Special

Das Kinojahr 2009 - Unser Rückblick

"2009 - Ein Schicksalsjahr"

Moviesection blickt auf das Kinojahr 2009 zurück.

Äußerst erfolgreich startete das neue Kinojahr 2009 mit dem Will-Smith-Drama „Sieben Leben“, das unsere Redaktion durchweg positiv bewertete. Auch der erste Teil der Buchvorlage von Stephenie Meyer „Twilight - Biss zum Morgengrauen“ begeisterte die zumeist jungen Kinobesucher und Buchfans. Ebenfalls ein absolutes Highlight dieses Januars: „Zeiten des Aufruhrs“ mit dem „Titanic“-Traumpaar Leonardo DiCaprio und Kate Winslet.

Erfolgreicher Start: "Twilight"

Am 22. Januar startete auch „Der fremde Sohn“, in dem Angelina Jolie endlich wieder in einem Drama glänzte. Gleichzeitig startet der wunderbare „Bolt - Ein Hund für alle Fälle“, der viele, viele Kinobesucher zum Lachen brachte.
Enttäuschend wurde es erwartungsgemäß mit dem Tom Cruise-Streifen „Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat“, das bei uns mit lediglich 2/5 Punkten abschloss und bei unseren Besuchern heftige Diskussionen auslöste (zu lesen unter der Filmkritik).
Am 29. Januar begeisterte das Drama „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ unsere Redaktion. In diesem wunderbaren Film brillierten Brad Pitt und Cate Blanchett in den Hauptrollen.

Meryl Streep: Fantastisch!

Im Februar, ganz OSCAR-passend, liefen ebenfalls viele hochgelobte Filme an, die auch unsere Redaktion überzeugte: „Frost/Nixon“ beispielsweise oder das Drama „Glaubensfrage“ mit Meryl Streep. Auch „Milk“ feierte in Deutschland Premiere - vollkommen zu Recht erhielt Sean Penn im gleichen Monat seinen zweiten OSCAR als bester Hauptdarsteller. Ende Februar dann gleich das nächste Highlight: „Der Vorleser“ mit Kate Winslet und dem deutschen Mimen David Kross.
Doch auch weniger preisverdächtigte Filme durften in diesem Monat starten. Überzeugt haben uns außerdem „The Spirit“, „Bride Wars“, „Der Ja-Sager“ mit Jim Carrey, sowie „Underworld: Aufstand der Lykaner“, der dritte Teil der beliebten Reihe, und „The Wrestler“ mit Mickey Rourke.

Heißerwartet startete im März 2009 die Comicverfilmung „Watchmen - Die Wächter“, ließ jedoch seitens der Redaktion viele unbefriedigende Stimmen laut werden. Gelobt hingegen wurde das Biopic „Hilde“ mit Heike Makatsch in der Titelrolle. Mitte März glänzte auch der zum „Besten Film des Jahres“ bei den OSCARs gewählte „Slumdog Millionär“, der auch in unserer Redaktion für Aufsehen sorgte. Ende März brachte uns Kevin James als „Kaufhaus Cop“ zum Lachen.

Umstritten: "Knowing"

Rachels Hochzeit“ mit Hollywoods Darling Nummer 1, Anne Hathaway, startete Anfang April und wurde von unserer Redaktion in den Himmel gelobt. Von den Männern immer wieder gern gesehen: „Fast & Furious“ und so startete auch 2009 erneut ein Teil, Nummer vier, endlich wieder mit Vin Diesel und Paul Walker in den Hauptrollen. Viel gelacht haben wir auch bei „Monsters vs. Aliens“.
Ebenfalls ein kleines Highlight im April: „Knowing“ mit Nicolas Cage. Zwar wurde vor allem das Ende von vielen Besuchern kritisiert, das Endergebnis jedoch konnte sich durchaus sehen lassen. „Die Bienenhüterin“ schnitt bei uns ebenfalls sehr positiv ab, genauso wie „Liebe auf den zweiten Blick“ und „Unbeugsam - Defiance“ mit James Bond-Daniel Craig.
Der erste ausgekoppelte „X-Men - Wolverine“ hingegen erhielt lediglich durchschnittliche Wertungen.

Im Mai heizte uns die neue Crew der Enterprise mit „Star Trek“ völlig ein und hinterließ eine Schneise der Begeisterung. So sollten Neuverfilmungen öfter aussehen – dann klappts auch mit den Besucherzahlen!
Nicht ganz so überzeugend wurde „Illuminati“, die zweite Verfilmung von Erfolgsautor Dan Brown. Viel gelacht haben unsere Redakteurinnen Kathrin Lang und Melanie Frommholz bei der Fortsetzung „Nachts im Museum 2“ mit Ben Stiller. Ein Schlag ins Gesicht erhielt jedoch der Actionstreifen „Zwölf Runden“ (hierzu mehr unter „Tops & Flops“ in diesem Bericht).

Grandios? Bale - Worthington

Im Juni teilte der vierte Teil der „Terminator“-Reihe, „Die Erlösung“ die Redaktion. Die einen verdammten ihn zu einem durchschnittlichen Teil, während anderen ihn als vollkommen gelungen bezeichneten. Ebenfalls beachtliche Leistungen vollbrachte „State of Play - Stand der Dinge“ mit den drei OSCAR-Preisträgern Russell Crowe, Ben Affleck und Helen Mirren. Nicht ganz so glänzend wurde der heftig umstrittene „Rohtenburg“ mit Thomas Kretschmann in der Hauptrolle.
Ebenfalls völlig umstritten sehen die Moviesection.de-Redakteure den zweiten Teil der „Transformers“-Reihe, „Die Rache“. Die einen sprechen von großartiger Blockbusterunterhaltung, während andere in ihm eine platte Millitärwerbeplattform sehen.

