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Das Kinojahr 2008 - Unser Rückblick

"Das Ledger-Jahr"

Moviesection blickt auf das Kinojahr 2008 zurück.

Das neue Jahr war gerade einmal 22 Tage alt, da wurden Filmfans auf der ganzen Welt bereits schwer getroffen. Als Heath Ledger in New York an einer Überdosis Schlaftabletten starb, brach nicht nur für seine vielen Fans auf dem ganzen Erdball eine Welt zusammen, sondern auf für jene, die den Mimen für seine vielen verschiedenen Darstellungen respektierten. Kaum im neuen Filmjahr, verstand man auch schon die Welt nicht mehr. Der nur 28 Jahre alt gewordene Schauspieler wird uns fehlen.



Im Januar heizte uns „I am Legend“ mit Will Smith ein und unterhielt viele, viele Fans auf der ganzen Welt überzeugend – auch unsere Besucher fanden den Zombie-Weltuntergangs-Streifen sehenswert. Nur eine Woche später spaltete „P.S. – Ich liebe Dich“ die Nation. Bücherfans wurden überwiegend enttäuscht, jene, die von dem Bestseller noch nie auch nur gehört hatten, verließen begeistert den Kinosaal. Und auch Nicolas Cage durfte seine Fans mit „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ beglücken, während Jack Nicholson und Morgan Freeman in „Das Beste kommt zum Schluss“ begeisterten.

Im Februar kehrte erneut die Superstarkonstellation Julia Roberts & Tom Hanks auf die Leinwände zurück und konnte mit "Der Krieg des Charlie Wilson" einen glaubhaften Film abliefern. Und auch Horrorfans wurden mit „Saw IV“ ruhig gestellt.
Nach „John Rambo“, der von Publikum, als auch von Kritikern erstaunlicherweise nicht verrissen wurde, kehrte das Gespann Tim Burton und Johnny Depp mit „Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“ in unsere Lichtspielhäuer zurück. Fans werden hier besonders glücklich gewesen sein.
Im Februar wurde „No Country for Old Men“ zum besten Film des Jahres bei den OSCARs gewählt und erhielt auch von uns überzeugende Wertungen.

Im März konnte „10.000 B.C.“ nicht sehr überzeugen, dafür aber „Lars und die Frauen“ umso mehr. Auch „Die Welle“ sorgte nicht nur für Gesprächsstoff, sondern auch für mehr als gute Zahlen für den deutschen Film.
Weitere Höhepunkte dieses Monats ist neben „Juno“ auch der Actionstreifen „Jumper“ geworden. Und auch „Half Nelson“ erhielt von unserer Redaktion die volle Punktzahl.

Im April 2008 war im Kino nicht sehr viel Erfolgreiches zu sehen. Von „21“ mit Kevin Spacey und „Der rote Baron“ mit Til Schweiger und Matthias Schweighöfer, über „Street Kings“ mit Keanu Reeves bis hin zu  „Ein Schatz zum Verlieben“ mit Kate Hudson konnte kein Film überragende Zahlen liefern.

Dafür holte im Mai „Iron Man“ nicht nur Robert Downey Jr. aus der Versenkung, sondern läutete auch die Comicverfilmungsära 2008 ein, die mit diesem ersten, großartigen Streifen ihr begeistertes Publikum fand.
Eine Woche später fiel der neue Film der Wachowski-Brothers („Matrix“) "Speed Racer" beim Publikum und der Presse durchweg durch. Unsere Redaktion bewertete den Film vollkommen positiv.
Ebenfalls hoch bewertet wurde die Sommerkomödie „Love Vegas“ mit Ashton Kutcher und Cameron Diaz. Zwei weitere Mai-Highlights waren die  Filme „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ und der heiß –und lang erwartete „Sex and the City“.

Im Juni herrschte wieder Kino-Flaute – Schade! „The Happening“ von M. Night Shyamalan ("The Sixth Sense") und mit Mark Wahlberg besetzt wurde eine herbe Enttäuschung und auch „Die Insel der Abenteuer“ mit Jodie Foster und Gerald Butler oder „Charlie Bartlett“ mit Robert Downey jr. wurden trotz positiver Kritiken nicht zu Kassenhits.

