Brothers & Sisters (TV-Serie) - Staffel 1

Brothers & Sisters - Season 1

Filmplakat Brothers & Sisters (TV-Serie) - Staffel 1
Regie Ken Olin, Matt Shakman, Tucker Gates, Allison Liddi, Fred Toye, Lawrence Trilling, Michael Lange, David Petrarca, Sandy Smolan, Michael Schultz, Gloria Muzio, David Paymer, Jason Moore, Michael Morris  Drehbuch Jon Robin Baitz, Marti Noxon, Emily Whitesell-Sind, Craig Wright, David Marshall Grant, Molly Newman, Jessica Mecklenburg, Greg Berlanti, Marc Guggenheim, Clifford Olin, Peter Calloway, Alison Schapker, Monica Breen  Produzenten Michael Morris, Sherri Cooper-Landsman 
Genre TV-Serie  FSK 12  Filmlänge 946 min
Land USA, 2006-2007  DVD-Start 24.03.2011  Verleih Walt Disney Pictures

Story

Die Großfamilie Walker ist unzertrennlich, auch wenn es des öfteren Mal Streit und Reibereien gibt. Doch letztendlich kehren die fünf Kinder, ihre Ehepartner und Kinder alle immer wieder nach Hause zu Nora und William zurück. William Walker führt schon seit vielen Jahren ein sehr erfolgreiches Familienunternehmen und überträgt auch seinen Kindern Thomas und Sarah immer mehr Verantwortung, während Kitty als Radioreporterin in New York lebt und der jüngste Sohn Justin US-Soldat ist, der nach seinem Kampfeinsatz in Afghanistan traumatisiert ist und immer wieder der Drogensucht verfällt. In dieser heiteren aber auch schwierigen Zeit, kommt die Familie zu einem Geburtstag wieder zusammen. Dabei erleidet William einen Herzinfarkt und stirbt überraschend. Nach seinem schockierenden Tod kommen viele Dinge, die man so nie erwartet hätte, ans Licht, die sowohl den Familienbetrieb als auch Williams Privatleben betreffen. Jetzt steht die Familie vor ihrer größten Zerreisprobe...

Schauspieler

Brothers & Sisters (TV-Serie) - Staffel 1 Sally Field, Calista Flockhart, Rachel Griffiths, Ron Rifkin, Dave Annable, Balthazar Getty, Matthew Rhys, Sarah Jane Morris, John Pyper-Ferguson, Matthew Settle, Patricia Wettig, Josh Hopkins, Michael Beach, Kerris Dorsey, Maxwell Perry Cotton, Luke Macfarlane, David Burke, Treat Williams, Marika Dominczyk, Robert Foxworth, Keri Lynn Pratt, Tyler Posey, Ryan Michelle Bathe, Roxy Olin, Jason Lewis, Maxwell Perry Cotton, Peter Coyote, Emily VanCamp, Eric Winter, Michael Nouri, Susan Sullivan, Stana Katic, Jenna Elfman, Tom Skerritt, Rob Lowe