Das Zauberlehrling-Comeback

Anfang Juli kehrten unsere liebsten Eiszeitbewohner auf die große Leinwand zurück: „Ice Age 3“ bescheinigte uns wieder eine kreative und sehenswerte Fortsetzung zu sein. Auch gelobt wurde in diesem Monat die Komödie „Brüno“ mit Sacha Baron Cohen in der Hauptrolle.
Heißersehnt im Juli: „Harry Potter und der Halbblutprinz“. Zwar ist auch aus dem mittlerweile sechsten Teil der Reihe keine vollkommen überzeugende Buchverfilmung geworden, die Zahlen für unsere Kinos jedoch stimmten. Auch „Hangover“ begeisterte unsere Redaktion und konnte für so manch große Lacher sorgen.
Selbst ist die Braut“ mit Hollywood-Sweetheart Sandra Bullock, punktete Ende Juli mit viel Witz und Romantik und bescherte dieser wundervollen Schauspielerin ein tolles Comeback.

Michael Mann kann es noch!

Der August startete mit „Public Enemies“, in dem Johnny Depp endlich wieder eine tragende Rolle spielte. Auch „Zerrissene Umarmungen“ wurde von unserer Kollegin Melanie Frommholz als sehenswert eingestuft.
Erneut geteilter Meinung ist unsere Redaktion bei dem Sci-Fi-Streifen „G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra“. Unsere Kritik versprach sehenswerte Actionunterhaltung, einzelne Redakteure jedoch sprachen von Durchschnittskost und Belanglosigkeit.
Ende August kam ein neuer Film von Quentin Tarantino in die internationalen Kinos und lief erneut mehr als erfolgreich: „Inglourious Basterds“ wurde vielerorts hochgelobt – auch oder vor allem der deutschen Besetzung Christoph Waltz wegen.
Unsere Redakteurin Stefanie Rufle vergab im Falle des Dramas „Beim Leben meiner Schwester“ ebenfalls die Note „sehenswert“ und auch „Chéri - Eine Komödie der Eitelkeiten“ sahnte großartige Noten ab.

Der September startete nicht ganz so verheißungsvoll und lieferte mit „Dance Flick - Der allerletzte Tanzfilm“ und „Final Destination 4“ echte Filmgurken ab.
Großartig jedoch die Filme „Julie & Julia“ mit Meryl Streep, sowie „Antichrist“ und „District 9“. Auch der neue Pixar-Animationsfilm „Oben“ glänzte. Die Ausnahmebuchverfilmung „Wüstenblume“ erhielt von unserer Redaktion im September Höchstwertungen.

Ein Hightlight: "Verblendung"

Eine weitere Buchverfilmung glänzte im Oktober. „Verblendung“ wurde von unserer Redakteurin Stefanie Rufle als vollkommen gelungen bezeichnet. Die amerikanische Komödie „Away we go - Auf nach irgendwo“ von Regisseur Sam Mendes, erhielt in diesem Monat ebenfalls Höchstwertungen, ebenso wie die Tragikkomödie „(500) Days of Summer“. Als gelungen wurde auch die Komödie „I love you, Beth Cooper“ und die Dokumentation „Michael Jackson’s This is it“ bezeichnet.

Der November wurde mit „Der Informant“ mit Matt Damon und Roland Emmerichs „2012“ eingeläutet.

"2012" sorgte für Aufregung

Besonders letzterer lieferte wieder reichlich Stoff für hitzige Diskussionen. Hier wurde sogar die Entlassung unseres Redakteur seitens der Besucher gefordert, da der Weltuntergangsstreifen ganz klar als „zu gut“ bewertet wurde.
Auch „Helen“ wurde gelobt, ebenso wie der zweite Teil der „Twilight-Saga“ „New Moon - Biss zur Mittagsstunde“.

Im Dezember durfte dann „Zweiohrküken“ genauso ran, wie „Saw VI“ und der Woody-Allen-Streifen „Whatever Works - Liebe sich wer kann“.
Nach dem wunderbaren Walt Disney-Streifen „Küss den Frosch“ war es im Dezember vor allem „Avatar - Aufbruch nach Pandora“, der vollkommen begeisterte und wohl als Film des Jahres in unsere Datenbank wandern wird.
Auch gelungen sind das Remake „Fame“ und die Romanverfilmung „Lila, Lila“.



Das deutsche Kinojahr 2009

Januar – Jahreseröffnung durch den bayrischen Heimatfilm

Die Perlmuttfarbe im Januar

Wie schon im vergangenen Jahr begann auch das deutsche Filmjahr 2009 wieder mit einem Film aus dem Hause Markus H. Rosenmüller. Mit seiner bayrische Lausbubengeschichte „Die Perlmutterfarbe“ machte der Erfolgsregisseur sich und seinem neu erschaffenen Genre, dem ‚neuen deutschen Heimatfilm‘, alle Ehre und eröffnete das deutsche Filmjahr mehr als würdevoll. Zu diesem kleinen Filmhighlight gesellte sich im Januar noch die deutsch-französische Co-Produktion „Lulu & Jim“ von Oskar Roehler, die seine Weltpremiere einige Monate zuvor auf dem Sundance Film Festival feiern durfte. Für die etwas jüngeren Kinogänger hielt der Januar den dritten und sehr erfolgreichen Teil der beliebten „Die wilden Hühner“-Reihe bereit. „Die wilden Hühner und das Leben“ wurde nicht zuletzt durch seine Darsteller ein voller Erfolg. Neben der überzeugenden Jungdarstellerriege bekamen wir dort bereits zu Beginn des Jahres große heimische Schauspieler wie Veronica Ferres, Benno Fürmann, Jessica Schwarz und Kostja Ullmann in Nebenrollen zu Gesicht.