Hancock“ wurde Will Smith’ zweiter Film 2008 und startete im Juli – erneut erfolgreich. Ebenfalls positiv wurde die Comicverfilmung „Der unglaubliche Hulk“ bewertet. Nichts jedoch gegen den Gute-Laune-Film „Mamma Mia!“ mit Meryl Streep in der Hauptrolle. Unfassbar gute Zahlen spielte der großartige Streifen ein.
Nach einer herben Enttäuschung, die wir mit „Akte X - Jenseits der Wahrheit“ erlebten, durfte uns „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ erneut in eine tolle Welt mitnehmen.

Im August kam Julia Roberts’ zweiter Film, „Zurück im Sommer“ in die internationalen Kinos. Der dritte (und hoffentlich letzte) Teil der „Mumie“ wurde von unserer Redaktion gnadenlos verrissen. So etwas wollen wir 2009 nicht noch einmal sehen! Nach der Adam-Sandler-Komödie „Leg Dich nicht mit Zohan an“ an war es endlich soweit: „The Dark Knight“ setzte zum Siegeszug an, begeisterte zahllose Fans auf der ganzen Welt und spielte Zahlen ein, die selbst am Erfolg der „Titanic“ kratzten. Unglaublich gut setzte Regisseur Christopher Nolan seine Comicverfilmung um und setzte dem verstorbenen Heath Ledger ein düsteres und schlicht einmaliges Denkmal. Nur ließ sich so der Verlust des Schauspielers noch schlechter verdauen.

Im September heizten uns Angelina Jolie und James McAvoy in „Wanted“ ein. Nach dem Ben-Stiller-Streifen „Tropic Thunder“ erhielt auch der neue PIXAR-Streifen „Wall-E - Der Letzte räumt die Erde auf“ Bestnoten. Ende dieses Monats startete auch „Der Baader Meinhof Komplex“, der nicht durchweg positiv bewertet wurde.

Im Oktober fand das Gespann George Clooney und Brad Pitt in „Burn after reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?“ leider nicht sein Publikum, und auch „Eagle Eye - Außer Kontrolle“ wurde wenig erfolgreich.
Krabat“-Fans wurden im Oktober ebenfalls nur mäßig befriedigt, als Marco Kreuzpaitners Film startete. Der Film hat nicht der Vorlage entsprochen, was viele Fans mehr als bedauerten.
Hellboy - Die goldene Armee“-Anhänger kamen jedoch voll und ganz auf ihre Kosten und auch die Kids wurden beschenkt:  „High School Musical 3: Senior Year“ und seine Stars kamen endlich auf die große Leinwand.

Im November spaltete „James Bond 007 - Ein Quantum Trost“ die Nation. Die einen überschütteten den neuen Bond mit Lobeshymnen, die anderen benutzten Worte, wie „Das ist kein Bond mehr!“ Wer nun recht hat, ist nicht entschieden, dafür wurde dieser Streifen mehr als erfolgreich.
Ebenfalls im November kehrte Leonardo DiCaprio an der Seite von Russell Crowe mit „Der Mann, der niemals lebte“ auf die deutschen Leinwände zurück. Auch erfolgreich wurde der Speedstreifen „Death Race“ mit Actionstar Jason Statham.

Im Dezember wurde es zuerst mit „Madagascar 2“ komisch, bevor es mit „Tintenherz“ tragisch wurde. Nicht nur, dass die Romanverfilmung mit der Vorlage wenig zu tun hatte, auch die Fans schienen herbe enttäuscht zu sein, was aus ihrem Buch geworden ist.
Ebenfalls in diesem Monat kam auch der neue Til-Schweiger-Film „1 ½ Ritter“ in die Kinos, bevor Hugh Jackman und Nicole Kidman zu Weihnachten mit „Australia“ die Kassen klingeln ließen.



