Ab 23.5.: Der Dieb der Worte

 

Der nächste Tatort in der ARD:
20. Mai: Unvergessen

 

Kinostart: Epic - Verborgenes Königreich

 

Kinostart: Evil Dead

 

Kinostart: Der große Gatsby

 

Der Vorname

Le Prenom

Filmplakat Der Vorname
Regie Alexandre de La Patellière, Matthieu Delaporte  Drehbuch Matthieu Delaporte  Produzenten Dimitri Rassam, Jérôme Seydoux 
Genre Komödie  FSK 12  Filmlänge 109 min
Land Frankreich, Belgien, 2012  Kinostart 02.08.2012  DVD-Start 14.12.2012  Blu-ray-Start 14.12.2012  Verleih Warner Bros. Pictures

Story

Als der erfolgreiche Immobilienmakler Vincent an diesem Abend zum Abendessen zu seiner Schwester Élisabeth und deren Mann Pierre kommt, ahnt er noch nicht, dass sich dunkle Wolken über diesem Treffen zusammenbrauen. Auch Claude, der Jugendfreund von Vincent und Élisabeth sind gekommen. Vincent, gerade in den Mittvierzigern, wird das erste Mal Vater und so erzählt er, während alle auf seine sich ständig verspätete Frau Anna warten, vom Stand der Dinge. Alle ziehen Vincent etwas auf, doch dann gibt er Preis, für welchen Namen sich Anna und er für das Ungeborene entschieden haben und löst damit Entsetzten und heftige Entrüstung bei den Anwesenden aus…

Schauspieler

Der Vorname Patrick Bruel, Valérie Benguigui, Charles Berling, Guillaume de Tonquedec, Judith El Zein, Françoise Fabian, Yaniss Lespert, Miren Pradier, Alexis Leprise, Juliette Levant, Bernard Murat

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 5 von 5 Ms Der Vorname 2011 brachte uns Roman Polanski mit „Der Gott des Gemetzels“ nicht nur vier großartige Schauspieler in absoluter Bestform auf die Leinwand, sondern lieferte auch eine bissige und geniale Analyse und Demaskierung gesellschaftlicher Mechanismen und zivilisierter Werte. Vier Menschen, eine Wohnung und eine Situation, die immer mehr entgleist. „Der Vorname“ arbeitet mit genau dem gleichen Szenario, auch wenn die beiden Regisseure Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte das Kammerspielhafte nicht so konsequent beibehalten wie Kollege Roman Polanski. Auch wenn man nicht wirklich überrascht ist, welcher Vorname hier einen Sturm der Entrüstung auslöst, ist „Der Vorname“ keineswegs langweilig oder ein Abklatsch seines Genrevetters. Matthieu Delaporte, der auch das Drehbuch schrieb, hat sich humorvoller, aber nicht weniger treffend als Polanski mit dem Fallen von Masken beschäftigt. Allerdings im Kreise jener, die uns nahe stehen: enge Freunde und die Familie. Wo Polanski auf ätzende Zuspitzung setzt, bleiben die Franzosen aber charmanter und versöhnlicher. Der Qualität ihres Filmes tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil. „Der Vorname“ wirkt immer wie aus einem Guss.

Neid, Eifersucht, unausgesprochene Vorwürfe und nachlassende Achtsamkeit finden in den treffsicheren Dialogen ebenso ihren Platz wie liebevolle Frotzeleien und versteckte Anschuldigungen. Nur wenn man sich wirklich gut kennt, kann man sich zielgenau im Innersten verletzen. Fehlende Selbstreflektion, Egoismus, verlorenes Vertrauen, das alles entlarvt „Der Vorname“ in spielender Leichtigkeit, mit feinfühliger Beobachtungsgabe und dem richtigen Gefühl für Nuancen und Timing. Die Wogen der Dialogschlacht schlagen mal hierhin, mal dorthin und werden getragen von fünf großartigen und authentischen Schauspielern. Patrick Bruel, Valérie Benguigui, Charles Berling, Guillaume de Tonquedec und Judith El Zein sind präsent ohne sich gegenseitig an die Wand zu spielen, leben ihre Figuren ausdruckstark und jederzeit glaubwürdig. Es ist großartig ihnen dabei zu folgen, wenn Stück für Stück alte Geheimnisse und unausgesprochene Vorwürfe ans Licht kommen. Sie transportieren die emotionale Seite dieses Filmes in mitreißender Art und Weise.

„Der Vorname“ ist ein kluges Psychogramm über die Dynamik von Beziehungen, und die Entlarvung eigener Fehler und Schwächen. Der Film vergisst dabei aber nicht auch humorvolle Unterhaltung zu bleiben. Tiefgang trifft hier auf äußerst ansprechende und kurzweilige Art und Weise auf Humor und Anspruch.

Wissenswertes

Der Vorname Der Film ist nach einer Pause von sechs Jahren die zweite Regiearbeit von Matthieu Delaporte. Bereits für sein Debüt arbeitete Delaporte mit Alexandre de La Patellière zusammen.

Der Film wurde im französischen Original gesehen und bewertet.



Besucherbewertung
5.0 / 5  (1 vote)

Kommentare

+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.