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Cosmopolis

Filmplakat Cosmopolis
Regie David Cronenberg  Drehbuch David Cronenberg  Produzenten Paulo Branco, Martin Katz 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 108 min
Land Kanada, Frankreich  Kinostart 05.07.2012  DVD-Start 29.10.2012  Blu-ray-Start 29.10.2012  Verleih Falcom Media

Story

Der 28jährige Eric Packer gehört zu Oberschicht New Yorks und vermutlich zu den reichsten Männern der Welt. Sein Geld verdient er mit Spekulationen, die er eiskalt berechnend durchführt. Als er am Morgen eines Tages beschließt, zum Friseur am anderen Ende der Stadt gehen zu wollen, begibt er sich auf eine Odyssee durch das Herz von New York. Der amerikanische Präsident ist in der Stadt, weshalb die Straßen gesperrt sind – gefüllt nicht nur mit Autos, sondern auch mit Demonstranten und dem üblichen „Straßenvolk“. Ohne wirklich vorwärts zu kommen, erledigt Packer sein alltägliches Geschäft im Innenraum seiner luxuriös ausgestatteten Limousine. Er trifft sich dort nicht nur mit seinem Arzt, sondern unter anderem auch zu Diskussionen und zum Gedankenaustausch mit seiner Cheftheoretikern, mit seiner Kunsthändlerin und seinem IT-Chef. Als er am Ende eines langen Tages beim Friseur ankommt, ist sein Leben gänzlich aus dem Gleichgewicht geraten…

Schauspieler

Cosmopolis Robert Pattinson, Juliette Binoche, Sarah Gadon, Mathieu Amalric, Samantha Morton, Paul Giamatti, Jay Baruchel, Kevin Durand, K'Naan, Emily Hampshire, Philip Nozuka

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Cosmopolis Als Don DeLillo 2003 den Roman „Cosmopolis“ veröffentlichte feierte man ihn zunächst als Kapitalismuskritiker und später als Zukunftsvisionär, denn von der großen Finanzkrise und der handfesten Bedrohung des kapitalistischen Systems, von der DeLillo in seinem Roman bereits kurz nach der Jahrhundertwende schreibt, konnte er bis dato noch nichts wissen. Obwohl durch seinen visionären Charakter inhaltlich sicherlich spannend, wurde „Cosmopolis“ jedoch ambivalent von der Leserschaft aufgenommen. Wo die einen ein großes Talent im Umgang mit Sprache und Stil sahen, sprachen andere von einem aufgeblähten Kunstwerk, das erzählerisch kein richtiges Ziel vor Augen zu haben scheint. Ein ähnliches zweigespaltenes Publikum dürfe 2012 auch die gleichnamige Verfilmung von David Cronenberg hinterlassen.

Cronenberg orientiert sich bei der filmischen Umsetzung stark an der Romanvorlage. Beinahe jedes Detail hat er eins zu eins übernommen, weshalb die Schreibphase laut Cronenberg selbst auch nur knapp eine Woche gedauert hat. Dabei herausgekommen ist ein Film, der sich inhaltlich viel Freiraum lässt und bis zum Schluss in vielen Details mehrfach interpretierbar bleibt. Erzählerisch verfolgt „Cosmopolis“ keine klare Linie, jedenfalls folgt die Handlung keiner typischen Erzähllogik innerhalb der eine alles umspannende Spannung, Komik oder Dramatik erzeugt wird. Viel mehr entpuppt sich „Cosmopolis“ als ein Film einzelner starker Moment, die für sich stehen und wirken. Zusammen mit den vielen Leerstellen in der Geschichte und dem breiten Interpretationsfeld wird David Cronenbergs Romanverfilmung zu einem herausfordernden Film, der dem Zuschauer, egal wie er zu dem Gesehenen steht, ungeheuer anstrengt.
Während die einen diese Herausforderung lieben werden und aus den Dialogen große Erkenntnisse zu gewinnen glauben, werden anderen jedoch sicherlich zunehmend resigniert dem entgegenblicken was sich da auf der Leinwand abspielt. Denn so gut manche Momente getroffen sein mögen, letztendlich fehlt es „Cosmopolis“ an Elementen, die alles zusammenhalten und zu einem großen Ganzen formen. Auch die Dialoge entpuppen sich häufig als nur oberflächlich bedeutungsträchtige Worte, die letztlich keine Wirkung erzielen. Die Figuren sind zu unnahbar, als dass man an ihnen etwas Menschliches entdecken könnte, das sie greifbar oder ihr Erleben teilbar machen würde. Allen voran ein Robert Pattinson, der sich in „Cosmopolis“ von seinem Image freispielen möchte, in seiner Rolle jedoch viel zu unnahbar und facettenlos bleiben muss, als dass man in ihm den großen Charaktermimen entdecken könnte. Der erhoffte Befreiungsschlag gelingt ihm als Eric Packer sicherlich nicht – was jedoch viel eher an der Rolle liegt, als an Pattinson selbst.

Wissenswertes

Cosmopolis Dem Drehbuch liegt der gleichnamige Roman des amerikanischen Bestsellerautors Don DeLillo zu grunde.



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