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Barfuss auf Nacktschnecken
Pieds nus sur les limaces
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Regie
Fabienne Berthaud
Drehbuch
Pascal Arnold, Fabienne Berthaud
Produzent
Bertrand Faivre
Genre Tragik-Komödie FSK 12 Filmlänge 103 min Land Frankreich Kinostart 05.05.2011 DVD-Start 30.09.2011 Blu-ray-Start 30.09.2011 Verleih Alamode Film |
Story
Lily ist anders. Sie lebt in ihrer eigenen fantastischen und bunten Welt. Ihre Mutter lässt sie ihre Tagträumereien ausleben. Lilys Leben folgt keinem bestimmten Rhythmus, sie tut, wozu sie gerade Lust hat. Als Lilys Mutter stirbt, ändern sich die Dinge. Ihre Schwester Clare, mit einem Anwalt verheiratet, kommt aus Paris, um sich um sie zu kümmern, doch schnell zeigt sich, dass ein Leben zwischen Lilys Welt und der Pariser Kanzlei nicht funktioniert. Claras Mann findet bald, dass man für die verrückte Schwester „eine Lösung“ finden muss, bringt sie doch das Leben von Clara und ihm gehörig durcheinander. Doch Clara ist dazu nicht bereit. Sie gibt ihre Stelle auf und zieht für eine Weile zu Lily. Durch sie bekommt Claras Leben plötzlich wieder Farbe und sie begreift, dass es nicht unbedingt Lily ist, die sich anpassen muss...
Schauspieler
Diane Kruger, Ludivine Sagnier, Denis Menochet, Brigitte Catillon, Jaques Spiesser, Anne Benoît, Jean-Pierre Martins, Gaëtan Gallier, Reda Kateb, Côme Levin, Anny Romand, Arnaud Duléry
Filmkritik von Melanie Frommholz
„Barfuss auf Nacktschnecken“ ist ein Film, in den man sich emotional wunderbar fallen lassen kann. Die Geschichte erzählt einfühlsam den Selbstfindungstrip von Clara wie auch ihre Annäherung an ihre verrückte Schwester, die sich in vielen Dingen als gar nicht so verrückt entpuppt. Vielmehr ist Lily oft aufrichtiger als manch anderer Mensch und hat nicht verlernt auf ihre Bedürfnisse zu achten. Mit der Zeit begreift man die Welt immer mehr durch ihre Augen und beginnt sich zu fragen, wie verrückt eigentlich unser Anpassungswahn an all die Erwartungen ist, von denen wir denken, dass wir sie erfüllen müssen. Die Kamera schwelgt dabei in poetischen und detailverliebten Bildern. Ein wenig fühlt man sich wie Pippi Langstrumpf in der Villa Kunterbunt, nur dass Pippi alias Lily nun erwachsen ist. Fabienne Berthaud bricht mit „Barfuss auf Nacktschnecken“ eine Lanze für viele Themen: Für den Einklang mit der Natur, die Toleranz, die Liebe und für ein selbstbestimmtes Leben. Sie schafft es dabei Leichtigkeit mit Tiefgang zu verbinden, auch wenn sich die Entwicklung der Geschehnisse letzten Endes nicht immer realistisch und auch vorhersehbar gestalten. Dadurch, dass man als Zuschauer der Entwicklung von Clara gedanklich immer ein paar Schritte voraus ist, wirkt ihre Abkehr von ihrem angepassten Leben in die Länge gezogen. Ein Eindruck, den der Film mit seinem Charme und den vielen schrulligen Einfällen teilweise wett macht. Die Filmemacherin stellt dabei ganz auf ihre gefühlsmäßige Botschaft ab und nimmt dafür erzählerische Schwächen in Kauf.
Diane Kruger und Ludivine Sagnier erwecken in „Barfuss auf Nacktschnecken“ das ungleiche Schwesternpaar Clara und Lily zum Leben. Die beiden sind für diese gegensätzlichen Parts gut gewählt. Besonders Sagnier geht in ihrer verrückten Rolle sehr authentisch auf und gibt Lily nie der Lächerlichkeit preis.
„Freu Dich deines Leben mit all Deinen Sinnen“ - Letztlich gelingt es „Barfuss auf Nacktschnecken“ trotz kleiner erzählerischer Schwächen eine Atmosphäre zu schaffen, die mit dieser Botschaft berührt und den Zuschauer emotional abholt. Das macht den Film zu einer wundervollen, farbigen Pause vom grauen Alltagtrott.
Der Film ist die zweite Spielfilmarbeit der Regisseurin und Drehbuchautorin Fabienne Berthaud.