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Rum Diary
The Rum Diary
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Regie
Bruce Robinson
Drehbuch
Bruce Robinson
Produzenten
Johnny Depp, Christi Dembrowski, Tim Headington, Graham King, Robert Kravis, Anthony Rhulen
Genre Komödie FSK 12 Filmlänge 119 min Land USA Kinostart 02.08.2012 DVD-Start 18.01.2013 Blu-ray-Start 18.01.2013 Verleih Wild Bunch |
Story
Wir schreiben das Jahr 1959, als der aufstrebende Journalist Paul Kemp nach Puerto Rico kommt, um bei der kleinen Zeitung „The San Juan Star“ anzuheuern. Seine Aufgabe ist es, frischen Wind in das marode Blatt zu bringen, doch die förmlich in Rum getränkte Atmosphäre der Karibikinsel lässt Paul schnell auf Abwege geraten. Sein Chef Lotterman ist davon alles andere als begeistert, und er kündigt deshalb Paul kurzerhand das Hotelzimmer. Der schlüpft daraufhin bei seinem neuen Kollegen, dem verlotterten Sala unter, der in seiner maroden Unterkunft außerdem mehrere Kampfhähne und einen Alkoholiker beherbergt.
Plötzlich interessiert sich der windige Unternehmer Sanderson ziemlich auffällig für Paul – er zeigt ihm die Insel, lädt ihn in seine luxuriöse Strandvilla ein und macht ihn mit seiner Frau Chenault bekannt. Sanderson ist ein Baulöwe und möchte eine kleine Insel in ein Urlaubsparadies mit jeder Menge Hotelanlagen verwandeln. Kemp soll nun in seinem kleinen Blatt Stimmung für das – selbstverständlich illegale – Projekt machen. Doch nicht genug damit, dass Paul sich Hals über Kopf in die sexy Chenault verliebt – eigentlich ist das illegale Bauvorhaben so gänzlich gegen seine Überzeugung…
Schauspieler
Johnny Depp, Aaron Eckhart, Michael Rispoli, Amber Heard, Richard Jenkins, Giovanni Ribisi, Amaury Nolasco, Marshall Bell, Bill Smitrovich, Julian Holloway, Bruno Irizarry, Enzo Cilenti
Filmkritik von Stefanie Rufle
„Rum Diary“ bietet erneut eine Paraderolle für den einfach nur göttlich spielenden Johnny Depp, der hier einmal mehr den Antihelden und Loser zum Besten geben darf. Dass er das aus dem Effeff beherrscht, hat er ja schon des Öfteren unter Beweis gestellt, dennoch ist es auch hier wieder ein echter Genuss, dem Schauspieler dabei zuzusehen, wie er sich selbst so gar nicht ernst nimmt. Wenn während der Anfangsszene noch Bedenken herrschen, das könne eine erneute „Jack Sparrow“-Rolle für Depp sein, lässt man sich schnell eines Besseren belehren – denn trotz der vielen komischen Facetten dieser Figur blitzen immer wieder die ernsten und sehr tragischen Seiten durch. Auch wenn es zu Anfang nicht ganz leicht fällt zu erkennen, in welche Richtung und vor allem in welchem Genre sich dieser Film eigentlich bewegt, ist „Rum Diary“ am Ende doch ein herrliches Schurkenstück der alten Schule, das mit gescheiterten Existenzen, abgewrackten Typen und einem Helden voller guter Ideale nur so um sich wirft. Es fließt Rum in rauen Mengen, schlimme Kater am nächsten Morgen und wilde Kämpfe wechseln einander ab – und natürlich deutet sich eine zwar einfache, aber dennoch romantische Liebesgeschichte an.
Ganz sicher hat Drehbuchautor und Regisseur Bruce Robinson das Rad nicht neu erfunden mit dieser Geschichte, in der der Held in einen moralischen Konflikt gerät, an dem er schließlich erwachsen werden muss. Doch Umsetzung und Inszenierung sind in jedem Fall absolut gelungen, überraschen mit jeder Menge wirklich witziger Momente und wundervoll fotografierter Bilder. Aaron Eckhart überzeugt einmal mehr als durchtriebener Bösewicht, wohingegen die Rolle von Amber Heard als sexy Chenault als eher zweitrangig zu bezeichnen ist.
Insgesamt ist „Rum Diary“ ein wirklich witziger Film mit ernsten Untertönen geworden, dem man lediglich vorwerfen kann, dass es ihm nicht konsequent gelungen ist, die verschiedenen Ansätze völlig stimmig in Szene zu setzen, was dazu führt, dass man sich als Zuschauer manchmal etwas verloren in der ganzen Geschichte mitbewegt.
Wissenswertes
„Rum Diary“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des legendären Reporters Hunter S. Thompson, dem der Film auch gewidmet ist. Thompson hatte den Roman, der 1998 erschien, bereits Anfang der Sechzigerjahre geschrieben. Er revolutionierte in den Sechzigerjahren den Journalismus und war ein großartiger Chronist der Hippie-Zeit. Johnny Depp war mit ihm befreundet und war an seiner Beerdigung, nachdem er sich 2005 das Leben genommen hatte.
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