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In Darkness
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Regie
Agnieszka Holland
Drehbuch
David F. Shamoon
Produzenten
Leander Carell, Wojciech Danowski, Eric Jordan, Patrick Knippel, Juliusz Machulski, Steffen Reuter, Paul Stephens
Genre Kriegs-Drama FSK 12 Filmlänge 144 min Land Deutschland, Polen, Frankreich, Kanada, 2011 Kinostart 09.02.2012 DVD-Start 21.09.2012 Verleih NFP |
Story
1943: die polnische Stadt Lvov wurde von den Nazis besetzt. Die Juden verrichten ihre Arbeit im Lager oder leben alternativ zusammengepfercht und ausgeliefert im Ghetto. Als das Ghetto von den Nazis gesäubert wird, gelingt es einer Gruppe von Juden zu fliehen. Auf ihrer Flucht laufen sie dem polnischen Dieb Socha über den Weg. Dieser, selbst in ärmlichen Verhältnissen lebend, lässt sich von dem Angebot der Juden verführen: sollte er ihnen einen sicheren Unterschlupf gewähren und sie täglich versorgen, werden sie ihn für seine Dienste bezahlen. Socha führt die Juden in die Kanalisation, wo er sie fortan beinahe täglich mit Nahrung versorgt. Doch der Krieg will nicht enden und nach einigen Monaten haben die Juden all ihre Mittel aufgebraucht, weshalb sie Socha für seine Dienste nicht mehr bezahlen können…
Schauspieler
Robert Wieckiewicz, Benno Fürmann, Agnieszka Grochowska, Maria Schrader, Herbert Knaup, Marcin Bosak, Krzysztof Skonieczny, Milla Bankowicz, Oliwer Stanczak, Kinga Preis, Weronika Rosati, Alexandre Levit, Frank-Michael Köbe, Joachim Paul Assböck
Filmkritik von Kathrin Lang
Regisseurin und Drehbuchautorin Agnieszka Holland hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach mit ihren filmischen Auseinandersetzungen mit dem Holocaust auf sich aufmerksam gemacht. Nach dem Drama „Bittere Ernte“, das 1985 als deutscher Beitrag für den besten ausländischen Film bei den OSCARs nominiert wurde, erhielt Holland 1990 für das Drama „Hitlerjunge Salomon“ eine Nominierung für den OSCAR in der Kategorie „Bestes Drehbuch“. Mit „In Darkness“ liefert sie 2012 erneut ein Holocaustdrama ab und sorgt damit erneut auch in Hollywood für Aufmerksamkeit: als Auslands-Beitrag wird dieses Drama von Polen ins Rennen um die Trophäe geschickt.
Die wahre Geschichte rund um eine Gruppe Juden, die während der nationalsozialistischen Besatzung von Kanalarbeiter Socha über 14 Monate versteckt und versorgt werden, inszeniert Agnieszka Holland mit einer bitteren Intensität. Vor allem durch die Kamera, die in den engen Räumen der Kanalisation immer nah dran ist und klaustrophobiesche Bilder einfängt, wird „In Darkness“ zu einem unbequemen Flüchtlingsdrama. Agnieszka Holland versteht es ihr Drama atmosphärisch so dicht und ergreifend zu gestalten, dass sich schon lange vor dem Abspann starke Emotionen wie Fassungslosigkeit, Schauder und enormem Mitleid im Publikum breit machen.
„In Darkness“ zeichnet sich jedoch vor allem auch dadurch aus, dass Holland es dem Zuschauer nicht leicht macht empathisch Position zu beziehen: sind in anderen Filmen dieses Subgenres Kategorien wie Gut und Böse festgeschrieben und schier unantastbar, bricht Holland mit den einfachen Zuschreibungen und entfacht damit spannende Auseinandersetzungen. Wer Täter und wer Opfer ist, bleibt während „In Darkness“ eine immerzu präsente Frage, die den Zuschauer mit all ihren Facetten bis zum Abspann beschäftigt.
Mit 144 Filmminuten ist „In Darkness“ ziemlich lange geraten. Gleichzeitig braucht das Holocaustdrama diese Länge jedoch, um seine Stärken in ganzem Ausmaß zu entfalten. Die Wirkung der finsteren Kameraaufnahmen scheint sich mit jeder vergangenen Minute zu intensivieren. Ein noch lange nachhallender Beitrag zum Thema Vergangenheitsbewältigung.
Agnieszka Holland schickte 1985 mit "Bittere Ernte" bereits einen ihrer Filme ins Rennen um den OSCAR für den besten ausländischen Film.