Das deutsche Kinojahr 2008

Ein erfolgreiches deutsches Filmjahr liegt hinter uns. Mit großen Produktionen wie den Literaturverfilmungen „Die Welle“ und „Krabat“ zog der deutsche Film im vergangenen Jahr die Aufmerksamkeit im Land auf sich. Doch nicht jedes groß angekündigte Filmhighlight konnte auch entsprechend überzeugen. Oft waren es die kleinen, leisen Filme, die besonders großen Anklang fanden. Wir blicken zurück: Das deutsche Kinojahr 2008, von Januar bis Dezember, mit seinen filmischen Höhepunkten und Fehltritten.

„Ein erfolgreicher Einstieg!“ – Der Januar

Das deutsche Kinojahr 2008 wurde mit dem von Markus H. Rosenmüller neu erschaffenem Genre, dem „neuen deutschen Heimatfilm“, erfolgreich eröffnet. Gleich am dritten Tag des Jahres hielt der bayrische Erfolgsregisseur mit „Beste Gegend“, dem zweiten Teil einer Trilogie, Einzug in den Lichtspielhäusern. Nach dem Erfolgshit „Wer früher stirbt, ist länger tot“, stieß schon der erste Teil „Beste Zeit“ auf positive Resonanz und so verließen die Zuschauer auch bei „Beste Gegend“ zufrieden den Kinosaal.

Nachdem der Zeichentrickfilm „Kleiner Dodo“ in der Masse unterging, sahen wir mit  „Berlin am Meer“ nach längerer Leinwandabstinenz endlich mal wieder Nachwuchsschauspieler Robert Stadlober in unseren Kinos. Zwar konnte der Mime mit dieser Darstellung nicht ganz an  den Megaerfolg von „Sommersturm“ anknüpfen, liefert aber dennoch überzeugende Arbeit ab.

„DWK sind wieder da!“ – Der Februar

Im Februar durften sich vor allem die jungen Kinogänger freuen. Nach über einem Jahr Pause, flimmerte Teeniestar Jimi Blue Ochsenknecht endlich wieder über die Leinwände und sorgte damit erneut für ordentlich Trubel um seine Person. „Die wilden Kerle“ sind mittlerweile bei Teil fünf der Reihe angekommen und zeigen noch immer kaum Schwäche. Die Fangemeinde ist nicht nur groß, sondern auch treu – weshalb „Die wilden Kerle 5“ wieder in aller Munde war und erneut für vergnügte Teenager sorgte.


„Literaturverfilmung schlägt Wellen!“ – Der März

Im März des vergangenen Jahres war es dann soweit: Die erste groß angekündigte und sehnlichsterwartete Literaturverfilmung „Die Welle“ kam in unsere Kinos. Angeführt von Erfolgsschauspieler Jürgen Vogel, versprach die Verfilmung des bekannten Jugendbuchs aus dem Jahr 1981, ein voller Erfolg zu werden. Die Lichtspielhäuser wurden gestürmt und bereits nach dem ersten Wochenende landete „Die Welle“ auf Platz 1 der Kinocharts. Da konnten selbst die Amerikaner mit ihrem Animationsstreifen „Horton hört ein Hu!“ nicht mithalten, der von der überschwappenden „Welle“ auf Platz 2 verdrängt wurde.

Während „Die Welle“ von Jugendlichen mittlerweile auch in Bussen und Zügen hitzig diskutiert wurde, durften sich die älteren Zuschauer von der Romanverfilmung „Kirschblüten: Hanami“ leise in den Bann ziehen lassen. Angeführt von den zwei hervorragenden Schauspielern Elmar Wepper und Hannelore Elsner, konnte die Tragik-Komödie auf ganzer Linie überzeugen und füllte ebenfalls etliche Kinosäle.

