trilogieteil. Die 90 Filmminuten zehren ordentlich an den Kräften des Zuschauers – nicht nur, weil sie sich dem Kriminalfall in vielen Szenen äußerst brutal und tragisch zuwenden, sondern auch, weil Hochhäuslers detailverliebte Inszenierung müde macht und nur wenig fesselt.

Wissenswertes

Dreileben - Eine Minute Dunkel (TV) Erstausstrahlung: Montag, den 29. August 2011 ab 20:15 Uhr im Ersten

"Dreileben" ist das ambitionierte Fernsehprojekt von drei renommierten deutschen Regisseuren, das am 16.02.2011 auf der Berlinale in der Sektion "Forum" seine Premiere feierte. Verbunden sind die drei Filme durch ihren Handlungsort und einen Kriminalfall.

Den Trilogieauftakt macht Christian Petzolds "Etwas Besseres als den Tod", gefolgt von Dominik Grafs "Komm mir nicht nach" und Christoph Hochhäuslers Trilogieende "Eine Minute Dunkel".


Unter der Bezeichnung „Berliner Schule“ versteht man eine Stilrichtung des deutschen Films, die sich in den 1990er Jahren herausgebildet hat und die sich als eine Gegenbewegung zu dem gängigen Erzählkino (wie wir es beispielsweise von Hollywood kennen) versteht. Entstanden ist die Bewegung an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Dort studierte unter anderem Christian Petzold, der seither als Mitbegründer der „Berliner Schule“ gilt. Heute ordnet man auch Filme von, unter anderem, Christoph Hochhäusler dieser Stilrichtung zu; obwohl dieser Absolvent der Münchener Hochschule für Fernsehen und Film ist. Durch ihre Vergleichbarkeit mit Filmen der französischen „Nouvelle Vague“, wird die „Berliner Schule“ häufig auch als „Nouvelle Vague Allemande“ bezeichnet.



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