Luther

Filmplakat Luther
Regie Eric Till  Drehbuch Camille Thomasson, Bart Gavigan  Produzenten Brigitte Rochow, Christian P. Stehr 
Genre Historien-Drama  FSK 12  Filmlänge 123 min
Land Deutschland  Kinostart 30.10.2003  DVD-Start 04.11.2004  Blu-ray-Start 28.01.2011  Verleih United International Pictures

Story

Damit er nicht vom Blitz getroffen wird, schwört der junge Jura-Student Martin Luther mitten in einem Unwetter Mönch zu werden und sein Leben fortan der Kirche zu widmen. Zu diesem Zeitpunkt ahnt er noch nicht, dass er es sein wird, der die Katholische Kirche einmal in ihren Grundfesten erschüttern wird. Luther ist sich und seinem Glauben gegenüber sehr kritisch, so dass der Abt seines Klosters schließlich beschließt, den jungen Mann in diplomatischer Mission nach Rom zu senden, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Doch Rom ist alles andere als eine göttliche Offenbarung für Luther: Reliquientourismus, schwunghafter Ablasshandel und extra Bordelle für den Klerus lassen Martin Luther sehr an "seiner" Kirche zweifeln. Zurück in Deutschland ist er unzufriedener denn je. Und wieder versucht sein Abt ihm zu helfen, da er erkennt, dass der junge Mönch tatsächlich zu Größerem berufen scheint. Er schickt Luther zum Theologiestudium nach Wittenberg. Und dort beginnt, was letztlich zur Spaltung der bis dato allmächtigen römisch Katholischen Kirche führen sollte...

Schauspieler

Luther Joseph Fiennes, Alfred Molina, Jonathan Firth, Claire Cox, Peter Ustinov, Bruno Ganz, Uwe Ochsenknecht, Mathieu Carrière, Benjamin Sadler, Torben Liebrecht, Jochen Horst, Maria Simon

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 4 von 5 Ms Luther „Luther“ ist wahrlich kein Werbefilm für die Katholische Kirche. Die Drehbuchautoren Camille Thomasson und Bart Gavigan sind nicht davor zurückgeschreckt die negativen Auswüchse in der katholischen Kirche deutliche zu benennen und damit Luthers Beweggründe sich gegen seine Kirche zu wenden noch greifbarer werden zu lassen. Es ist erschreckend wie die Religion damals zum bloßen Spielball politischer und besonders finanzieller Interessen verkam. Doch Thomasson und Gavigan sind nicht bei der Betrachtung geschichtlicher Entwicklungen stehen geblieben. Ihre Geschichte lässt auch Raum für den Menschen hinter dem Kirchenreformator. „Luther" wird so zu einer überzeugende Mischung aus den historischen Geschehnissen und einem Blick auf den Mensch und Mann Martin Luther, die auch Platz für Humor lässt und so zu stimmigen und, nach kleineren Anlaufschwierigkeiten, auch spannenden Geschichtsstunde wird. An seinem Beispiel wird einmal mehr klar, dass große Veränderungen auch immer große Verluste fordern und Menschen mit Rückgrat benötigt werden, die für ihre Sache einstehen. Unter der Regie des Engländers Eric Till wird das Biopic „Luther“ auch optisch zu einer opulent ausgestatteten und sehenswerten Geschichtslektion. Joseph Fiennes überzeugt dabei als Luther in den menschlichen wie in den kämpferischen Momenten. Aber auch die Nebenrollen sind hier sehr gut besetzt. Als „einfach göttlich“ kann man einmal mehr nur Sir Peter Ustinov in seiner Rolle als Frederick bezeichnen.



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