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Noise
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Regie
Henry Bean
Drehbuch
Henry Bean
Produzenten
Henry Bean, Susan Hoffman
Genre Tragik-Komödie FSK 12 Filmlänge 92 min Land USA, 2007 DVD-Start 01.09.2011 Blu-ray-Start 01.09.2011 Verleih Schröder Media |
Story
David Owen lebt mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter Chris in New York. Er lebt gerne hier, hat einen guten Job und ein nettes Haus. Doch eines Tages rastet der unbescholtene Bürger aus, als nachts um halb vier eine Autoalarmanlage ihm zum wiederholten Mal den Schlaf raubt. David geht raus auf die Straße, schlägt das Fenster des Wagens ein und schaltet die Lärmquelle kurzerhand eigenmächtig ab. Trotz richterlicher Verwarnung kann er fortan nicht anders, als dem Lärm in der Stadt den Kampf anzusagen. Besonders die bei jeder Kleinigkeit immer wieder aufheulenden Alarmanlagen von Autos gehen ihm auf den Geist. Ohne Rücksicht auf die Konsequenzen für sein bürgerliches Leben schaltet er sie fortan aus. Er wird zu einer Art Robin Hood im Kampf der Genervten für mehr Stille und gerät damit direkt in die Schusslinie des selbstverliebten Bürgermeister Schneer.
Schauspieler
Tim Robbins, Bridget Moynahan, William Hurt, Margarita Levieva, Gabrielle Brennan, María Ballesteros, William Baldwin, Eric L. Abrams
Filmkritik von Melanie Frommholz
Auch in seiner zweiten Regiearbeit, für die er erneut das Drehbuch schrieb, beschäftigt sich Filmemacher Henry Bean mit den Themen Idealismus und Obsession. Diesmal allerdings im Gewand einer satirischen Komödie. „Noise“ – der Filmtitel ist hier wahrlich Programm, denn nach all dem Lärm wünscht man sich nach Filmende nur noch eines: Stille. Geschickt macht Henry Bean den Auslöser, der David Owen dazu bringt auszurasten, für den Zuschauer nachfühlbar. Wann wird ein Geräusch zu Lärm und wann wird der Lärm so unerträglich, dass wir uns verletzt fühlen? Haben wir mittlerweile eine Lärmverschmutzung, die an Körperverletzung grenzt und die wir obrigkeitsgläubig und lethargisch einfach hinnehmen, uns an sie anpassen? Das Thema von „Noise“ mag auf den ersten Blick spleenig wirken, wird Lärm doch von jedem individuell anders empfunden – eine Facette, die der Film leider nur anreißt - Henry Bean verpackt damit jedoch einen weit wichtigeren Aspekt: Den, das wir wie Lämmer alles hinnehmen, was eigentlich schon längst die Grenze des Erträglichen überschritten hat. Nach „Inside a Skinhead – The Believer“ beweist er damit erneut eine sichere Spürnase für sozialkritische Themen. Sein Jedermann David Owen wird zum kleinen Helden mit hohem Widererkennungswert, der gegen die Obrigkeit kämpft und damit zum Nachdenken anregt.
Trotz der vielen positiven Momente, des hintergründigen Humors und des guten Themas ist „Noise“ dennoch leider nur ein solider Film geworden. Stärker noch als bei „Inside a Skinhead – The Believer“ holpert die Inszenierung. In diesem Fall durch die Vermengung von Lärmobsession mit Midlife-Crisis-Geschichte. Anstatt die Auseinandersetzung mit dem Bürgermeister zu forcieren, lässt er Owen lieber junge Mädchen verführen. Henry Bean verwässert seine Geschichte damit und nimmt ihr die Schärfe, die ihr gut gestanden hätte. Mit Tim Robbins hätte er auch den richtigen Mann in der Hauptrolle am Start gehabt, der eine konsequentere Zuspitzung des Charakters hin zum Getriebenen sicherlich hervorragend getragen hätte. Im Rahmen der durch das Drehbuch gestreckten Möglichkeiten tut er dies auch. Henry Bean wollte jedoch beides: ironische, unterhaltsame Komödie und Drama, was die Handlung immer wieder schlingern und austauschbar werden lässt.
Wissenswertes
Henry Bean gab mit "Inside a Skinhead - The Believer" 2001 sein Regiedebüt.
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