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Die Haut, in der ich wohne
La piel que habito
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Regie
Pedro Almodóvar
Drehbuch
Pedro Almodóvar
Produzenten
Agustín Almodóvar, Pedro Almodóvar
Genre Psycho-Thriller FSK 16 Filmlänge 120 min Land Spanien Kinostart 20.10.2011 DVD-Start 30.03.2012 Blu-ray-Start 30.03.2012 Verleih Tobis Film |
Story
Dr. Roberto Ledgard ist ein angesehener plastischer Chirurg, der sich auf die Transplantation von Haut bei Verbrennungsopfern spezialisiert hat. Die Fachwelt verfolgt aufmerksam seine Forschungen zu einer stabilen, verbesserten Wunderhaut. In seiner privaten Schönheitsklinik behandelt Roberto auch diskret besondere Fälle. Momentan ist Vera seine einzige Patientin. Eine wunderschöne Frau mit einer frappierenden Ähnlichkeit zu Robertos verstorbener Ehefrau. Sie darf ihr Zimmer nicht verlassen und Ledgard wacht mit besessener Genauigkeit über den Zustand ihrer Haut, jeden ihrer Schritte, jede ihrer Emotionen. Als plötzlich ein rätselhafter Mann im Tigerkostüm in der Villa des Arztes auftaucht, kommen die Dinge in Bewegung. Wer ist Vera wirklich und was geschah mit Vicente, einem jungen Mann, der zuletzt in Begleitung einer jungen Frau gesehen wurde - Robertos Tochter…
Schauspieler
Antonio Banderas, Elena Anaya, Marisa Paredes, Blanca Suárez, Eduard Fernández, Fernando Cayo, José Luis Gómez, Bárbara Lennie, Jan Cornet, Roberto Álamo, Susi Sánchez
Filmkritik von Melanie Frommholz
Der spanische Filmemacher Pedro Almodóvar ist in vielen Genres zu Hause und bekannt dafür, sie auf seine eigene Weise zu seinen Genres zu machen. Leidenschaft, Besessenheit und die Bande der Familie, das sind die Themen, die er in jeder Geschichte sucht und oft auf unnachahmliche Weise findet. Mit der Verfilmung des Romans „Die Haut, in der ich wohne“ von dem französischen Autor Thierry Jonquet, inszeniert er nun zum ersten Mal einen Psychothriller. Almodóvar ist sich auch hier treu geblieben und so bestimmt seine ausgefeilte und immer wieder beeindruckende Bildästhetik die Szenerie. Unverkennbar auch wie er Stille und markante Musik kombiniert und damit geschickt die düstere Atmosphäre schürt. Die Geschichte, die Almodóvar uns erzählt – er adaptierte den Roman für das Drehbuch – ist so bizarr wie faszinierend. „Die Haut, in der ich wohne“ vereint Motive wie Rache und ärztliche Hybris mit der Frage nach der menschlichen Identität und Seele. Was macht uns aus und werde ich zu jemand anderem wenn sich mein Äußeres verändert? Pedro Almodóvar nutzt dabei die Handlung nicht nur intelligent, um nach den bedenklichen Entwicklungen in punkto Jugendwahn zu fragen und die Wichtigkeit ethischer Grenzen bei der menschlichen Optimierung anzusprechen, sondern steigt auch wieder überzeugend in die Untiefen der menschlichen Gefühlswelt. Dabei baut er durch seine Erzählstruktur subtil Spannung auf. Geradlinig erzählt wäre „Die Haut, in der ich wohne“ ein guter Thriller, Almodóvar geht jedoch nicht den direkten Weg sondern wechselt geschickt die Zeiten und die Perspektiven und spielt mit der Faszination des Habwissens und der Neugierde der Zuschauer. So zieht uns die sich immer verstörender entwickelnde Geschichte weiter und weiter unaufhörlich in ihren Bann.
Nicht nur die schöne Penelope Cruz zeigte unter Führung des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar, dass sie mehr sein kann als nur das verführerische Beiwerk eines Hollywood Blockbusters. Auch Antonio Banderas, Elena Anaya und Marisa Paredes laufen unter seiner Regie zu Höchstform auf. Insbesondere Banderas liefert eine großartige Darstellung ab, schafft es zugleich sympathisch, bedauernswert und ungemein bedrohlich zu sein. Nach 1990 und „Fessle mich“ ist dies seine zweite Zusammenarbeit mit Pedro Almodóvar und hoffentlich nicht die letzte. Besetzt mit großartigen Darstellern hat der Spanier aus Thierry Jonquets Roman einen packenden und verstörend genialen Psychothriller gemacht, dem man sich emotional nicht entziehen kann.
Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Thierry Jonquet.

