Ab 23.5.: Der Dieb der Worte

 

Der nächste Tatort in der ARD:
20. Mai: Unvergessen

 

Kinostart: Epic - Verborgenes Königreich

 

Kinostart: Evil Dead

 

Kinostart: Der große Gatsby

 

Simon

Simon och ekarna

Filmplakat Simon
Regie Lisa Ohlin  Drehbuch Marnie Blok  Produzenten Leander Carell, Marc-Daniel Dichant, Sveinung Golimo, Per Holst, Patrick Knippel, Steffen Reuter 
Genre Kriegs-Drama  FSK 12  Filmlänge 121 min
Land Schweden, Deutschland  Kinostart 05.07.2012  DVD-Start 23.01.2013  Verleih Farbfilm

Story

Der kleine Simon Larsson wächst unter armen Verhältnissen in einer Kleinstadt in der Nähe von Göteborg auf. Seine Eltern sind einfache Leute, die jedoch zufrieden sind mit dem was sie haben. Nur Simon ist irgendwie anders und je älter er wird, desto mehr zeigt und entwickelt er Interessen, die ihn in seinem Leben in eine anderer Richtung als in die seiner Eltern leiten. Früh entwickelt er den Wunsch eine bessere Schule zu besuchen. Bald schon interessiert er sich für Geschichte und entwickelt eine Leidenschaft zur Musik. Beides Bereiche, die er mit seinen Eltern, die eher handwerklich veranlagt sind, nicht teilt.
Auf der neuen Schule lernt Simon den gleichaltrigen Juden Isak kennen, der schon bald zu seinem besten Freund wird. Die beiden sind unzertrennlich, bis der Zweite Weltkrieg ausbricht und Isak unter der Angst leben muss, verfolgt und nach Deutschland deportiert zu werden. Während Isaks Mutter den Verstand verliert und sein Vater, der wohlhabende Buchhändler Ruben Lentov, mit der großen Verantwortung alleine überfordert ist, nehmen sich Simons Eltern dem Jungen an. Zu viert leben sie in dem kleinen Haus am Stadtrand von Göteborg. Ruben kommt regelmäßig zu Besuch und wird somit auch langsam zu einem Teil der Familie.

Vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs verflechten sich die Schicksale zweier Familien allmählich miteinander – und damit einhergehend auch zwei vollkommen unterschiedliche Lebenswelten.

Schauspieler

Simon Bill Skarsgård, Jonatan S. Wächter, Jan Josef Liefers, Helen Sjöholm, Stefan Gödicke, Karl Linnertorp, Karl Martin Eriksson, Erica Löfgren, Katharina Schüttler

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Ms Simon Die Romanverfilmung des Bestsellers „Simon“ von Autorin Marianne Fredriksson erzählt zunächst eine Geschichte, wie wir sie schon viele Mal im Kino gesehen haben: als der Zweite Weltkrieg ausbricht, verändert sich das Leben zahlreicher Leute und die tragischen Ereignisse des Krieges, wirken sich auf die Zukunft ganzer Familien aus. Anstatt sich jedoch wie üblich auf die prekären Kriegsjahre zu fokussieren und nur einen kleinen Teilaspekt des Geschehens zu beleuchten, ist „Simon“ viel umfassender. Das schwedisch-deutsche Kriegsdrama ist von vorneherein als Familienepos angelegt, das die Jahre vor und die Jahre nach dem Krieg ebenso thematisiert wie die Kriegszeit selbst. Vieles dreht sich dabei um Geheimnisse, die innerhalb einer Familie für Jahre und Jahrzehnte bewahrt werden und um viele Worte, die für ebenso lange Zeit unausgesprochen sind. „Simon“ betrachtet überwiegend die Auswirkungen des (Ver)Schweigens und die weitreichenden Folgen von fehlgeleiteter Kommunikation und zeichnet entlang der daraus entstehenden Probleme eine tragische Familienhistorie nach.

Eine besondere Position innerhalb des Genres nimmt „Simon“ auch ein, weil die Geschichte nicht vom Brandherd Deutschland aus erzählt wird, sondern in Schweden angesiedelt ist. Die gebrochene Perspektive aus dem Ausland ermöglicht dem Zweite Weltkriegs-Drama eine Beobachtung, die sich auf andere Dinge als „nur“ die Judenverfolgung und -deportation fokussieren kann. Nicht nur gefühlte, sondern tatsächliche hunderte von Kilometer von den Konzentrationslager und Hitler entfernt, haben wir es bei „Simon“ mit einer Erzählung zu tun, die eine gesonderte Sichtweise einnimmt und den Schwerpunkt ganz ungezwungen auf andere Problematiken, die mit dem Krieg verbunden sind, legen kann.

Getragen wird das sensible Drama von fantastischen Kameraaufnahmen, die sich der Erzählung toll anschmiegen, und hervorragenden Schauspielern, die den Wandel, den die Figuren über all die Jahre vollziehen, hervorragend vor der Kamera umsetzen. Besonders Jan Josef Liefers sticht in der Rolle des Ruben hervor. Für „Simon“ soll der Mime extra Schwedisch gelernt haben. Doch auch über diese Leistung hinaus, bleibt die Darstellung von Liefers als die nachhaltigste im Gedächtnis. Nicht grundlos wurde er für sein Spiel mit dem Schwedischen Filmpreis für die beste Nebenrolle ausgezeichnet.

Wissenswertes

Simon „Simon“ basiert auf dem gleichnamigen Weltbestseller von Marianne Fredriksson, der in über 25 Sprachen übersetzt wurde. Regisseurin Lisa Ohlin adaptierte den Roman für die Leinwand. Sie selbst hat eine persönliche Verbindung zu der Thematik. Während des Zweiten Weltkriegs floh die Familie ihrer Mutter von Berlin nach New York.



Besucherbewertung
5.0 / 5  (1 vote)

Kommentare

+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.