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Wie zwischen Himmel und Erde
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Regie
Maria Blumencron
Drehbuch
Maria Blumencron
Produzenten
Jörg Bundschuh, Markus Fischer
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 98 min Land Deutschland, Schweiz Kinostart 31.05.2012 DVD-Start 06.12.2012 Verleih Prokino |
Story
Die junge Medizinstudentin Johanna kommt nach Tibet, um einen Achtausender zu bezwingen, doch dann verändert die Begegnung mit dem kleinen einheimischen Jungen Tempa alles. Ohne es zu wollen befindet sich die Deutsche plötzlich näher am Zentrum der politischen Auseinandersetzung zwischen Tibet und China als ihr lieb sein kann. Schon bald wird aus einem anfänglichen Abenteuer und der interkulturellen Begegnung eine Reise voller Gefahren, die Johannas Leben für immer verändern wird…
Schauspieler
Hannah Herzsprung, David Lee McInnis, Yangzom Brauen, Sangay Jäger, Carlos Leal, Sonam Norbu Gaphel
Filmkritik von Melanie Frommholz
1959 ging das Oberhaupt des buddhistischen Glaubens, der Dalai Lama ins Exil. Seither haben über 100.000 Menschen versucht aus Tibet über die Berge nach Indien zu fliehen. Viele fanden dabei den Tod. Viele von ihnen sind Kinder. Im täglichen Nachrichtengeschehen sind die Fluchttragödien aus Tibet schon lange keine Meldung mehr wert und so wurde der Konflikt zwischen Tibet und China und seine Folgen an den Rand der internationalen Aufmerksamkeit gedrängt. Für die Filmemacherin Maria Blumencron trifft das nicht zu. Tibet und insbesondere das Schicksal der Kinder dort hat sie zum zentralen Thema ihrer bisherigen Arbeit gemacht und alleine dafür ist ihr großer Respekt zu zollen. Nach drei Dokumentationen und einem Buch betritt die Regisseurin mit „Wie Zwischen Himmel und Erde“ Neuland und gibt ihr Spielfilmdebüt. Mit durchwachsenem Erfolg. Die Geschichte, die sie erzählt, und für die sie auch das Drehbuch schrieb, wirkt trotz der Dramatik der Ereignisse streckenweise kühl, immer etwas hölzern und gerade zu Beginn holprig inszeniert. Auch eine facettenreichere Figurenzeichnung hätte man sich gewünscht. Blumencrons Charaktere bleiben oft bloße Projektionsfläche der größeren, alles beherrschenden Problematik, obwohl sie versucht ihnen mehr Konturen zu geben. Man merkt „Wie zwischen Himmel und Erde“ an, dass Maria Blumencron bei den Spielfilmen noch nicht zu Hause ist.
Dank der sympathischen und beherzt spielenden Darsteller, die die Figuren mit Leben füllen, kann man darüber aber doch oft hinwegsehen. Hauptdarstellerin Hannah Herzsprung gilt als beste Darstellerinnen ihrer Genreration. Warum das so ist, zeigt sie auch in diesem Film, den sie über weite Strecken fast alleine trägt.
„Jeder kommt aus einem bestimmten Grund nach Tibet.“ Dank Maria Blumencrons kommen wir Tibet auch im Kinosessel ein Stück näher. Ihr Film bringt uns eine verdrängte Tragödie zurück ins Blickfeld und wirbt mit grandiosen Landschaftsaufnahmen und strahlenden Kinderaugen für die karge Schönheit des Landes und die Kultur seiner Menschen. Zusammen mit den guten Darstellerleistungen kam so trotz der Schwächen in der Inszenierung und bei der Ausarbeitung der Figuren schlussendlich doch noch ein durchschnittliches Endergebnis heraus.
Der Film ist das Spielfilmdebüt von Maria Blumencron. Von der ersten Idee bis zum fertigen Film dauerte das Projekt über zehn Jahre. 