Februar – Von ‚Vorlesern‘ und einer stolzen Nation

Rick 2009 ohne Bully im Kino

Während unser Nachbarland Österreich im Februar den OSCAR-nominierten „Revanche“ in die Kinos brachte, ging es bei uns in Deutschland ebenfalls heiß her. Mit „Der Vorleser“ kam eine deutsch-amerikanische Co-Produktion in unsere Kinos, die national ebenso wie international immensen Erfolg feierte. Die Bernhard Schlink Romanverfilmung bot neben einer spannenden Liebes- und Schuldgeschichte, auch eine sensationelle Darstellerriege. Neben Hollywoodsternchen Kate Winslet glänzte das deutsche Nachwuchstalent David Kross in der männlichen Hauptrolle. Nicht ohne Grund wurde der Film auch bei den OSCARS bedacht und machte Deutschland damit zu einer überaus stolzen Filmlandschaft. In unseren Kinos knackte das deutsch-amerikanische Kinospektakel sogar die Millionenmarke und zählt damit auch rein statistisch zu den erfolgreichsten heimischen Filmen des Jahres.
Weniger erfolgreich verlief es für die nunmehr fünfte Fontane Romanverfilmung „Effi Briest“. Zwar bewies Regisseurin Hermine Huntgeburth mit ihrer Neuverfilmung, dass auch scheinbar eingestaubte Literatur fit fürs 21. Jahrhundert gemacht werden kann, doch verbarg sich hinter der medienwirksamen Fassade ein enttäuschender Film, der mit seiner Buchvorlage viel zu freizügig umgegangen ist. Mit viel Charme, Witz und tollen Darstellern überzeugte hingegen die Gangsterfilm-Persiflage „Mord ist mein Geschäft, Liebling“, die zahlreiche Kinogänger in die Lichtspielhäuser lockte und für sorgenfreie Unterhaltung sorgte. Währendessen eröffnete Tom Tykwers erster Film für ein US-Studio „The International“ die Berlinale. Ebenfalls freuen durften sich auch im Februar die jungen Kinogänger: Mit „Hexe Lilli - Der Drache und das magische Buch“ brachte uns der OSCAR-nominierte Regisseur Stefan Ruzowitzky („Die Fälscher“) einen wahrlich abenteuerlichen Film in die Lichtspielhäuser, der die Kinder mühelos zu begeistern wusste.

März – „Heike Makatsch ist Hildegard Knef“ vs. „Mario Barth goes Leinwand“

Heike Makatsch als Hilde

Im März ereilte uns das erste große Filmhighlight ‚made in Germany‘: Mit dem Biopic „Hilde“ brachte uns der Fernsehregisseur Kai Wessel eine Liebeserklärung an Hildegard Knef die Kinos. Der Erfolg des Filmes war vor allem Heike Makatsch zu verdanken, die mit ihrer authentischen Verkörperung einer der größten deutschen Stars wahrhaftigen und nachhaltigen Eindruck hinterließ. Zudem machte im März Deutschlands Comedy-Idol Mario Barth mit seinem ersten Kinoauftritt von sich Reden. „Männersache“ avancierte nach anfänglicher Skepsis zu einem kleinen Kassenschlager und sorgte für zahlreiche heitere Gemüter im Kinosessel.
Zudem zeigte sich der deutsche Film auch im März wieder kinder- und jugendfreundlich, indem gleich mehrere Filme für die etwas jüngeren Filmliebhaber anliefen. Neben „Die drei ??? - Das verfluchte Schloss“, lockten auch die Kids aus „Vorstadtkrokodile“ zahlreiche junge Gäste in die Kinosäle.

Im April mal anders – Nicht von, sondern mit Til Schweiger

"Phantomschmerz" 2009

Überraschend wenig Aufsehen erregte im April „Phantomschmerz“, der neue Film mit Til Schweiger. Zwar zeigte sich das deutsche Multitalent in dem Drama mal von einer erfrischend anderen Seite, zog damit jedoch nicht den Fokus der Medien auf sich. Ob es daran gelegen haben mag, dass Schweiger dieses Mal nicht selbst auf dem Regiestuhl Platz nahm und nicht mit seiner eigenen Produktionsfirma auch finanziell hinter dem Film stand, bleibt nur zu vermuten. Auf historischer Ebene spannend wurde es dafür mit „John Rabe“. Der Film beleuchtete wie John Rabe 1937 über 200.000 Menschen in Nanking, China das Leben rettete und zog vor allem Geschichtsinteressierte in die Kinosäle. Der große deutsche Leinwanderfolg blieb im April allerdings aus.

Mai, Juni, Juli – Das Sommerloch von Spätfrühjahr bis Hochsommer

"Die Besucherin" im Sommer

Im Mai wurde es dann noch leiser um den deutschen Film. Neben den beiden Dokumentationen „In Berlin“ und „Der letzte Applaus“, kam als einziger Spielfilm „Die Besucherin“ in unsere Lichtspielhäuser. So setzte das deutsche Sommerloch überraschend früh schon im Mai ein, um im Juni und Juli mit einem ähnlichen schwachen Auftritt zu glänzen. Immerhin schaffte es im Juni endlich die strittige und lang erwartete „Rohtenburg“-Verfilmung in unsere Kinos. Der Filmstart war ursprünglich für März 2006 geplant, wurde dann jedoch vom Oberlandesgericht Frankfurt per einstweilige Verfügung untersagt, da die Geschichte auf tatsächlichen Ereignissen basiert.

August – „Wat die andern nich können, dat kann ich auch!“ (H. Schlämmer)

"Isch kandidiere!" punktet!

Im August war das Sommerloch dann endlich überstanden und der deutsche Film präsentierte sich nach kreativer Schaffenspause wieder in altem Glanz. Im August war es vor allem der Horst Schlämmer-Film „Isch kandidiere!“, der die Menschen scharenweise in die Kinos trieb. Zwar war der Film im Endeffekt nur halb so komisch wie erwartet, lockte aber dennoch über mehrere Wochen hinweg über eine Million Zuschauer vor die Leinwand und darf sich somit zu den erfolgreichsten deutschen Kinoproduktionen des Jahres gesellen. Ebenfalls sehr positiv aufgenommen wurde die Cultural-Clash-Komödie „Maria, ihm schmeckt´s nicht!“, die nicht nur Jan Weiler-Fans (Autor des gleichnamigen Bestsellers) in die Kinos lockte, sondern ebendort auch zahlreiche neue Fans für sich gewinnen konnte.
Nicht unbedingt aus deutschen Geldern finanziert, irgendwie aber dennoch ‚deutsch‘, war der neue Film von Quentin Tarantino. „Inglourious Basterds“ fuhr im August einen großen Stab an deutschen Darstellern auf: Von Daniel Brühl, Diane Krüger, über Til Schweiger und August Diehl bot das augenzwinkernde Kriegs-Drama überraschend viel Screen-Time für die heimischen Spitzenschauspieler und ließ die deutsche Filmbrust erneut auch auf internationalem Terrain stolz anschwellen.