Kritik von Sascha Koch

Sascha vergibt 6 von 5 Ms Brothers & Sisters (TV-Serie) - Staffel 1 Die Institution Familie ist im Leben eines jeden von uns allgegenwärtig – gleich ob mit positiven oder negativen Gefühlen verbunden. Die Familie ist ein Ort, an dem die komplette Bandbreite menschlicher Emotionen zusammenkommt und zusammenwirkt: Von inniger Liebe und Zuneigung, über Misstrauen und Neid, bis hin zu Wut und Hass. Dass es die unterschiedlichsten Konstellationen an Familien gibt, und dass man auch nicht immer schöne Erfahrungen mit seiner Familie teilt, dürfte klar sein. Doch wenn es bei „Brothers & Sisters“ eine Hauptaussage gibt, dann die, dass es uns doch immer wieder nach Hause zurückzieht, und dass Familienbande über kurz oder lang stärker sind, als die meisten widrigen Umstände.
„Brothers & Sisters“ ist ganz klar eine Serie im Stile einer Seifenoper. Jedoch liegt der Anspruch hierbei sehr viel höher, als man es aus einschlägigen Nachmittagsprogrammen gewohnt ist. Diese Tatsache zu erkennen, dauert seine Zeit, da man tatsächlich klischeehafte bis ultrakitschige Unterhaltung bester amerikanischer Manier erwartet. Doch „Brothers & Sisters“ gibt sich gar nicht erst die Mühe, eine perfekte Familie oder ein perfektes Leben zu zeigen. Tatsächlich erkennt man nur allzu oft seine eigene Familie in den Walkers wieder. Reibereien, Konflikte, Vertrauensbrüche, Neid. Keine Familie kann sich solchen Thematiken entziehen und so auch nicht die Walkers. Die Serie zeigt aber auch klar auf, dass wenn Familienbande erst einmal stark genug sind, nichts auf der Welt sie mehr trennen kann. Egal was ist, egal was war: Letztendlich bleibt der Bruder einfach der Bruder und die Schwester einfach die Schwester.
Die Thematik „Familie“ behandelt „Brothers & Sisters“ auf eine überraschend tiefgründige und vor allem sehr nahegehende sowie berührende Art und Weise. Wirklich jede einzelne Episode ist vollgepackt mit Emotionen und kann den Zuschauer ein ums andere Mal zu Tränen rühren. Zugegebenermaßen driftet die Serie dabei ab und an etwas ins Melodramatische, doch über die meiste Zeit bleibt „Brothers & Sisters“ trotz etwaiger nicht ganz so realistischer Züge, zu jeder Zeit glaubhaft und nachvollziehbar. Durch das große Ensemble wird die Geschichte der Familie Walker auf vielen Ebenen, durch viele Charaktere und viele Blickwinkel erzählt. Die erste Staffel spinnt Handlungsbögen in alle möglichen Richtungen, die sich perfekt in das Gesamtbild der 23 Episoden einfügen. Wenn man erst einmal raus hat, wer nun zu wem gehört, bekommt man eine sehr komplexe und erstklassig erzählte Serie geboten.
Vor allem aber die Darsteller verleihen der Serie so viel Wärme, Geborgenheit und Ehrlichkeit. Emmy-, Golden Globe- und OSCAR-Preisträgerin Sally Field ist das Herzstück der Serie. Ihr Schauspiel ist schlichtweg ehrfurchtgebietend. Die Darstellung der Mutter von fünf Kindern in der schwierigsten Phase ihres Lebens beherrscht die erfahrene Schauspielerin perfekt. Ihr Schauspiel zwischen Freude und Kummer ist beeindruckend differenziert und die Emotionen, die sie transportiert, sind wuchtig. Von einer Sekunde auf die andere vermag sie es, ihre Darstellung um 180 Grad zu drehen und von Gefühlsausbrüchen in Lachanfälle überzugehen. Sally Field ist einfach unbeschreiblich gut und ist die einzig richtige Wahl für diese Rolle. Nora Walker zeigt auch, dass die Mutter die Person ist, die die Fäden in der Hand hält und der die, manchmal recht undankbare, Aufgabe zufällt, die Familie immer in ruhige Gewässer zu steuern - was bei Gott häufig nicht so einfach ist. Doch letztendlich merkt man auch hier, dass es nicht darauf ankommt, wie gut dies gelingt, sondern dass schon der aufrichtige Versuch zählt, als Mutter sein Bestes zu geben. Für den wichtigsten Job der Welt, gibt es nämlich nur ein Patentrezept: viel Liebe.
Aber auch der restliche Cast ist teilweise atemberaubend und durchweg überzeugend. Calista Flockhart ist durchweg unterhaltsam und spielt ihre Rolle der eigentümlichen und verletzlichen Republikanerin fantastisch. Rachel Griffiths brilliert in ihrer Rolle der berufstätigen Mutter, Ron Rifkin beweist, dass er offensichtlich nicht nur Bösewichte spielen kann, und der junge Dave Annable bietet diesen vielen großen Namen in seiner Rolle des traumatisierten Soldaten schauspielerisch auf sehr bewegende Weise die Stirn. Dies sind nur ein paar Beispiele einer durchweg sympathischen, authentischen und hochwertigen Besetzung.