„Klein aber oho!“ – Der April

Groß angekündigt wurde im April die Bestsellerverfilmung „Fleisch ist mein Gemüse“ und „Der rote Baron“. Gerade Letzterem fieberten vor allem Matthias Schweighöfer-Fans entgegen, der in dem Kriegsfilm seine bislang größte Rolle übernahm, die der auch überaus souverän meisterte. Im Großen und Ganzen konnte „Der rote Baron“ auch überzeugen, unter dem Strich hatten sich aber wohl vor allem die Filmschaffenden mehr erwartet. Auch der internationale Erfolg, den man sich für diesen Film gewünscht hatte, blieb leider aus.

„Fleisch ist mein Gemüse“ konnte, obwohl der Streifen nur in wenigen Kinos zu sehen war, dennoch von sich Reden machen. Dem Film vorausgeschickt wurden zahlreiche Lesungen des Buches, die auch „heiß“ auf die Verfilmung machen sollten – die hinterher allerdings nur wenig überzeugen konnte. Endprodukt: Zahlreiche enttäuschte Leser, die sich (mal wieder) von einer Buchverfilmung enttäuschen lassen mussten.

Dafür waren es in diesem Monat die kleinen, nur minimal beworbenen Filme, die überzeugen konnten. Sowohl Moritz Bleibtreu neben dem kurzeitig aufstrebenden Star Lady „Bitch“ Ray in „Chiko“, als auch Max Riemelt in dem Biopic „Laufe um dein Leben - Vom Junkie zum Ironman“ konnten überzeugen und retteten den deutschen Filmmonat April aus dem Hinterhalt.

„Das filmische Sommerloch setzt langsam ein!“  - Der Mai
Der Mai verlief traurig ereignislos. Filme wie „Was am Ende zählt“ und „Ekkelins Knecht“ versprachen zwar Gutes, liefen allerdings kaum in einem Kino an. Der Mangel an Kopien sorgte dafür, dass vor allem Kinogänger aus kleineren Städten, in Sachen „deutsche Filme“, weitgehend leer ausgingen.

„Der Kommissar ist wieder da!“ – Der Juni
Auch der Juni hatte kaum einen deutschen Film im Handgepäck – genauso genommen war es nur einer, der dafür aber umso mehr bedacht wurde. Fans von Falco durften sich freuen, denn verkörpert von der Neuentdeckung Manuel Rubey, wurde die Musiklegende für 109 Minuten wieder lebendig gemacht. Der Untertitel „Verdammt, wir leben noch“ traf die Sache voll auf den Punkt und sorgte damit für Begeisterung.

„Das Sommerloch dauert an!“  - Der Juli

Die kommenden zwei Monate plätscherten mehr vor sich her, als dass sie von sich Reden machten. Mit „Freche Mädchen“ wurde das junge Publikum zwar gut bedient, auch „Selbstgespräche“ und „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ bestätigten den deutschen Film in seinem positiven Aufschwung, doch sonderlich erfolgreich lief keiner dieser Streifen.

Ende August kam mit „Räuber Kneißl“ der zweite Film von Marcus H. Rosenmüller in diesem Jahr in unsere Lichtspielhäuser. Dieses Mal allerdings mit deutlich weniger Erfolg. Wunderten sich einige Fans im Voraus noch über die Tatsache, dass „Räuber Kneißl“ kaum beworben wurde, tat dies im Nachhinein keiner mehr. Mit „Räuber Kneißl“ setzte der Regisseur seiner bisherigen Erfolgssträhne vorerst ein Ende und ließ enttäuschte Fans im Kinosessel zurück.

„… von Sex im Seniorenalter und RAF-Terroristen !“ – der August und September

Nachdem die Tage draußen langsam wieder frischer wurden, ging es im Kino nun endlich wieder heiß her. Zum einen war es jetzt so weit und die groß angekündigte Produktion „Der Baader-Meinhof-Komplex“ kam in die Kinos. Zum anderen machte der bekannte Regisseur Andreas Dresen mit seinem Tabuthema-Film „Wolke neun“ auf sich aufmerksam. Vor allem Ersterer konnte weitgehend die hochgeschraubten Erwartungen des Publikums erfüllen. Zwar bemängelten viele den fragmentarischen Charakter der Geschichtsdarstellung, doch die enorme Masse an Kinogänger, die sich diesen Film keineswegs entgehen lassen wollte, bestätigte die Filmemacher in ihrem Schaffen. Rund 2 Millionen Deutsche haben den Terrorismus der RAF im Kino mitverfolgt.

