Das Fremde in mir

Filmplakat Das Fremde in mir
Regie Emily Atef  Drehbuch Emily Atef, Esther Bernstorff  Produzenten Nicole Gerhards, Hanneke M. van der Tas 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 99 min
Land Deutschland  Kinostart 16.10.2008  DVD-Start 16.10.2009  Verleih Ventura Film

Story

Rebecca und Julian sind überglücklich, als sie ihr erstes Kind erwarten. Rebecca ist bestens vorbereitet und freut sich unendlich auf ihre Mutterrolle. Doch kaum ist das Baby geboren, ist nichts mehr übrig vom Mutterglück. Rebecca wird von einer unerklärlichen Angst erfasst, sie fühlt sich völlig hilflos diesem kleinen Wesen gegenüber, das nun ihr Kind sein soll. Ständig wartet die junge Mutter darauf, dass sich doch endlich diese bedingungslose Liebe einstellen soll, von der alle sprechen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Völlig verzweifelt muss sie erkennen, dass ihr eigenes Kind ihr fremd ist. Rebecca ist kaum in der Lage, ihr Baby anzufassen, doch in ihrer Umgebung scheint keiner zu bemerken, dass sie in ihrem Zustand unfähig ist, das Kind zu versorgen.
Rebecca schafft es nicht, sich irgendwem anzuvertrauen, sie versucht den Schein zu wahren und versinkt doch mehr und mehr in einem dunklen Loch, in dem alle Gefühle wie betäubt sind. Als sie eines Tages den Kinderwagen mit ihrem Baby einfach stehen lässt, weil sie vergessen hat, dass es da ein Kind gibt, um das sie sich kümmern muss, bricht die junge Mutter komplett zusammen. Während Julian die Welt und vor allem seine Frau nicht mehr versteht, erkennt nur Rebeccas Mutter, dass ihre Tochter professionelle Hilfe braucht, um eine Beziehung zu ihrem Baby entwickeln zu können.

Schauspieler

Das Fremde in mir Susanne Wolff, Johann von Bülow, Maren Kroymann, Hans Diehl, Judith Engel, Herbert Fritsch, Klaus Pohl, Dörte Lyssewski, Brigitte Zeh, Tilla Kratochwil, Markus Lerch, Martina Troschke, Ellen Schlootz, Steffen Münster

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 5 von 5 Ms Das Fremde in mir Dieser Film von Regisseurin und Co-Autorin Emily Atef geht unter die Haut! Vor allem Susanne Wolffs eindringliche Darstellung von Rebecca, die an der so genannten Wochenbettdepression leidet, ist derart überzeugend, dass man die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung der jungen Mutter förmlich mit Händen greifen kann. An ihrer Seite ist Johann von Bülow („Winterreise“) als völlig überforderter Ehemann und Vater zu sehen, der für die Situation seiner Frau keinerlei Verständnis aufbringen kann, ja, der lange Zeit nicht einmal bemerkt, was mit ihr los ist. Die beiden Schauspieler agieren frei von jeglicher Überzeichnung und beeindrucken mit ihrem zurückhaltenden Spiel, das den abrupten Wechsel von einer heilen und geborgenen Welt in die abgrundtief schwarze Verzweiflung deutlich macht.
„Das Fremde in mir“ behandelt ein Thema, das noch kaum im Bewusstsein der Öffentlichkeit existiert. Und doch gibt es sie zuhauf, die Mütter, die nach der Geburt nur eine große Leere verspüren, die vergeblich auf die stets hoch gepriesenen Muttergefühle warten. Susanne Wolff gibt dieser Erkrankung ein Gesicht, macht sie spürbar und lässt den Zuschauer mit jeder Faser erleben, in welch verzweifelter Situation sich eine Mutter befindet, die rein gar nichts für ihr Baby empfinden kann. Dieser Zustand, in der Fachsprache postnatale Depression genannt, muss für eine Mutter, die sich die Ankunft ihres Babys ganz anders vorgestellt hat, die Hölle sein. Das macht Regisseurin Emily Atef in jeder Sekunde deutlich, indem sie sich auf einfühlsame Art und Weise diesem schwierigen Thema annähert.
„Das Fremde in mir“ ist alles andere als leichte Kost für einen gemütlichen Fernsehabend. Dieser Film geht einem buchstäblich an die Nieren, zeigt aber gleichzeitig den zwar mühevollen, aber dennoch mit viel Hilfe von außen zu bewältigenden Weg aus einer schweren Krise.



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