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Leb wohl, meine Königin!
Les adieux à la reine
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Regie
Benoît Jacquot
Drehbuch
Benoît Jacquot, Gilles Taurand
Produzenten
Jean-Pierre Guérin, Kristina Larsen, Pedro Uriol
Genre Drama FSK 6 Filmlänge 100 min Land Frankreich, Spanien Kinostart 31.05.2012 DVD-Start 05.10.2012 Blu-ray-Start 05.10.2012 Verleih Capelight |
Story
Das Schloss Versailles im Juli 1789. Am Hof König Ludwigs XVI. leben die Menschen scheinbar unberührt von den Unruhen in Paris. Der Hunger hat das Volk dort bereits auf die Straßen getrieben und die Französische Revolution steht kurz vor ihrem brutalen Ausbruch. Doch die Gerüchte über die Unruhen in der Hauptstadt gelangen nur spärlich in die Flure und Gemächer. Hier interessiert man sich mehr für den neusten Klatsch über die Geliebte der Königin Gabrielle de Polignac. Auch die Königin Marie Antoinette selbst scheint die schlechten Nachrichten lieber zu verdrängen und lässt sich von ihrer Vorleserin, der jungen und ihr ganz ergebenen Sidonie, Prosa vortragen. Als Geschichten über den Sturm auf die Bastille die Runde machen, beginnen die ersten Adeligen ihre Flucht zu planen, doch Sidonie will nicht daran glauben und hält verzweifelt am höfischen Alltagsgeschehen fest…
Schauspieler
Léa Seydoux, Diane Kruger, Noémie Lvovsky, Virginie Ledoyen, Xavier Beauvois, Michel Robin, Julie-Marie Parmentier, Lolita Chammah, Marthe Caufman, Vladimir Consigny
Filmkritik von Melanie Frommholz
„Leb wohl, meine Königin!“ wählt einen ungewöhnlichen Blickwinkel auf die letzten Stunden vor dem Ausbruch der Französischen Revolution – den einer Bediensteten und am politischen Geschehen Unbeteiligten und gewinnt einem viel behandelten Thema damit noch einmal neue Eindrücke ab. Dem französische Filmemacher Benoît Jacquot, der nicht nur Regie führte, sondern auch das Szenario nach einer Buchvorlage von Chantal Thomas mit entwarf, gelingt ein interessanter und fein beobachteter Einblick in das abgeschottete höfische Leben, in dem der Adel und seine Diener wie in einer surreal angehauchten Blase fernab der Realität die Anfänge der Revolution lange ignorierten. Es ist ein Blick in eine Welt, die gänzlich auf zwei Menschen ausgerichtet ist. Eine Welt mit einer befremdlichen, allgegenwärtigen Öffentlichkeit und illustren Bewohnern. Benoît Jacquot inszeniert die Eindrücke der Vorleserin Sidonie atmosphärisch und mit einer opulenten Ausstattung aber auch ohne nennenswerte Höhepunkte in der Handlung. Einem gemalten Stillleben gleich, fasziniert „Leb wohl, meine Königin!“ mit seiner optischen Detailfülle und langweilt mit seiner zunehmenden Spannungsarmut. An den Darstellerinnen liegt es nicht, dass man sich den einen oder anderen Blick auf die Uhr bald nicht verkneifen kann. Diane Kruger gibt eine unberechenbare Marie Antoinette und Léa Seydoux, die mit „Midnight in Paris“ und zuletzt „Mission: Impossible - Phantom Protokoll“ schon international punkten konnte, eine präsente und sehr überzeugende Sidonie.
Letztlich gelingt es Benoît Jacquot zu wenig mit seinem Kammerspielt die sich anbahnenden Bedrohung und ausbrechende Panik, die den Hof einholt, packend genug einzufangen und damit den Zuschauer so nachhaltig zu fesseln.
Das Drehbuch basiert auf einem Roman von Chantal Thomas. 2012 lief "Leb wohl, meine Königin!" als Eröffnungsfilm der Berlinale.