Ganz so viele Zuschauer hatte das Drama „Wolke neun“ wohl nicht, konnte sich aber dennoch mit positiver Resonanz rühmen. Etliche Kinogänger ließen sich von den zuvor angekündigten Sexszenen mit Menschen reiferen Alters nicht abschrecken und ließen sich auf die intime Kinoerfahrung, mit Garantie auf eine neuartige Perspektive, ein.

 „Krabat, wo bist du?“ – Der Oktober

Eine herbe Enttäuschung mussten begeisterte Otfried Preußler-Leser im Oktober hinnehmen. Die groß angekündigte Kinderbuchverfilmung „Krabat“ konnte der tollen Buchvorlage leider nicht gerecht werden. Wo die niedergeschrieben Zeilen noch eine dichte Atmosphäre heraufbeschworen und eine fesselnde Geschichte erzählt haben, klafften in der dazugehörigen Verfilmung große Lücken. Weite Strecken des Buches wurden schlicht übersehen, wodurch etliche Handlungen unmotiviert erschienen und die 216.431 Leseratten, die sich allein in der ersten Spielwoche den Film ansahen, mit traurigen Mienen den Saal wieder verließen. Offensichtlich wurde das viele Geld, das in diese Buchverfilmung geflossen ist, an den falschen Stellen ausgegeben. „Krabat“, eine der größten Enttäuschungen des deutschen Filmjahres 2008.

Weniger überraschend kam da schon die Niederlage von „Far Cry“ daher. Der viel diskutierte Regisseur Uwe Boll hat mal wieder Hand an eine PC-Spielverfilmung gelegt, die außer Hauptdarsteller Til Schweiger nur wenig Gutes mit sich brachte. Dafür konnten Filme wie „Anonyma – Eine Frau in Berlin“, „Nordwand“ und „Mein Freund aus Faro“ umso mehr überzeugen. Im Oktober stellte sich wieder einmal heraus: Weniger ist manchmal eben doch mehr.

„Große Regisseure kehren zurück!“ – Der November

Im November zog vor allem der neue Film von OSCAR-Preisträgerin Caroline Link die Aufmerksamkeit auf sich. Mit „Im Winter ein Jahr“ konnte sie ihr Publikum erneut begeistern. Ebenfalls im November liefert außerdem auch Wim Wenders nach längerer Auszeit mal wieder einen filmischen Beitrag ab. Trotz fragwürdiger Besetzung, mit Leadsänger Campino von den Toten Hosen in der Hauptrolle, konnte „Palermo Shooting“ sein Publikum überzeugen. 


„Til Schweiger nimmt die Ruder zum Ende des Jahres mal wieder selbst in die Hand!“ – Der Dezember

Im Dezember war es vor allem die Komödie „1 ½ Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“, die von sich Reden machte. Nachdem uns Til Schweiger in den vergangenen Jahren immer verlässlich gut unterhalten hat, waren die Hoffnungen auch in diesem Jahr groß. Allerdings wurden viele Kinogänger schon beim Trailer zurück auf den Boden der Tatsachen geholt: Auch ein Til Schweiger kann eben mal danebengreifen. Dubiose Perücken und der Moderator Thomas Gottschalk als mittelalterlicher König Gunter, schreckten wohl schon im Voraus einige Kinogänger ab. Viele Fans werden sich den neuen Schweiger-Film dennoch nicht entgehen lassen. Und dann wird die Prognose vielleicht doch noch wahr: „Ohne dass Filme wie „1 ½ Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“ bisher in die Statistik einfließen konnten, wies Kulturstaatsminister Neumann bei der Verleihung des Innovationspreises des BKM am 10. Dezember 2008 darauf hin, dass der deutsche Zuschauer-Marktanteil bis dato bei über 26 % in Deutschland liegt“, kann man derzeit auf der Homepage des HDF KINO e.V. nachlesen. Ob in diesem Jahr die 30%-Marke noch überschritten wird, wissen wir erst am 31.12.2008.


