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Babycall
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Regie
Pål Sletaune
Drehbuch
Pål Sletaune
Produzent
Turid Øversveen
Genre Horror-Thriller FSK 16 Filmlänge 96 min Land Norwegen, Deutschland, Schweden Kinostart 12.07.2012 DVD-Start 14.02.2013 Verleih NFP |
Story
Nachdem sich Anna aus den Fängen ihres Ehemanns befreit hat, kann sie zusammen mit ihrem kleinen Sohn Anders endlich ein neues Leben beginnt. Doch so einfach funktioniert das nicht, denn Anna ist noch immer verängstigt von der Vergangenheit und schafft es nicht ihre Ängste in der neuen Stadt einfach abzulegen. In dem anonymen Wohnblock entwickelt Anna ungesunde Beschützerinstinkte, die es ihr nicht erlauben, ihren Sohn aus den Augen zu lassen. Um auch nachts sicher gehen zu können, dass es Anders gut geht, kauft sie ein Babyphon. Als andere Geräte in naher Umgebung die Frequenz überlagern, wird sie Zeuge von brutaler Gewalt. Die brutalen Stimmen, die aus dem Babyphon dringen, deuten auf einen Mord hin…
Schauspieler
Noomi Rapace, Kristoffer Joner, Vetle Qvenild Werring, Stig R. Amdam, Maria Bock, Torkil Johannes Swensen Høeg
Filmkritik von Kathrin Lang
Mit der Rolle der Lisbeth Salander in den Verfilmungen der „Millennium-Trilogie“ von Stieg Larsson gelang Noomi Rapace der Durchbruch. Mittlerweile ist auch Hollywood auf die schwedische Mimin aufmerksam geworden, wo sie 2012 unter anderem in Ridley Scotts „Alien“-Prequel „Prometheus“ zu sehen sein wird. Trotz weltweitem Erfolg ist Rapace jedoch auch dem skandinavischen Film treu geblieben und übernimmt nach „Besser Zeiten“ (2011) in „Babycall“ erneut die Hauptrolle. Nicht zuletzt durch diese Rolle wird zunehmend offenbar, dass sich Noomi Rapace zu einer Schauspielerin gemausert hat, von der wir noch lange viel zu sehen bekommen werden.
Wie schon in den vorherigen Filmen zieht Noomi Rapace auch in „Babycall“ mit ihrem schauspielerischem Talent und ihrer ungeheuren Leinwandpräsenz viel der Aufmerksamkeit auf sich. Als junge Mutter Anna, die sich an der Grenze zwischen Realem und Surrealem bewegt, überzeugt sie erneut mit einer facettenreichen und spannenden Darstellung. Die innere Zerrissenheit und der Wahnsinn, auf den sie durch ihre immense Liebe zu ihrem Sohn Anders unweigerlich zusteuert, vermag sie zu jeder Zeit glaubhaft vor der Kamera umzusetzen. Noomi Rapaces immens gute Leistungen bedeuten für „Babycall“ mehr als die halbe Miete und machen aus dem Psychothriller einen spannenden und nervenaufreibenden Film.
Während Noomi Rapace von der ersten Szene an in ihrer Rolle überzeugt, entspinnt Regisseur und Autor Pål Sletaune parallel eine sehr vielseitige Geschichte, die immer wieder auf Horrorelemente setzt, dazwischen jedoch ebenso Sozialstudie wie Drama ist. Die größte Kraft schöpft Pål Sletaune aus der glaubhaften Vermischung dieser Elemente, die „Babycall“ nicht nur zu einem nervenaufreibenden Horrorfilm mit guten Schockmomenten macht, sondern auch zu einem bewegenden Drama über Familie, Zuneigung und die immense Liebe zu einem Kind. Gegen Ende wird jedoch zunehmend der Eindruck erweckt, Sletaune habe sich zu viel aufgehalst – jedenfalls gelingt es ihm nicht, mit einem erzählerisch lückenlosen Finale aufzuwarten. Zuvor hantiert er jedoch überaus glaubhaft mit einer überzeugenden Geschichte, bei der sich der Zuschauer niemals sicher sein kann, ob er sich nun in der Wirklichkeit befindet oder doch im mysteriös Unwirklichen.
Der Film wurde im Original mit englischen Untertiteln gesehen und bewertet.