September – Das erfolgreiche Produkt einer Casting-Show

Bully & den Castings sei Dank!

Im September war es mal wieder Michael “Bully” Herbig, der den Deutschen zeigte, wie das erfolgreiche Filmemachen geht. Sein komplett aus eigener Tasche finanzierter Film „Wickie und die starken Männer“ avancierte mal so eben zum erfolgreichsten deutschen Film des Jahres 2009. Satte 4,9 Millionen Deutsche wollten sich den neuen Kinospaß aus dem Hause Herbig nicht entgehen lassen und katapultierten den Film damit mühelos an die oberste Spitze der deutschen Kinocharts. Da kann ihm höchstens noch Til Schweigers „Zweiohrküken“ zum Ende des Jahres in die Quere kommen.
Neben all dem Spaß wurde es im September auch noch etwas historisch. Mit „Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ brachte uns Margarethe von Trotta allerdings ein nur wenig überzeugendes Biopic auf die Leinwände. Der Film fiel letztlich wegen mangelnder Tiefe und fehlendem Fokus auf die wichtigsten Lebensstationen der Visionärin beim Publikum durch. Dafür gelang es Erfolgsregisseur Andreas Dresen erneut einen überzeugenden Kinofilm ‚made in Germany‘ abzuliefern. Nach „Wolke 9“ bescherte er uns 2009 mit „Whisky mit Wodka“ nun wieder etwas leichtere filmische Kost. Seine Fans dankten es ihm mit einem Gang ins Kino.

Oktober – Von männlichen Herzen und weiblichen Päpsten

Starbesetzt in den Herbst!

Überaus erfolgreich verlief es für den deutschen Film im Oktober. Erst sorgte Simon Verhoevens „Männerherzen“ für brechendvolle Kinosäle, dann räumte der Independentfilm „Das weiße Band“ zahlreiche Preise ab und anschließend kam die Bestsellerverfilmung „Die Päpstin“ in unsere Kinos:
Vor allem „Männerherzen“, der mit großen deutschen Mimen wie Til Schweiger, Nadja Uhl, und Christian Ulmen an den Start ging, avancierte mit 2,1 Millionen Zuschauern zu einem großen Abräumer des Jahres. Von der Presse hoch gelobt wurde Michael Hanekes schwarzweißes Drama „Das Weiße Band“, das mit der Goldenen Palme und dem Europäischen Filmpreis zwei der wichtigsten europäischen Auszeichnungen gewann. Zudem wurde der Film von deutscher Seite für den OSCAR vorgeschlagen. Sehr erfolgreich verlief es an den Kinokassen zudem für „Die Päpstin“: Das Historien-Drama knackte ebenfalls die Millionenmarke

November – große Buchverfilmungen, kleine Dramen und Komödien

Monica Bleibtreu im Kino.

Im November war es erneut eine Bestsellerverfilmung die von sich Reden machte. Nachdem „Tannöd“ 2007 zahlreiche Leser für sich einnehmen konnte, wurde nun auch das Kino mit der Kriminalgeschichte der besonderen Art gestürmt. Zwar erreichte die Verfilmung nicht einmal ansatzweise so viele Zuschauer wie Leser, konnte aber dennoch überzeugen. Zu „Tannöd“ gesellten sich zudem einige kleinere Produktionen, die nicht unbedingt viel Geld in die Kassen schwemmten, dafür aber toll unterhielten: Neben den Komödien „Liebe Mauer“ und „Résiste - Aufstand der Praktikanten“, überzeugte auch schwere Dramen wie „Die Tür“ und „This is Love“.

Dezember – Til Schweiger auf der Überholspur

Zweiohrküken wurde kein Hit

Zum Ende des Jahres ist es mal wieder Til Schweiger, der für Furore und volle Kinosäle sorgt. Schon wenige Tage nach Kinostart hatten bereits 1,8 Millionen die Fortsetzung von „Keinohrhasen“ im Kino sehen. Wenn es bis Ende des Jahres so weiter geht, könnte Schweigers „Zweiohrküken“ den derzeit erfolgreichst65en Film „Wickie und die starken Männer“ von der Poolposition verdrängen. Es bleibt spannend! Zudem beweist uns der türkischstämmige Multikulti-Regisseur Fatih Akin zum Jahresende noch, dass er auch Komödien produzierten kann. Sein „Soul Kitchen“ gewann bei den Filmfestspielen in Venedig bereits den Preis der Jury und schraubt die Erwartungen ordentlich nach oben.


2009 – IN MEMORIAM












Auch 2009 erschütterten uns viele Todesfälle bekannter SchauspielerInnen und Filmemacher. Michael Jackson war wohl der berühmteste Todesfall 2009. Neben dem King of Pop verließen uns jedoch auch weitere Topstars.

Dana Vávrová starb am 05. Februar 2009 im Alter von nur 41 Jahren an einer Krebserkrankung - ein Verlust, der wie schon Jahre zuvor der ihres Kollegen Werner Stocker ein großes Loch in die deutsche Filmlandschaft reißen wird.
Monica Bleibtreu starb am 14. Mai 2009 ebenfalls nach langem Krebsleiden. Mit ihr verliert Deutschland eine weitere, wandlungsfähige und absolut überzeugende Schauspielerin.

Im Juni 2009 dann der nächste Todesfall. Der blonde Engel Farrah Fawcett verlor den dreijährigen Kampf gegen Darmkrebs. Auch Patrick Swayze schaffte es nicht, gegen sein Krebsleiden zu gewinnen. Der „Dirty Dancing“-Star starb am 14. September 2009.