Von gut bis schlecht...

Wie auch 2007 war auch 2008 ein „sehenswertes“ Kinojahr. Die meisten Bewertungen, die unsere fleißigen Redakteure abgegeben haben, sind die 4/5 Punkte. Doch welche Wertungen wie oft in unsere Statistik einflossen, seht ihr in unserem Diagram:























Bewertet wurden 214 Kinofilme, die 297 Bewertungen erhielten.


Unsere Favoriten im Kinojahr 2008

Unsere Redaktion hat entschieden! Mit der so genannten "Sonderwertung", also 6/5 Punkten, hat jeder Redakteur/jede Redakteurin die Möglichkeit, einen Film zu adeln und ihn somit aus der Masse herausstechen zu lassen.

Für Tom gab es 2008 nur einen Film, der die Sonderwertung verdiente: „The Dark Knight“. Hierzu schrieb Tom: „(…)The Dark Knight“ ist die erhoffte Fortsetzung geworden. Die Kinobesuche, bei denen man die Lust verspürt, gleich noch mal den gerade gesehenen Film sehen zu wollen, sind selten. Der zweite „Batman“-Streifen dieser neuen Generation ist aber einer dieser Filme. Christopher Nolan hat nun mal ein Händchen für die Figur und die Atmosphäre, die sie braucht, um eine glaubwürdige Vorstellung abzuliefern. Neben dem eindrucksvollen Cast sind es auch die Effekte, die Maske und die passende Musik, die diesen Streifen zum absoluten Highlight des Kinojahres 2008 machen.
„The Dark Knight“: Effektreiches, actiongeladenes Fledermausabenteuer, das Fans dieser mehr als interessanten und dunklen Figur sicherlich zufrieden stellen wird. So muss Kino sein. So muss eine Comicverfilmung umgesetzt werden und so lässt sich ein gespanntes Publikum genau richtig unterhalten. Ein Leinwandabenteuer der Superlative! Schlicht: Großartig.“

Für Melli gab es 2008 gleich 3 Filme, die für sie die Sonderwertung eindeutig verdient hatten:

Once“ beschrieb sie mit den Worten: „(…) „Once“ ist Musik und die Musik ist einmalig. Einmalig schön. Einmalig berührend. Einmalig wunderbar. Spielerisch verbinden sich die Songs mit einer kleinen bitter-süßen Liebesgeschichte, die eigentlich mehr eine zufällig, flüchtige Begegnung ist, bei der sich die beteiligten Personen entschieden haben kurz inne zu halten und einen Blick in das Leben des anderen zu werfen. Die Hauptdarsteller Glen Hansard und Markéta Irglová sind zwar keine Schauspieler, dafür Vollblutmusiker und im echten Leben ein Paar. Ein Umstand, der für die Glaubwürdigkeiten der Charaktere sicherlich mit entscheidend war.“
Zu „Die Geschwister Savage“ schrieb sie „(…) Regisseurin und Drehbuchautorin Tamara Jenkins lädt den Zuschauer ein den „Geschwistern Savage“ in dieser schwierigen Situation beizustehen, sie ein Stück auf diesem Weg zu begleiten. Jenkins tut dies mit dem nötigen Respekt für die Situation, mit einem sehr guten Blick fürs Detail und die zwischenmenschlichen Nuancen aber auch mit Humor und Herzlichkeit. Ihre Figuren agieren nie aufgesetzt oder überzeichnet, sondern bieten einen hohen Wiedererkennungsfaktor.“
Und schließlich bewertete Melli „The Dark Knight“ mit der vollen Punktzahl und schien ebenso begeistert, wie viele andere unserer Redakteure auch.

