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Interview mit Schauspielerin Hayden Panettiere


Zur Filmkritik von "Scream 4"

„Ich wollte keinen schlechten Horrorfilm machen.“

Hayden Panettiere ist auf PR-Tour in Deutschland. Der Grund: Der neue "Scream". Der vierte Teil startete bei uns am 5. Mai in den Kinos. Moviesection.de traf Hayden am 4. Mai in Berlin zum Interview.

Moviesection.de: Würdest du dich selbst als einen Horrorfan beschreiben?
Hayden Panettiere: Früher mochte ich Horrorfilme sehr gerne, weil ich anschließend zwischen meiner Mum und meinem Dad im Bett liegen konnte. Als ich jedoch damit aufgehört habe, bei meinen Eltern zu schlafen, habe ich ein Problem mit Horrorfilmen bekommen. Mein Verhängnis war, dass meine Vorstellungskraft ziemlich schnell verrückt gespielt hat. Selbst in Anbetracht der Tatsache, dass ich damit aufgewachsen bin Filme und Shows zu machen, und ich daher eigentlich schon früh wusste wie solche Filme entstehen und wie sie funktionieren, sind Horrorfilme für mich noch immer ein sehr, sehr gruseliges Konzept. Ich mag es überhaupt nicht - es sei denn jemand sitzt neben mir. (lacht)

Moviesection.de: Ist es leichter Teil eines Horrorfilms zu sein, als einen im Kino anzuschauen?
Hayden Panettiere: Es ist etwas ganz anderes, wenn man Teil des Films ist. Am Set hatten wir unglaublich viel Spaß. Ich habe es geliebt. Dennoch gab es viele Dinge im Script, die sich kurzfristig während des Drehs verändert haben. Im Nachhinein hat mich Vieles überrascht, so dass ich tatsächlich manchmal vor Schreck aufgesprungen bin.

Moviesection.de: Im Vergleich zu anderen Horrorfilm-Serien: Was macht “Scream” so besonders?
Hayden Panettiere: Ich habe die „Scream“-Serie früher geliebt, weil sie eine ganz andere Art von Horrorfilm war. Ich hab den scheußlichen Mann mit der Maske, dessen Auftreten durch die Komik der Filme im Allgemeinen immer etwas gelindert wurde, total gemocht. Bei „Scream“ ging es wie bei einer Achterbahnfahrt immer auf und ab – man hat Angst und dann ist es doch wieder lustig.

Moviesection.de: Wie kamst du zu der Rolle in “Scream 4”?
Hayden Panettiere: Ich wollte immer mal einen Horrorfilm drehen und hab auch viele Angebote für solche Rollen bekommen. Mit Horrorfilmen ist es heute jedoch schwierig: Sie können sehr aufregend und toll sein oder eben auch sehr schrecklich. Insofern war es für mich sehr schwierig einen herauszusuchen, in dem ich auch wirklich mitspielen wollte. Denn natürlich wollte ich keinen schlechten Horrorfilm machen. Und dann kam „Scream 4“: Die Originalbesetzung war beteiligt und Wes Craven führte Regie. Ich vertraute darauf, dass er weiß, was er macht und dass der Film bei ihm in vertrauensvollen Händen liegt.

Moviesection.de: Als der erste Teil von “Scream” in die Kinos kam, warst du noch sehr jung. Hättest du jemals gedacht, dass du, eines Tages, Teil der Serie ein wirst?
Hayden Panettiere: Nein, niemals! Eine Karriere funktioniert auch immer sehr spontan. Es gibt so viele Dinge, die man planen, die man sich wünschen oder auf die man hoffen kann… und eines Tages steht man mit Neve Campbell und dem Killer im Ghostface-Kostüm am Set. Dass ich eines Tages ein Teil davon sein würde, hätte ich niemals gedacht.

Moviesection.de: Wie war die Beziehung zwischen der “jungen“ und der „alten“ Generation am Set?
Hayden Panettiere: Die alte Generation hat uns mit offenen Armen empfangen, aber für mich war es immer wichtig, mich ihnen mit einem gewissen Respekt anzuschließen. Immerhin waren sie zusammen viele Jahre lang sehr erfolgreich und haben auch andere Filme miteinander gedreht. Sie sind eine bereits etablierte Familie. Man muss also einen Weg finden, um in die Gruppe reinzukommen und dann muss man schauen, wie man da hineinpasst. Das hat aber alles sehr gut funktioniert, sie waren gar nicht egoistisch. Man muss aber auch dazu sagen, dass wir Jungen es leicht hatten, weil wir den Älteren zahlenmäßig massiv überlegen waren. (lacht)

Moviesection.de: Du hast schon als Kleinkind damit angefangen, im Filmbusiness zu arbeiten. Wann hast du für dich selbst gemerkt, dass die Schauspielerei genau das ist, was du dein ganzes Leben lang machen willst?
Hayden Panettiere: Solange ich mich erinnern kann, ist das Filmbusiness ein Teil meines Lebens - ich bin damit groß geworden. Die Schauspielerei war immer da und hat immer ganz normal zu meinem Leben dazugehört. Etwas später, als ich ein Teenager war, vielleicht so 18 Jahre alt oder etwas jünger, da kam mir zum aller ersten Mal der Gedanke, dass ich auch etwas anderes machen könnte, wenn ich das möchte. Aber obwohl es immer wieder Höhen und Tiefen gab, liebe ich bis heute was ich mache. Ich bin mit dem Lifestyle, den der Beruf mit sich bringt, aufgewachsen – das Reisen, die vielen Leute. Ich liebe die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten. Das ist auch das Tolle an dieser Industrie: Man kann darin arbeiten, gleichzeitig kann man aber auch etwas anderes nebenher machen. Diese Möglichkeit hat man immer.

Moviesection.de: Was könnte das in deinem speziellen Fall sein?
Hayden Panettiere: Ich würde gerne mehr mit Tieren arbeiten. Ich wollte früher immer in Zoos arbeiten.

Moviesection.de: Über deine Rolle in der Serie “Springfield Story” hast ein einmal gesagt: “Wenn die Kamera angeht, bin ich nicht mehr Hayden, dann bin ich Lizzie!“ Trifft das bei dir auf jede Rolle zu?
Hayden Panettiere: Absolut, ich versuche das zumindest immer! Dazu fähig sein, sich selbst in die Figur und den anderen Körper hineinzuversetzen und sich dagegen nicht zu wehren, ist die größte Herausforderung.

Moviesection.de: Fällt das bei Rollen für TV-Serien leichter?
Hayden Panettiere: Das macht keinen all zu großen Unterschied – es gibt immer gute und schlechte Tage. Ich mag die Arbeit für Fernsehserien allerdings sehr. Die Tatsachen, dass es für längere Zeit ist, dass man jeden Tag an das gleiche Set kommt und dort immer wieder den gleichen Charakter spielt und sich mit der Zeit so eine Art Familie am Set bildet, finde ich sehr schön.

Moviesection.de:
Vermisst du die Arbeit für “Heroes”?
Hayden Panettiere: Oh ja, absolut. Das war wie eine große Familie. Als ich angefangen habe “Heroes” zu drehen, war ich 16 Jahre alt. Nach all den Jahren kommt man sich durch das Projekt sehr nahe. Das war eine tolle Erfahrung und ich vermisse „Heroes“ sehr.


© Textmaterial: Kathrin Lang, Moviesection.de