Ansonsten kann man nur sagen, dass bei „Brothers & Sisters“ alles richtig gemacht wurde. Von schreiend komischer Situationskomik, Wortwitz und Humor, bis hin zu waschechten Tragödien, umfasst die Serie die komplette Palette familiärer Wirklichkeit. Dabei ist die Serie enorm unterhaltsam, durchweg aufregend und hält viele Wendungen bereit. Zwar gilt der Spruch „Eine Familie ist in Ordnung, wenn man den Papagei unbesorgt verkaufen kann“ bei den Walkers nicht, doch genau das ist auch das Gute daran. Familie bedeutet nicht immer Friede und Freude, doch letztendlich ist es wichtig, dass man immer wieder auf einen Nenner kommt und die Familienbande bestehen bleiben. So steht Familie Walker als Sinnbild für viele Familien überall auf der Welt, sodass sicher jeder Zuschauer ein Stück seiner eigenen Erfahrungen mit Familie in der Serie wiederfinden wird. Den Vorwurf, eine Seifenoper zu sein, schmettert „Brothers & Sisters“ mit der bloßen Übermacht ihrer Qualität, die für sich selbst spricht, gnadenlos ab. Von Anfang bis Ende generiert die erste Staffel Humor und Drama allererster Güte und unterhält auf hohem Niveau. Auch wenn die Serie etwas in diese Richtung gehen soll, übertrifft sie doch oberflächliche Formate wie „Grey´s Anatomy“ mit ihrer ehrlichen Tiefgründigkeit und den Emotionen hinter diesen fabelhaften Schauspielern. Lacher, Gänsehaut und Tränen sind hier vorprogrammiert. Einfach etwas für die Seele!

Wissenswertes

Brothers & Sisters (TV-Serie) - Staffel 1 Die erste Pilotepisode wurde vom Sender abgelehnt und nicht ausgestrahlt. Die zweite Fassung wurde schließlich am 24.09.2006 auf ABC ausgestrahlt. Die 23 Episoden der ersten Staffel erzielten im Schnitt sehr gute 11,0 Millionen Zuschauer. In Deutschland waren die ersten Episoden mit unterdurchschnittlichen Quoten auf Pro7 zu sehen, weshalb die Serie abgesetzt wurde.

Schöpfer der Serie sind Ken Olin und Jon Robin Baitz. Der ehemalige Produzent von „Alias“, Ken Olin, arbeitet dabei wieder mit Ron Rifkin und Balthazar Getty zusammen, die schon Hauptrollen in „Alias“ hatten. Außerdem ist Olins Ehefrau Patricia Wettig in einer großen Nebenrolle sowie seine Tochter in einer kleinen Gastrolle in Episode 12 zu sehen. Der Sohn, Cliff Olin, dient der Serie als Autor.

Eigentlich sollte Betty Buckley die Hauptrolle übernehmen, doch schlussendlich übernahm Sally Field die Rolle der Nora Walker.

Episodenguide:
• Geburtstag
• Der letzte Wille
• Affären
• Das Familienportrait

• Die Praktikantin
• Ein gelungen verpfuschter Abend
• Northern Exposure
• Schmerzliche Erinnerung

• Die Rettung
• Hiobsbotschaft
• Familientag
• Sex und Politik

• Tag der Wahrheiten
• Valentinstag
• Beziehungskrisen
• Die andere Schwester

• Emotionales Chaos
• Drei Partys
• Der Spieleabend
• Schlechte Nachrichten

• Früchte des Zorns
• Schwere Entscheidung
• Die Verlobungsparty

Auszeichnungen

Brothers & Sisters (TV-Serie) - Staffel 1 Emmy Nominierungen:
Beste Nebendarstellerin (TV-Serie – Drama) – Rachel Griffiths, Bestes Casting

Gewonnene Emmys
Beste Hauptdarstellerin (TV-Serie – Drama) – Sally Field

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