Hollywood-Star Karl Malden starb am 1. Juli 2009 im stolzen Alter von 97 Jahren! 1951 erhielt er einen OSCAR als bester Nebendarsteller für seine Rolle in „Endstation Sehnsucht“ neben Marlon Brando. Vollkommen überraschend starb Regisseur John Hughes mit nur 59 Jahren am 6. August 2009 an einem schweren Herzinfarkt. Ihm haben wir unter anderem den Komödienhit „Kevin – Allein zu Haus!“ zu verdanken.

Im Dezember 2009 traf uns dann der Tod der jungen Schauspielerin Brittany Murphy. Mit gerade einmal 32 Jahren verlor die talentierte Hollywoodschönheit ihr Leben, nachdem sie in ihrer Dusche kollabierte.


Die Tops & Flops des Jahres

2009 war filmisch gesehen ein absolutes Top-Jahr. Viele Filme erhielten von unseren Redakteuren die Sonderwertung (6/5 Punkten) und adelten somit ganz unterschiedliche Filme. 2009 wurden 19 Sonderwertungen vergeben (von insgesamt 300 abgegebenen Bewertungen). In unserem Jahresrückblick finden diese Filme noch einmal eine ganz besondere Erwähnung.

Für Thomas Ays gab es dieses Jahr gleich sechs Filme, die die Sonderwertung verdienten. Neben „Wüstenblume“, „Milk“ und „Avatar“ vergab er an folgende Filme diese besondere Wertung.












(500) Days of Summer

Die Tragikkomödie „(500) Days of Summer“ lief bei uns Ende Oktober an und war mit Joseph Gordon-Levitt und Zooey Deschanel prominent besetzt. Hierzu schrieb unser Redakteur: „2009 ist mitunter ein mehr als kreatives Filmjahr. In dieser für alle Cineasten spannenden Zeit überrascht uns auch Filmdebütant Marc Webb, der zuvor Musikvideos für „3 Doors Down“ und „Green Day“ drehte, mit seiner wunderbaren Tragikkomödie „(500) Days of Summer“. Das von Scott Neustadter und Michael H. Weber eindrucksvoll geschriebene Drehbuch wurde von Webb stimmig, kreativ und schlicht umwerfend originell in Szene gesetzt. Immer wieder springt der Film in die verschiedenen Phasen der Geschichte (der Liebe). Dabei bleibt der Zuschauer jedoch nie auf der Strecke – Großartig! (…)...weiterlesen












Der fremde Sohn

Auch „Der fremde Sohn“ mit Angelina Jolie in der Hauptrolle und von Clint Eastwood inszeniert, wurde ausgezeichnet. Hierzu Thomas Ays: „(…) Dass Clint Eastwood Geschichten erzählen kann, wissen wir spätestens seit „Million Dollar Baby“, in dem Hilary Swank über sich hinauswuchs. Nun darf Angelina Jolie in einem Eastwood-Streifen glänzen – und das tut sie auch! Sie macht eindrucksvoll spürbar, wie schrecklich es sein muss, ein Kind zu verlieren. Jolie ist in ihrer Darstellung eine Wucht und wurde vollkommen zu Recht für den Golden Globe und für den OSCAR als beste Schauspielerin nominiert. Authentisch, glaubwürdig und überzeugend gibt sie Christine Collins wieder und zeigt, dass sie auf der großen Leinwand beides sein kann: Action-Amazone und Charakterdarstellerin. Diesen Spagat schafft wahrlich nicht jede Schauspielerin. (…)...weiterlesen












Der seltsame Fall des Benjamin Button

Der letzte von Thomas Ays mit der Sonderwertung ausgezeichnete Film ist das Drama „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ mit Brad Pitt und Cate Blanchett in den Hauptrollen. Hier ein Kritikauszug: „(…) Regisseur David Fincher schafft es nicht nur, eine einzigartig schöne und originelle Geschichte stimmig zu inszenieren, er lässt während seiner 166 Minuten auch keine Langeweile aufkommen. „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ ist kein Hollywood-Blockbuster, sondern eine leise erzählte, tiefsinnige und wundervoll in Szene gesetzte Geschichte, die glaubhaft, authentisch und poetisch erzählt ist. Für solche Filme gibt es die große Leinwand – und für ihre Schauspieler diverse Filmpreisveranstaltungen....weiterlesen


Für Melanie Frommholz gab es 2009 ebenfalls sechs herausragende Filme. Neben „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ lobte sie außerdem folgende Filme über den grünen Klee.












Away we go – Auf nach nirgendwo

Der relativ unbekannte, von Sam Mendes inszenierte “Away we go – Auf nach nirgendwo” erhielt im Oktober satte 6/5 Punkten. Hierzu Melanie Frommholz: „Sam Mendes steht für besonderes Kino – mal beklemmend wie in „American Beauty“, mal berührend wie in „Zeiten des Aufruhrs“, mal aufrüttelnd wie in „Jarhead – Willkommen im Dreck“. In jedem Fall erzählt der Brite immer eine großartige Geschichte auf die ihm eigene, so eindringliche Art. Der Filmemacher hat einen besonderen Blick für den Moment und er versteht es diesen mittels der Kamera auf Zelluloid zu bannen. Wenn wir diesen Moment dann im Kino erleben dürfen, bringt er unser Inneres zum Klingen. Spätestens dann kann man sich der Geschichte nicht mehr entziehen, lebt völlig in ihr auf und verfolgt das Schicksal der Figuren gefesselt. (…)...weiterlesen












Sieben Tage Sonntag

Der deutsche Problemfilm “Sieben Tage Sonntag“ erhielt bereits auf den Biberacher Filmfestspielen 2007 von unserer Redakteurin die Sonderwertung. 2009 durfte der Film von Niels Laupert dann endlich im Kino starten. Kritikauszug: „Sieben Tage Sonntag“ ist ein Film der einen von Beginn an packt, mitreißt und bis zum bitteren Ende nicht mehr loslässt. Die Studienabschlussarbeit des Regisseurs Niels Laupert und seines Teams ist aufwühlend und lässt ein fassungsloses Publikum zurück. Denn eine Antwort auf die alles entscheidende Frage nach dem „Warum?“ liefert der Filmemacher nicht. Auch keine Erklärungsversuche oder moralischen Interpretationen. Er erzählt einfach die Geschichte von Tommek und Adam und trifft mit dieser Herangehensweise genau ins Schwarze. (…)...weiterlesen












