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Faust
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Regie
Alexander Sokurow
Drehbuch
Juri Arabow, Alexander Sokurow, Marina Korenewa
Produzent
Andrei Sigle
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 138 min Land Russland, Deutschland, 2011 Kinostart 19.01.2012 DVD-Start 08.05.2012 Blu-ray-Start 08.05.2012 Verleih Ascot Elite |
Story
Mit Entsetzen muss der Gelehrte Faust feststellen, dass ihm alle wissenschaftlichen Erkenntnisse und all sein Wissen, das er an der Universität erworben hat, im tatsächlichen Leben und Dasein nur wenig von Nutzen sind. Sein Ziel ist es nun also herauszufinden, wie die Welt und das Leben wirklich funktionieren. Zu diesem Zweck schließt er mit Gottes Gegenspieler Mephisto einen verhängnisvollen Pakt und begibt sich daraufhin als Forscher auf den Weg zur Erkenntnis. Zielstrebig und verbissen wie er ist, vergisst er dabei jedoch jede Moral und Ethik…
Schauspieler
Johannes Zeiler, Anton Adasinskiy, Isolda Dychauk, Georg Friedrich, Hanna Schygulla, Antje Lewald, Florian Brückner, Sigurdur Skúlason, Maxim Mehmet, Andreas Schmidt
Filmkritik von Kathrin Lang
Johann Wolfgang von Goethes literarisches Werk „Faust“ erfuhr in den vergangenen Jahrzehnten schon zahlreiche filmische Auseinandersetzungen. Immer wieder wagten sich Regisseure an den weltbekannten Stoff. Was der russische Regisseur Alexander Sokurow aus dem ersten Teil von „Faust“, mit Einflüssen und fragmentarischen Übernahmen aus dem zweiten Teil, macht, ist jedoch eine vollkommen andere Herangehensweise und eine neuartige Verarbeitung des Themas. Anstatt der von Goethe vorgegebenen Dramaturgie streng Folge zu leisten, zerlegt Alexander Sokurow die literarische Vorlage in ihre Einzelteile und setzt die einzelnen Fragmente der Geschichte neu zusammen. Diese sehr freie Herangehensweise an einen altbekannten Stoff, eröffnet dem Zuschauer interessante neue Perspektiven.
Einfach macht es Alexander Sokurow seinem Zuschauer jedoch gewiss nicht. Sein „Faust“ ist höchst anspruchsvolles Kino, das sicherlich nicht auf klassische Weise unterhält. Die surreal anmutende Erzählung, die durch eine intensive Bildsprache und eine strenge formale Gestaltung geprägt ist, fordert von dem Zuschauer immer wieder höchste Aufmerksamkeit.
Alexander Sokurows Neuinterpretation des traditionellen Literaturstoffes ist ein skurriles, aber mutiges Unterfangen, auf das sich der Zuschauer einlassen muss, um Gefallen daran finden zu können.
"Faust" wurde bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.