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Wir wollten aufs Meer

Filmplakat Wir wollten aufs Meer
Regie Toke Constantin Hebbeln  Drehbuch Toke Constantin Hebbeln, Ronny Schalk  Produzenten Manuel Bickenbach, Alexander Bickenback, Nico Hofmann, Ariane Krampe, Jürgen Schuster 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 117 min
Land Deutschland  Kinostart 13.09.2012  DVD-Start 17.04.2013  Blu-ray-Start 17.04.2013  Verleih Wild Bunch

Story

1982, Rostock: Die zwei Freunde Cornelis und Andreas arbeiten am Rostocker Hafen und haben eigentlich nur eines Sinn: eines Tages als Matrosen auf hohe See stechen und die Welt erobern. Gerade als sie ihrem Ziel ganz nahe sind, überredet Andreas seinen Kumpel dazu, mit der Stasi zusammenzuarbeiten, um das Lebensziel endlich erfüllen zu können. Cornelis lässt sich zunächst auf den Deal ein und plant, zusammen mit Andreas einen ihrer Kollegen am Hafen, der einen Fluchtversucht plant, zu verpfeifen. In letzter Minute macht Cornelis jedoch einen Rückzieher. Als der Kollege beim Fluchtversuch in den Westen dennoch festgenommen wird, ist klar, wer ihn verraten hat. Fortan sind die Wege, die die einst dicken Freunde nun gehen, sehr unterschiedlich…

Schauspieler

Wir wollten aufs Meer Alexander Fehling, August Diehl, Ronald Zehrfeld, Sven Gerhardt, Phuong Thao Vu, Sylvester Groth, Thomas Lawincky, Hans-Uwe Bauer, Rolf Hoppe, Sebastian Hülk

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms Wir wollten aufs Meer Mit „Wir wollten aufs Meer“ inszeniert Toke Constantin Hebbeln ein deutsches Politdrama, das das kommunistische System der DDR nachzeichnet und inmitten des Staates einen Blick auf zwei gute Freunde wirft, die angesichts der allmählich alles umfassenden Stasiüberwachung zwei vollkommen unterschiedliche Wege einschlagen. Hebbeln geht überaus effektiv vor, indem er tragische Einzelschicksale sorgsam durchleuchtet und dabei ganz offenbar macht, welch erschreckendes politisches System der DDR zugrunde lag. Dass dies so gut funktioniert, liegt, neben den vielen gestochen scharfen Dialogen, vor allem an den beiden grandios aufspielenden Hauptdarstellern Alexander Fehling („Goethe“) und August Diehl („Die kommenden Tage“), die ihre klaren Charakterzüge mit viel Gefühl ausloten und vor der Kamera umsetzen. Immer wieder entsteht der Eindruck, die beiden hätten ihre Figuren mit all ihren Ecken und Kanten tief verinnerlicht, wodurch ihr Spiel zu jeder Zeit authentisch erscheint. In den Reihen der Nebendarsteller ist es erneut Ronald Zehrfeld, der hervorsticht und der trotz relativ wenig Screentime auch nach dem Abspann mit seinem überzeugenden Schauspiel in Erinnerung bleibt.
Am Schluss ist es eigentlich nur das Alltägliche, das man an „Wir wollten aufs Meer“ ein bisschen vermisst. Hebbeln fokussiert sich ein wenig zu stark auf seine sehr extremen Fallbeispiele und vergisst nebenbei, das eher alltägliche Leben in der DDR vorzuführen. Vielleicht ist es auch dieser Punkt, der „Wir wollten aufs Meer“ nicht an seinen filmischen Themengenossen „Das Leben der anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck heranreichen lässt.

„Wir wollten aufs Meer“ ist ein Film, der sehr wirkungsvoll davon erzählt, wie vor dem Hintergrund des politischen Systems der DDR aus Freunden ganz plötzlich Feinde werden und der den Zuschauer mit vielen spannungsgeladenen und tragischen Momenten fesselt.

Wissenswertes

Wir wollten aufs Meer "Wir wollten aufs Meer" ist der Debütfilm von Toke Constantin Hebbeln.



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