C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben

Auch der im April gestartete, französische Film „C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben“ erhielt nur lobende Worte: „2008 brachten uns die Franzosen mit der Komödie „Willkommen bei den Sch’tis“ herzhaft zum lachen. 2009 berühren sie mit „C’est la vie – so sind wir, so ist das Leben“ unsere Herzen. Noch besser als der deutsche Titel passt der originale „Der erste Tag vom Rest Deines Lebens“ auf den Film. Zusammen mit jedem Familienmitglied erleben wir einen entscheidenden Wendepunkt in seinem und/oder dem Familienleben. Die Duvals wachsen einem dabei richtig ans Herz, so dass man sich von Minute zu Minute mehr mit ihnen identifiziert. Ohne Kitsch und Pathos wird der Zuschauer hier mitgenommen in den Alltag. Die Duvals sind nichts „Besonderes“, ihre Probleme, Freuden und Ängste kennen wir alle. Ihr Scheitern und ihre Verluste haben wir alle schon erlebt. Doch genau darum will alles glaubhaft und gekonnt in Szene gesetzt werden. (…)...weiterlesen












Star Trek

Heiß erwartet und von Moviesection.de mit einem Mega-Special begrüßt, kam endlich der neue „Star Trek“ in die internationalen Kinos. Für Melanie Frommholz ganz klar ein Grund, auch hier die Sonderwertung zu verteilen. „Es wurde im Vorfeld gebibbert, gezittert und gehofft. Würde es gelingen den „Star Trek“ Kult in eine neue Ära zu hieven und die alten Fans ebenfalls abzuholen? Und dies dazu noch von Machern, die nicht alle ausgemachte Fans des Universums von Ideengeber Gene Roddenberry sind? Nach knapp 127 Filmminuten ist klar: Besser hätte es nicht laufen können! J. J. Abrams und sein Team haben alles, aber auch wirklich alles richtig gemacht. „Star Trek“ No. 11 ist witzig, spritzig, actiongeladen und ein echter Augenschmaus. Die Handlung reicht von spannungsgeladen bis ironisch und wird dem Kultanspruch mehr als gerecht. Gekonnt wird mit den lieb gewonnenen Klischees der Serie gespielt, aber auch neue Impulse werden nicht vergessen. Dieser Streifen ist derart kurzweilig und unterhaltsam, dass man am liebsten gleich eine weitere Kinokarte lösen möchte. So muss ein Neustart aussehen! (…)...weiterlesen












Avatar

Der Film des Jahres ist wohl ganz klar der von James Cameron („Titanic“) inszenierte „Avatar – Aufbruch nach Pandora“. Hierzu Melanie Frommholz: „(…) James Cameron und sein Team haben es bei „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ geschafft, dass sich die Grenze zwischen Animation und Realität auflöst. Schauspieler, Set und Tricktechnik werden eine untrennbare Einheit und verschmelzen zu einem genialen visuellen Erlebnis für den Kinobesucher. 15 Jahre sind vergangen, seit Cameron die Geschichte dieses Films erdachte. Das Warten hat sich gelohnt, denn nun endlich ist auch das Kino so weit, dass wir dem Filmemacher nach Pandora folgen können....weiterlesen













Zeiten des Aufruhrs

Für Kathrin Lang gab es 2009 lediglich drei Filme, die die Sonderwertung verdienten. Neben „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ und "Avatar" war für sie „Zeiten des Aufruhrs“ ein klares Kinohighlight. Hierzu ein Kritikauszug von Thomas Ays: „„Produced for the OSCARs!“ könnte in goldfarbenen Lettern auf dem Filmplakat prangen, nachdem man „Zeiten des Aufruhrs“ gesehen und sich gleichzeitig auch wieder davon erholt hat. Regisseur Sam Mendes, der bereits mit „American Beauty“ einen Welterfolg landen und gleichzeitig den OSCAR für die beste Regie einheimsen konnte, bringt nach über 10 Jahren das „Titanic“-Traumpaar Kate Winslet und Leonardo DiCaprio wieder zusammen. Ein Glück für den Regisseur, denn diese beiden, schlicht phantastischen Schauspieler sorgen dafür, dass „Zeiten des Aufruhrs“ erst sehenswert wird. (…)...weiterlesen


Für unsere Redakteurin Stefanie Rufle gab es 2009 vier Filme, die als „Herausragendes Kino“ zu bezeichnen waren. Neben „Milk“, „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ und „Avatar“ vergab sie ihre 6/5 Punkte an:












Wüstenblume

Bereits das Buch betitelte Stefanie Rufle als „Lesenswert!“. Und auch der Film übertraf ihre Erwartungen. Sie schrieb: „Wüstenblume“ ist einer dieser wenigen Filme, die den Zuschauer im Innersten berühren, ohne jedoch in deprimierendem Elend zu versinken. Hier verbinden sich die unterschiedlichsten Stimmungen miteinander, so dass man im einen Augenblick herzhaft lachen kann, im anderen über die wunderschönen Bilder und Kameraeinstellungen staunt und manchmal vor Entsetzen und Fassungslosigkeit weinen muss. Dabei überzeugt dieser Film von Anfang bis Ende – was vor allem den großartigen Darstellern zu verdanken ist. Liya Kebede ist beinahe schon eine Hommage an die wunderschöne Waris Dirie – sie verfügt über eine Schönheit, die weit über die sichtbaren Schönheitsattribute hinausgeht. (…)...weiterlesen


Unser Kölner Redakteur Achim Lay vergab 2009 lediglich zwei Sonderwertungen.