Für Steffi war ebenfalls „The Dark Knight“ ihr Filmhighlight 2008. Außerdem bewertete sie „Im Winter ein Jahr“ mit 6/5 Punkten und schrieb: „(…)Doch nicht nur bei der Rollenbesetzung bewies Caroline Link ein sicheres Händchen. Auch die Filmmusik ist traumhaft schön und lässt doch Platz für eigene Gefühle und Interpretationen. Nie hat man das Gefühl, es wäre zu viel oder gar kitschig und vor allem der Peter Gabriel-Song ganz zum Schluss berührt zutiefst. Die Bedeutung von Bildern ist das zentrale Thema dieses Films – und vor allem Links Bildgewalt ist es, die „Im Winter ein Jahr“ ausmacht. Der Macht dieser Bilder kann man sich einfach nicht entziehen, wird mehr und mehr in die Geschichte hineingezogen. Mit „Im Winter ein Jahr“ hat Caroline Link einen Film erschaffen, der das Schicksal mehrerer gestrandeter Menschen erzählt – und am Ende doch vor allem Hoffnung macht.“

Kathrin bedachte neben „Lars und die Frauen“ auch „Control“ mit der Sonderwertung und schrieb: „(…)Durch die schwarz-weißen Bilder entwickelt „Control“ schnell eine ganz individuelle Atmosphäre, die wunderbar zu dem bedrückenden, leicht melancholischen, aber auch rein musikalisch großartig umrahmten Film passt. Vor allem Anhänger der heutigen Indie-Rock-Bewegung werden ihre Freude mit dem tollen Beat und den eingängigen Rhythmen von Joy Division haben. Während den zahlreichen Musikeinlagen hat der Zuschauer auch viel Zeit für eigene Reflexionen und braucht dadurch nur in den seltensten Fällen allumfassende Dialoge"



Die Enttäuschungen des Kinojahres 2008

(oder: Auf folgende Filme unsere Redakteure bitte nicht ansprechen!)
Mit den schlechten Filmen möchten wir uns ungern lange beschäftigen, schließlich mussten wir sie schon im Kino ertragen. Folgende Filme wurden von unseren Redakteuren mit 1/5 Punkten bewertet:

Melli und Kathrin hatten 2008 keinen Film, der einen Verriss rechtfertigte – dafür Herzlichen Glückstrumpf! Tom, Steffi und Kathrin hatten leider nicht soviel Glück und mussten folgende Filme leider vollkommen untergehen lassen:

Für Tom gab es dieses Jahr nur einen Film, und der gleich zu Anfang, der reif für die Mülltonne ist: „Ich weiß, wer mich getötet hat“. Hierzu unser Redakteur: „Jeffrey Hammond, der das Drehbuch, oder die „Papiersammlung“, die es wohl gewesen sein muss, geschrieben hat, sollte so schnell nicht wieder die Möglichkeit bekommen, einem Füller auch nur zu nahe zu kommen. Die Story, wenn man sie denn als solche bezeichnen will, ist vollkommen hohl und überhaupt nicht nachvollziehbar, die Effekte grausig und übertrieben und die Darstellerleistung nicht vorhanden. Lindsay Lohan sieht krank, verbraucht und wirklich alles andere als gut aus - Müssen wir uns Sorgen machen? - Sie versteht es überhaupt nicht, ihre Rolle(n) glaubhaft zu spielen, geschweige denn sexy zu sein. Als Stripperin sieht sie einfach nur verkleidet aus. Die Grundidee von „Ich weiß, wer mich getötet hat“ ist so schlecht gar nicht. Wie sie umgesetzt wurde, jedoch völlig sinn- und logikfrei. Dazu liefern die Macher, und Mr. Hammond himself, noch wahrhaft strunzdämliche Dialoge und wirklich blöde Handlungsverläufe und fertig ist der neue Horror-Mystery-Thriller, den man abschließend - SORRY! - nur als „Gequirlte Scheiße“ bezeichnen muss.“

