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Bel Ami
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Regie
Declan Donellan, Nick Ormerod
Drehbuch
Rachel Bennette
Produzent
Uberto Pasolini
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 102 min Land Großbritannien, Italien, Frankreich Kinostart 03.05.2012 Verleih STUDIOCANAL |
Story
Als der ehemalige Soldat Georges Duroy 1890 in Paris ankommt, hat er nichts und er ist ein Nichts. Der Zufall will es, dass er seinen alten Waffengenossen Charles Forestier in einer Kneipe trifft. Forestier, der es mittlerweile in der Stadt zu Ansehen und Geld gebracht hat, führt Georges in die Gesellschaft ein und seine faszinierende Frau Madeleine verhilft ihm zu einem Job bei der Zeitung. Georges erkennt dank Madeleine schnell, dass es die Frauen sind, die ihm in der Stadt der Liebe die Türen öffnen können. Schamlos nutzt er bald sein gutes Aussehen und seinen Charme, um Beziehungen zu knüpfen und nach oben zu kommen. Vorzugsweise schläft er dafür mit den Frauen einflussreicher Männer. Als Charles Forestier an Tuberkulose stirbt und Madeleine einwilligt ihn zu heiraten, wähnt sich Georges Duroy am Ziel seiner Träume angekommen. Doch er muss bitter erfahren, dass er das Spiel um Macht, Sex und Geld nicht gut genug spielt. Noch nicht…
Schauspieler
Robert Pattinson, Uma Thurman, Christina Ricci, Kristin Scott Thomas, Colm Meaney, Philip Glenister, James Lance, Natalia Tena, Holliday Grainger
Filmkritik von Melanie Frommholz
Der Roman „Bel Ami“ von Guy de Maupassant gehört zu den Literaturklassikern und hat bereits mehrere Verfilmungen erlebt. Mit der Drehbuchautorin Rachel Bennette und dem Regie-Gespann Declan Donnellan und Nick Ormerod, das hier sein Spielfilmdebüt gibt, haben sich drei Neulinge in der Kinobranche an eine Neuadaption gewagt. Mit durchwachsenem Erfolg. Optisch kann „Bel Ami“ wirklich überzeugen. Eine opulente Ausstattung und exzellente Kostüme lassen das Paris von 1885 lebendig werden. Inhaltlich und inszenatorisch haben die drei jedoch wenig gewagt. Die Geschichte des Emporkömmlings Georges Duroy, der sich als Mann nach oben schläft und dabei keine Skrupel kennt, sich die Gefühle der Frauen zu Nutze zu machen, strotzt vor Möglichkeiten, in eine Welt hinter die schöne Fassade von Rang und Ansehen abzutauchen und in die schmerzvollen Abgründe von Machtgier, politischen Ambitionen, Intrigen und missbrauchter Liebe zu blicken. Spannende menschliche Untiefen und Verstrickungen, die der Film letztlich nur oberflächlich auslotet. “Bel Ami“ ist nett anzusehen, bleibt bis auf einige Bettszenen aber brav und schöpft sein Potential zu wenig aus. Letztlich wäre das vielleicht nur ein kleiner Wermutstropfen gewesen, wenn in der Rolle des Georges Duroy ein charismatischer und präsenter Darsteller den Film durch diese Schwächen getragen hätte. Declan Donnellan und Nick Ormerod setzten mit Robert Pattinson auf einen Shootingstar und Teenie-Liebling. Pattinson, der Rolle für Rolle gegen sein Twilight-Image ankämpft, bleibt jedoch zu blass und austauschbar. Weder fühlt man wirklich mit ihm, noch hasst man ihn, noch versteht man, warum die Damen so auf ihn fliegen. Mit Christina Ricci, Uma Thurman und Kristin Scott Thomas hat Pattinson, für ihn tragischerweise, außerdem drei äußerst ausdruckstarke Miminnen an seiner Seite, die ihr Handwerk verstehen.
Wer wagt, gewinnt. Declan Donnellan und Nick Ormerod haben diesen Ausspruch leider zu wenig beherzigt. Ihre Adaption bleibt zu konventionell und strahlt leider auch nicht durch seinen Hauptdarsteller.
"Bel Ami" ist die Neuverfilmung von Guy de Maupassant gleichnamigen Roman. 