Das weiße Band

An „Das weiße Band“ glaubte unser Redakteur anfangs nicht so recht, zeigte sich nach dem Kinoabend jedoch vollauf begeistert und adelte den deutschen Film mit der Sonderwertung. „Das weiße Band" ist ein Film von solcher Perfektion, dass keine Form der Kritik ihm gerecht werden könnte! Michael Hanekes Meisterwerk, in der Anonymität der norddeutschen Provinz angesiedelt, ist von universeller Bedeutung und zeitloser Brisanz. Stilistisch ist der Film dem europäischen Autorenfilm verhaftet. In schwarz-weiß gedreht, ohne musikalische Untermalung versehen, suggeriert er ein hohes Maß an Authentizität. (…)...weiterlesen












The Wrestler

Seine zweite Sonderwertung ging 2009 an „The Wrestler“ mit Mickey Rourke in der Hauptrolle. Hierzu schrieb er: „Darren Aronofskys’ Außenseiterballade verhalf Mickey Rourke zu DEM Comeback der letzten Jahre. Seine darstellerische "Tour de force" ist ein Husarenstück und man hätte ihm, bei allem Respekt vor Sean Penns’ Leistung in “Milk”, einen OSCAR gewünscht. Man riecht seinen Schweiß, spürt seinen Schmerz und fühlt mit einem Mann, dessen Leben von körperlichen Schmerzen und seelischen Abgründen geprägt ist. Rourke, der alle Höhen und Tiefen des Showbusiness am eigenen Leib erfahren hat, kennt die Szenerie aus eigener Erfahrung. Jahrelang schlug er sich als drittklassiger Boxer durchs Leben. Eine Erfahrung, die ihm hier zugute kommt. Auch optisch, von misslungenen Schönheits-Operationen gezeichnet, ist er die optimale Besetzung des abgehalfterten Kämpfers.
Die Studie der Wrestling-Szene, wo der Ausgang der Kämpfe im vornherein abgesprochen wird, erscheint ausgesprochen realistisch. Die Kämpfe im Ring sind packend und virtuos inszeniert. Doch bildet der Kampf, den Rourkes’ Figur mit sich und seinen Mitmenschen auszufechten hat, das emotionale Zentrum der Story. Unterstützung findet er bei einem stimmigen Cast mit der bemerkenswerten Marisa Tomei an der Spitze. (…)...weiterlesen













Sieben Leben

Für unseren jungen Kollegen Sascha Koch gab es in diesem Kinojahr ebenfalls nur zwei Filme, die sich richtig lohnten: Neben "Avatar" vor allem „Sieben Leben“. Hierzu schrieb er: "Mit „Sieben Leben“ kommt das wohl beste Drama 2009 und der beste Will Smith aller Zeiten in die Kinos. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass einen dieser Film einfach nur umhaut. Nach diesen 123 Minuten bleibt der Zuschauer aufgelöst, erschöpft, nachdenklich, berührt, erschrocken und verblüfft zurück. Lange bleibt über den Film hinweg der wahre Grund für Bens Verhalten verborgen, was vielleicht teilweise etwas störend wirkt, letztendlich aber dem Schock zum Schluss nur noch mehr Intensität verleiht.

Das hier erzählte, heikle Thema wird sowohl vom Drehbuch, als auch von den Schauspielern wahnsinnig authentisch transportiert, so dass es glaubwürdig ist und keinen Moment lang aufgesetzt wirkt. „Sieben Leben“ ist ein Film, in den man sich einfach fallen lassen kann und muss – Eventuellen Logikfehlern zum Trotz. Dazu wird man auch schon fast durch den absolut genialen Will Smith gezwungen, der seiner Figur so viel Wirklichkeit, Seele, Authentizität und Charakter verleiht, dass man sich ihrer nicht entziehen kann. Auch Rosario Dawson macht ihre Sache mehr als gut, was schlussendlich ein perfektes Duo zur Folge hat, welches mitreißt und mitfiebern lässt. So gut hat man Will Smith noch nie gesehen! Unglaublich! Ebenfalls schwingt eine nachdenklich machende Botschaft mit, die einen selbst in sich gehen lässt. (…)...weiterlesen


Wo Licht, da ist auch Schatten. Natürlich gab es in dem vergangenen Kinojahr auch echte Filmflops, die unsere Redakteure gnadenlos verrissen. Der Durschnitt an schlechten Bewertungen hielt sich 2009 jedoch stark in Grenzen. Von 298 abgegebenen Bewertungen wurden lediglich 5 (!) Mal die 1/5 Punkte vergeben. WOW!












Schrecklich: Final Destination 4

Für Thomas Ays und Stefanie Rufle hieß der Filmschrott eindeutig „Final Destination 4“. Hierzu ein Kritikauszug: „(…) Hier findet man genau zwei Dinge richtig gut: Den Vorspann und den Abspann. Der Rest ist reif für die Mülltonne. Schlampig agierende Schauspieler wechseln sich mit abartig geistlosen und wirklich widerlich unlogischen Szenen ab und beweisen, dass nun endgültig der Ofen aus ist – und auch bleiben sollte! Wenn ein Horrorfilm à la „Final Destination“ eher zum Lachen als zum Gruseln animiert, ist schon viel richtig falsch gelaufen.
Unterm Strich bleibt: Am aller, aller meisten hätte der Film selbst den Tod finden müssen – noch bevor er überhaupt auf die Leinwand durfte. Dass man ihm die Veröffentlichung zugestanden hat, heißt nicht, dass die Macher stolz auf ihr Filmchen sind, sondern nur wieder möglichst viel Kohle aus einem altbekannten und bewährten Projekt zu pressen versuchen. Ekel erregend!
Im Original heißt „Final Destination 4“ im Übrigen „The Final Destination“. Es gibt also doch einen Gott....weiterlesen













Furchtbar: Zwölf Runden

Vor Frust geschrien haben muss auch unsere Redakteurin Kathrin Lang, als sie aus dem Film „Zwölf Runden“ kam. Die Kritik erweckt jedenfalls den Eindruck. Hier eine vollständige Geschmacksprobe (Sie ist es wert): „Kenn sie den schon? „Treffen sich zwei Detectives im Ghetto von New Orleans, um nach einem Hinweis für einen möglichen Tatort zu suchen. Sagt der eine zum anderen: „Hey, da ist ein Graffiti an der Wand. Zwei Gratzahlen und zwei Uhrzeiten.“ Der andere: „Was könnte das bedeuten?“ Der eine: „Gratzahlen, Uhrzeiten. Was bedeutet das bloß?“ Der andere: „Hey, ich weiß was das bedeutet, das sind Koordinaten.“ Der eine: „Mensch, woher weißt das nur?“ Welcome to the wonderful world of „Zwölf Runden".

