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Erinnerung an meine traurigen Huren
Memoria de mis putas tristes
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Regie
Henning Carlsen
Drehbuch
Jean-Claude Carrière, Henning Carlsen
Produzenten
Vicente Aldape, Nina Crone, Enrique Fernández, Raquel Guajardo, Norbert Llaràs, Jordi Rediu, Leonardo Villarreal
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 97 min Land Mexiko, Spanien, Dänemakr, USA,2011 DVD-Start 13.07.2012 Blu-ray-Start 13.07.2012 Verleih Capelight |
Story
Morgen wird er 90 Jahre alt und zu diesem Anlass will sich der ewige Junggeselle etwas besonders schenken: Eine Nacht mit einer Jungfrau. Der Journalist, der von allen nur "der Weise“ genannt wird, kontaktiert die Bordellbesitzerin Rosa Cabarcas, die ihm auch schon früher bei der Zuführung von Huren behilflich war. Sie findet ein Mädchen für ihn, doch anstatt mit ihr zu schlafen schaut der Alte ihr nur verzückt beim Schlafen zu. Nie hat er sich gefühlsmäßig an eine Frau gebunden, immer nur für die Befriedigung seiner Lust bezahlt, doch nun passiert ihm, womit er nicht gerechnet hat: er verliebt sich. Und plötzlich ist es aus mit der Gelassenheit und der Weisheit. Der Weise entdeckt die Schmerzen der Liebe und hat nun Angst, dass seine Gefühle nicht erwidert werden und ein anderer mit seiner Schönen, die er Delgadina nennt, schlafen könnte. Er beginnt ihr Liebesbriefe zu schrieben, die in der Zeitung erscheinen. Doch dann verschwindet Delgadina plötzlich und mit ihr auch Rosa Cabarcas…
Schauspieler
Emilio Echevarría, Ángela Molina, Geraldine Chaplin, Dominika Paleta, Alejandra Barros, Olivia Molina
Filmkritik von Melanie Frommholz
Lüsternde Fantasie eines alten Mannes oder humorvolle und weise Betrachtung über die Einsamkeit und ein Leben ohne wirkliche Liebe? „Erinnerungen an meine traurigen Huren“ startet mit der provokanten Aussage des 90jährigen: Heute Nacht will ich noch einmal Sex mit einer Jungfrau. Was nun folgt ist jedoch nicht die Geschichte eines geilen alten Mannes auf der Suche nach einem Jungbrunnen, sondern der Rückblick eines Mannes auf sein Leben in emotionaler Einsamkeit. Man merkt dem Film die poetische Tiefe seiner Romanvorlage an, die eine Auseinandersetzung mit dem Älterwerden, Einsamkeit und der Verweigerung von Liebe ist. Man folgt der Geschichte teils amüsiert, teils irritiert und behält immer eine gewisse Reserviertheit gegenüber seiner Hauptfigur, was daran liegt, dass „Erinnerungen an meine traurigen Huren“ sich nicht wirklich mit Motivationen und Beweggründen oder dem morbiden Verlangen des Weisen auseinandersetzt. Die Geschichte behält etwas Fremdes, episodenhaftes, dem die Einbettung in einen inneren gedanklichen Zusammenhang fehlt und der die plötzliche Verliebtheit des Alten glaubwürdiger machen würde. Regisseur Henning Carlsen und Drehbuchautor Jean-Claude Carrière sind im gleichen Lebensabschnitt wie der Weise. Ihre Adaption hat eine durchweg ansprechende, sehnsüchtige und passend melancholische Atmosphäre und schöne Bilder zeigen einen Menschen, der immer für die Befriedigung seiner Lust bezahlt hat. Aus freien Stücken, um sich die Frauen emotional vom Leib zu halten. Nun erkennt er auf seine alten Tage den unschätzbaren Wert der Liebe. Eine romantische wie hoffnungsvolle aber auch tragische Situation, die nichts mit pädophilen Neigungen zu tun hat. Dennoch schafft es der Film, trotz seiner guten Darsteller nicht ausreichend den Zuschauer in die Tiefen des Hauptcharakters mitzunehmen. Der Film zeigt eine Reise zu sich selbst, fesselt aber letztlich zu wenig, weil er es nicht immer schafft ausreichend Nähe zu seinem Hauptcharakter herzustellen.
Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Gabriel García Márquez aus dem Jahr 2004. Für seinen Roman „Hundert Jahre Einsamkeit“ erhielt der Autor 1982 den Nobelpreis für Literatur.