Für Steffi gab es neben „Ich weiß, wer mich getötet hat“ einen weiteren Tiefflieger: „Der Love Guru“ wurde mit den Worten „geadelt“: „Wer Unterhaltung auf aller unterstem Niveau sucht, der ist bei „Der Love-Guru“ genau richtig. Hier sitzt jeder Kalauer am genau richtigen Ort – nämlich unter der Gürtellinie! Hier werden Körpersäfte ausgetauscht, dass es eine wahre Freude ist und auch vor den primitivsten Witzen wird nicht Halt gemacht. Ein unglaublich bescheuert aussehender Justin Timberlake und eine einfach nur zauberhafte Jessica Alba können auch nicht retten, wo es nichts mehr zu retten gibt. Und Ben Kingsleys Auftritt lässt einen unwillkürlich zusammenzucken - was mag den großen Mimen nur dazu bewogen haben, sich für einen solchen Schund herzugeben? Hier werden in gewohnter Mike Myers-Manier Witze auf Kosten von anderen gemacht, die wirklich nicht mehr komisch sind. Selbst für Menschen mit solch einem Humor gibt es hier wenig zu lachen. Einfach nur doof.“

Für Kathrin hieß der „Don’t-Film 2008“ eindeutig „Balls of Fury“, der die Worte verdiente: „Wie schnell aus einer Komödie eine wahre Tragödie werden kann, führt uns „Balls of Fury“ eindrucksvoll vor Augen. Unlustig von der ersten bis zur letzten Szene, bleibt immer wieder die Frage offen, warum es Filme wie dieser überhaupt bis in die Kinos schaffen. Die Antwort entfernt sich bis hin zum Schluss auch immer weiter. Tatsächlich gelingt es „Balls of Fury“ nicht ein einziges Mal einen absolut treffsicheren Gag zu landen, was optimistisch gesehen auch schon wieder eine wahre Kunst für sich ist. Die Mixtur aus Hauptdarsteller Dan Fogler, den Dialogen und der Story ergibt zusammen eine erschreckend unlustige Parodie, ohne die die Kinowelt definitiv auch ausgekommen wäre. Unlustig, unoriginell, unspektakulär, „Balls of Fury“!“


Ausblick 2009

Natürlich werden wir auch 2009 für Euch die Kinobank drücken und viele, viele (hoffentlich tolle) Filme sehen und sie Euch auch ans Herz legen oder aber vor ihnen warnen. Schon jetzt zeichnen sich einige Highlights 2009 ab, auf die wir gespannt sind und/oder die erfolgreich werden könnten:

Auch 2009 wird Will Smith auf deutschen Leinwänden zu sehen sein. Gleich im Januar wird „Sieben Leben“ starten. Ebenfalls im Januar wird die Romanverfilmung „Twilight - Biss zum Morgengrauen“ hoffentlich ihr Publikum finden.
Kein Jahr ohne „Saw“. Im Januar kommt Teil 5.

Ebenfalls im Januar wird sich zeigen ob Tom Cruise in „Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat“ überzeugen kann. Und auch „The Spirit“ scheint vielversprechend zu werden. Viele nennen auch jetzt schon „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ mit Brad Pitt und Cate Blanchett den „Film des Jahres“

Im Februar wird zum einen Jim Carrey in „Der Ja-Sager“, als auch Kate Winslet in „Der Vorleser“ zu sehen sein. Im März kommt die „Watchmen - Die Wächter“, im April „Crank 2: High Voltage“ und Hugh Jackman in „X-Men Origins: Wolverine“ in die Kinos.

Im Mai wird es mit „Star Trek“ kultig, mit „Illuminati“ mysteriös und mit „Terminator - Die Erlösung“ zukunftsträchtig. Im Juni kehren die Jungs von „Fast & Furious 4“ zurück, im Juli wird es mit „Ice Age 3“ hoffentlich richtig komisch. Und auch der neue Potter steht im Juli an.

Wir hoffen auf ein aufregendes und tolles Kinojahr 2009 und wünschen all unseren Besuchern einen tollen Rutsch ins Neue Jahr und viele, viele berührende, lustige, dramatische und packende Filme!

Euer
Moviesection.de-Team