Zarte Parasiten

Filmplakat Zarte Parasiten
Regie Christian Becker, Oliver Schwabe  Drehbuch Christian Becker, Oliver Schwabe  Produzent Juliane Thevissen 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 89 min
Land Deutschland, 2009  Kinostart 09.09.2010  DVD-Start 25.03.2011  Verleih Lighthouse Home Entertainment

Story

Die beiden jungen Erwachsenen Jakob und Manu haben ihren ganz eigenen Weg gefunden, um ihr Leben zu leben. Sie sind ausgestiegen, haben die Gesellschaft und ihre Regeln weit hinter sich gelassen, um nun nach ihren eigenen Gesetzen zu leben. Derzeit hat es sich das junge Liebespaar in einem Zelt, umgeben von Wäldern und Wiesen, in der Nähe einer Kleinstadt gemütlich gemacht. Während Manu tagsüber eine einsame, ältere Frau pflegt und sich dadurch ein bisschen Kleingeld verdient, hat Jakob ein Ehepaar mittleren Alters ins Auge gefasst. Martin und Claudia haben vor Jahren ihren Sohn verloren und sind noch immer nicht über den Verlust hinweggekommen. Das ist genau einer jenen Momente, in denen Jakob und Manu ins Spiel kommen: Sie verstehen sich als Dienstleister, die sich fremden Menschen anbieten, um deren tiefsten Sehnsüchte zu stillen...

Schauspieler

Zarte Parasiten Robert Stadlober, Sylvester Groth, Maja Schöne, Corinna Kirchhoff, Gerda Böken, Max Timm, Rainer Laupichler, Paul Nickel, Ludo Schotte, Tom Schilling

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Ms Zarte Parasiten Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Regisseure Christian Becker und Oliver Schwabe zusammenarbeiten. Bereits 2004 brachten sie uns das Drama „Egoshooter“ mit dem deutschen Nachwuchsstar Tom Schilling in die Kinos. Für ihre zweite Zusammenarbeit „Zarte Parasiten“ holten sie 2009 Robert Stadlober, Sylvester Groth und die bislang eher unbekannte Nachwuchsdarstellerin Maja Schöne mit ins Boot. Es sind vor allem auch diese drei deutschen Schauspieler, die ein festes Fundament für den Film bilden, auf dem sich langsam ein Sozialdrama der besonderen Art errichten kann. Die Darsteller liefern in der inneren Zerrissenheit ihrer Figuren ein differenziertes und glaubhaftes Schauspiel ab, das der eigentlich sehr ruhig inszenierten Geschichte die nötige Intensität verleiht. Visuell eingefangen und festgehalten wird dieses besondere Zusammenspiel von einer Kamera, die sich nahe herantraut und dabei immer wieder faszinierende, aber auch emotionale berührende Bilder hervorbringt. Als Zuschauer wird man daher schnell zum mitfühlenden Teil der Geschichte; will keine Sequenz, keinen Augenaufschlag verpassen. Immer mehr spielt „Zarte Parasiten“ letztlich auch mit der Positionierung des Zuschauers und dessen Einordnungsversuch der Geschichte. Immer mehr gerät man ins Wanken – ist sich nicht sicher, ob die Geschichte nun Traum oder Alltag ist. Letztlich will „Zarte Parasiten“, die Geschichte über zwei jugendliche Aussteiger, die sich als „zarte Parasiten“ in das Leben fremder Menschen einnisten, wohl beides sein. Diese Gratwanderung gelingt dem Sozialdrama von der ersten bis zur letzten Szene vorzüglich. Ein kluger Film, der toll unterhält!

Wissenswertes

Zarte Parasiten Tom Schilling hat in "Zarte Parasiten" nur einen Gastauftritt als Straßenmusiker.



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