Bauernopfer (TV)

Regie Wolfgang Murnberger  Drehbuch Uli Brée, Rupert Henning  Produzenten Danny Krausz, Kurt Stocker 
Genre Thriller  Filmlänge 89 min
Land Deutschland, 2011  Verleih SWR

Story

Biobauer Andi Gruber hat es nicht leicht, seitdem ihn seine Frau verlassen hat. Als allein erziehender Vater der elfjährigen Lena muss er zusehen, wie er mit seinem Hof über die Runden kommt. Als sich dann herausstellt, dass seine Rinder mit unerlaubten Substanzen belastet sind, ist das für Andi eine Katastrophe. Doch nicht nur er scheint betroffen, sondern auch die anderen Landwirte des Ortes fallen bei den Kontrollen des Biochemikers Dr. Kroetz auf. Andi ist außer sich und beschuldigt Kroetz, bei den Untersuchungen ungenau gearbeitet zu haben. Als allerdings Dr. Kroetz’ Hund getötet wird und Andi kurz darauf den Biochemiker sterbend in dessen Haus findet, ist klar, dass er es hier mit einem zu allem entschlossenen Widersacher zu tun hat. Da Andi am Tatort gesehen wird, fällt der Verdacht sofort auf ihn, ein Motiv hätte er ja schließlich. Dem Biobauern bleibt nichts anderes übrig als unterzutauchen und Hilfe bei der jungen Biochemikerin Silvie Kraus zu suchen, die Dr. Kroetz kurz vor seinem Tod um Rat gefragt hatte. Obwohl Silvie ihm zunächst nicht glauben möchte, müssen die beiden bald schon feststellen, dass sie es offenbar mit einem äußerst korrupten Kartell von Schlachthofbetreibern, Chemiekonzernen und Politikern zu tun haben, die ohne das Wissen der Bauern neuartige Impfstoffe an deren Viehbestand erproben. Es beginnt ein lebensgefährlicher Wettlauf, denn Andis und Silvies Gegner schrecken auch vor Mord nicht zurück…

Schauspieler

Bauernopfer (TV) Tobias Moretti, Bernadette Heerwagen, Tilo Prückner, Paula Nocker, Maria Happel, Kristian Wanzl, Antonia Jung, Johannes Krisch, Jewgenij Sitochin, Andreas Schlager, Heio von Stetten, Michael Moritz, Patrick von Blume, Sven Pippig, Rainer Frieb

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 4 von 5 Ms Bauernopfer (TV) „Bauernopfer“ behandelt ein Thema, wie es brisanter nicht sein könnte. In einer Zeit, in der sich Schlagzeilen über Gammelfleisch, Lebensmittelskandale und Dioxin im Geflügel in schneller Folge abwechseln, wird dem Verbraucher immer deutlicher, dass die ethischen Grenzen in der Lebensmittelindustrie nur noch Schall und Rauch sind. In „Bauernopfer“ wird ausgerechnet ein Biobauer in einen Skandal von undenkbaren Ausmaßen verwickelt. Nanotechnologie lautet das Schlagwort, eine Wissenschaft, die seit Jahren in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt wird. Dass mit Nanotechnologie Fleisch besser, haltbarer und schmackhafter gemacht werden soll, ist deshalb nicht so sehr weit hergeholt und klingt keineswegs unrealistisch. Nanostoffe, die in der Tierzucht oder in der Schweinemast eingesetzt werden, würden weitreichende und möglicherweise auch fatale Konsequenzen für den Verbraucher haben. Genau hier setzt der Film ein, denn immer sind es ja bekanntlich skrupellose und geldgierige Unternehmer, die sich über die erlaubten Grenzen der Lebensmittelmanipulation hinwegsetzen. So auch in „Bauernopfer“ – und wer würde sich als ein Bauernopfer besser eignen, als ein rechtschaffener Biobauer, dessen Ruf durch Experimente mit unerlaubten Substanzen ruiniert wäre?
Tobias Moretti, der ja im wirklichen Leben selbst einen Biobauernhof bewirtschaftet, scheint geradezu prädestiniert für diese Rolle. Er gibt den verzweifelten Alleinkämpfer, der wie David gegen Goliath antreten muss, sehr überzeugend und eindringlich. An seiner Seite steht Bernadette Heerwagen als naive Wissenschaftlerin, die fast bis zum Schluss an die ethische Moral ihrer Kollegen glauben möchte. Auch wenn der Film in seinem Verlauf doch allmählich immer unglaubwürdiger wird, gelingt es ihm doch, mit einem brisanten Thema seine Zuschauer aufzurütteln. Andis heldenhafter Alleinkampf mit einer weltfremden Wissenschaftlerin an seiner Seite kann zwar nicht restlos überzeugen, macht aber dennoch deutlich, welch finstere Machenschaften teilweise in der Lebensmittelindustrie herrschen.



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