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Dein Weg
The Way
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Regie
Emilio Estevez
Drehbuch
Emilio Estevez
Produzenten
David Alexanian, Emilio Estevez, Julio Fernández
Genre Drama FSK 0 Filmlänge 123 min Land USA, Spanien Kinostart 21.06.2012 DVD-Start 09.11.2012 Blu-ray-Start 09.11.2012 Verleih Koch Media |
Story
Schon seit Längerem stehen sich der erfolgreiche Augenarzt und Hobbygolfer Tom Avery und dessen Sohn Daniel nicht sonderlich nahe. Als Daniel eines Tages verkündete seine Dissertation abzubrechen und stattdessen lieber auf Reisen in ferne Länder zu gehen, konnte sein Vater dafür kaum Verständnis aufbringen und entließ seinen Sohn in unterkühlter Stimmung in Richtung Europa. Umso schlimmer trifft es Tom nun, als er einen Anruf von einem französischen Polizisten erhält, der Tom die tragische Botschaft von Daniels Tod übermittelt. Tom lässt in Amerika sofort alles stehen und liegen, um den Körper seines Sohnes zu sich nach Hause zu holen. Vor Ort erfährt Tom, dass sein Sohn am ersten Tag auf dem Jakobsweg ums Leben kam. Kurz entschlossen begibt sich Tom an Daniels Stelle auf die Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela. Mit dabei hat er die Asche seines Sohnes…
Schauspieler
Martin Sheen, Deborah Kara Unger, James Nesbitt, Yorick van Wageningen, Emilio Estevez, Tchéky Karyo, Spencer Garrett, Matt Clark, Ángela Molina,
Filmkritik von Kathrin Lang
Spätestens seit Hape Kerkelings Erlebnisbericht „Ich bin dann mal weg“, der millionenfach über die Ladentheken ging, hat der Jakobsweg bei uns in Deutschland einen immens hohen Bekanntheits-, aber auch Beliebtheitsgrat erreicht. Nachdem das Buch 2006 veröffentlicht wurde, stieg die Zahl der deutschen Pilger auf dem Jakobsweg um 71 Prozent an. Mit „Dein Weg“ bekommen wir 2012 nun einen fiktionalen Erlebnisbericht von einem Pilger auf der Reise nach Santiago de Compostela im Kino serviert. Ins Leben gerufen wurde das Filmprojekt von Emilio Estevez, der hier als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent sowie Schauspieler fungiert und der mit Martin Sheen seinen Vater als Hauptdarsteller mit ins Boot geholt hat. Sheen selbst pilgerte einst tatsächlich für einige Tage auf dem Jakobsweg und gilt auch fernab davon als religiöser Mensch. Ähnlich wie bereits Kerkelings Abhandlung „Ich bin dann mal weg“ ist jedoch auch „Dein Weg“ widererwartend kein Bekehrungsfilm, der seinem Zuschauer die religiösen Aspekte des Pilgerns zu jeder passenden Gelegenheit nahebringt, sondern eine sehr menschliche Geschichte, die sich dem Thema „Abschied nehmen“ auf sehr berührende Weise annimmt und die nebenbei nicht nur von einer Vater-Sohn-Beziehung erzählt, sondern auch von zwischenmenschlichen Beziehungen im Allgemeinen, von Lebensschicksalen und von großen sowie kleinen Veränderungen.
Mit „Dein Weg“ begibt sich der Zuschauer zusammen mit den Protagonisten des Films auf eine beinahe meditative Reise, die in Frankreich startet und nach vielen gelaufenen Kilometern am Zipfel Spaniens endet. Seine besondere Wirkung erzielt Emilio Estevez‘ Film durch die vielen tollen Landschafsaufnahmen, aber auch durch ein gutes Gefühl für Tempo und Atmosphäre im Allgemeinen. „Dein Weg“ ist sehr distanziert gefilmt und spart große emotionale Höhepunkte bewusst aus. Auch Martin Sheen wirkt in seiner Rolle eher in sich gekehrt, jedoch niemals unnahbar. Für gesprochene Worte sind dennoch eher seine Kollegen verantwortlich, die in ihren Rollen der Mitreisenden für die nötige Abwechslung sorgen. Die gute Mischung und Zusammenstellung unterschiedlicher Charaktere kommt „Dein Weg“ immer wieder zu gute, gelingt es Emilio Estevez dadurch doch nicht nur tragische Töne anzuschlagen, sondern auf sehr natürliche Weise immer wieder auch lustige Höhepunkte zu setzen. Durch die unaufgeregte Erzählweise und durch die daraus auf sehr natürliche Weise entstehende Atmosphäre nimmt die Geschichte den Zuschauer sehr schnell sehr stark ein. Am Ende des Jakobswegs ist man den vier Reisenden und dem einen Mitreisendem im Herzen ungeheuer nahe gekommen und fühlt bei dem Schritt mit ihnen.
Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler Emilio Estevez ist der Sohn von Martin Sheen.