„Ich kaute gerade auf einem Sandwich herum und räsonierte über die achthundert Dollar, die noch auf meinem Bankkonto lagen. Vielleicht war ich doch im falschen Geschäft. Da klingelte das Telefon. Am anderen Ende waren die Produzenten, die mir sagten, dass John Cena und WWE Films mein Buch verfilmen wollten.“ (Drehbuchautor Daniel Kunka)
Ja, hätte Kunka doch bloß weiter auf seinem Sandwich gekaut, dann wäre er früher oder später bestimmt darauf gekommen, dass er mit der Annahme, vielleicht im falschen Geschäft tätig zu sein, vollkommen richtig lag. Selten, wirklich selten schafft es ein solch grottenschlechtes Drehbuch wie dieses bis in die Lichtspielhäuser. Bereits wenige Minuten nach dem Vorspann ist eigentlich schon alles klar: In den kommenden 108 Minuten Spiellänge wird der Zuschauer eine Salve an miserablen Dialogen und gänzlich sinnfreien Handlungsverläufen über sich ergehen lassen müssen. Gnadenlos und geradezu brutal in seinem Nonsens, kann man diesem ganzen Actionspektakel nur kopfschüttelnd gegenübertreten. Hier wird sich wirklich jedem Klischee bedient - Von „Schatz, vertraust du mir?“, bis hin zu „Ich habe immer an dich geglaubt“, kann „Zwölf Runden“ wirklich alle flachen Sprüche in seinem Repertoire vorweisen und nimmt sich dabei, und das ist wohl mit das Schlimmste an der ganzen Sache, auch noch vollkommen ernst.

Dass „Zwölf Runden“ so ist wie er ist, kann nur an der geistigen Umnachtung der gesamten Filmcrew liegen. Während Produzent Mark Gordon dem Hauptdarsteller John Cena durch diesen Auftritt eine große Karriere als Hollywoodstar prognostiziert, glaubt Regisseur Renny Harlin, dass sein Film realitätsnah sei und sein Actionheld Sinn für Humor habe. Hallo? Erde an Filmcrew: Euer Film dürfte mit das Schlimmste sein, das das Kinojahr 2009 für sein Publikum bereithält....weiterlesen













Ätzend: Transporter 3

Für Sascha Koch gehörte „Transporter 3“ zu den schlechtesten Filmen 2009. Hierzu unsere Redakteur Thomas Ays, der noch 3/5 Punkten vergab: „Jason Statham – momentan so oft im Kino, wie manch leidiger Filmkritiker – stand noch nie für anspruchsvolle Unterhaltung – muss er auch nicht. Die Jungs lieben ihn für seine einsilbigen Dialoge, seine rüde Art und seine machohaften 80er Jahre Figuren, die er so gerne spielt. Frank Martin ist eine von ihnen. Man könnte diesen Charakter buchstäblich 20 Jahre zurück neben John McClane aus „Stirb Langsam“ oder Martin Riggs aus „Lethal Weapon“ stellen und niemand würde meckern. Tatsächlich, und das ist hier die Kunst, überlebt diese Figur und beschert auch 2009 vielen männlichen Kinogängern einen zufriedenstellenden Abend. Warum nur? Wegen der dummen Sprüche? Dem „männlichen“ Vorbild? Ganz sicher sogar wegen der Action, die Regisseur Olivier Megaton nicht eindrucksvoll, aber sehr sehenswert einfing. Luc Besson, Frankreichs Regieaushängeschild, zeichnet sich wieder für Produktion und Drehbuch verantwortlich und beschert uns einen 104minütigen Audi-Werbefilm per excellence. Erneut ist diese Karre nicht kleinzukriegen und wurde von den „Transporter 3“-Machern wieder sehr edel und kunstvoll in Szene gesetzt. Ob Kino als Werbeträger derart missbraucht werden darf, muss jeder selbst entscheiden. (…)...weiterlesen


Auf nach 2010.

2010 scheint ebenfalls ein großartiges Filmjahr zu werden. Neben der Meryl Streep-Komödie „Wenn Liebe so einfach wäre“ kommt mit „Sherlock Holmes“ eine weitere Neuauflage in die Kinos – und das gleich im Januar.

Im Februar sehen wir George Clooney in „Up in the Air“ und auch der zweite Teil der „Millenium-Trilogie“ „Verdammnis“ wird im Februar starten. Heiß ersehnt dürften auch „Percy Jackson – Diebe im Olymp“, „Wolfman“ und „Valentinstag“ mit echter Starbesetzung werden. Ebenfalls im Februar starten auch die Buchverfilmung „In meinem Himmel“ und die Sandra-Bullock-Komödie „Verrückt nach Steve“. Auch das starbesetzte Musical „Nine“ und der Martin Scorsese-Streifen „Shutter Island“ werden für Aufregung sorgen.

Im März freuen wir uns auf dem Tim-Burton-Streifen „Alice im Wunderland“ und das Sandra-Bullock-Drama „The Blind Side“. Auch „Zahnfee auf Bewährung“ verspricht viel Gutes.

Weiterhin vielversprechend klingen der Animationsfilm „Drachenzähmen leicht gemacht“, sowie „Kampf der Titanen“ mit Hollywoods heißestem Newcomer, Sam Worthington. Auch „Iron Man 2“ und „Robin Hood“ mit Russell Crowe, sowie „Sex and the City 2“ dürften interessant werden.

Wir freuen uns auf ein weiteres ereignisreiches, spannendes und unterhaltsames Kinojahr mit Euch.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern für ihre Treue und wünschen einen guten und sanften Rutsch ins Neue Jahr.

Viel Spaß im Kino.
Thomas Ays & Kathrin Lang
für die Moviesection.de-Redaktion