Paul Greengrass

Biographie

Paul Greengrass © Universal Pictures

Geboren am 13.08.1955 in Cham, England, Großbritannien Autor Melanie Frommholz

Geboren 1955, erste Regiearbeit im Jahr 1985. Paul Greengrass ein Spätberufener in Sachen Kino? Wahrlich nicht. Der Brite ist ein alter Hase in Sachen bewegte Bilder. Nach einem Studium der Anglistik an der Cambridge University begann er seine Karriere als Journalist und Regisseur der BBC-Serie „World in Action“. Dokumentationen über die Rockband U2 oder von IRA-Gefangenen während des Hungerstreiks stammen aus dieser Zeit. Kriege, politisch brisante Affären, soziale Konflikte, das sind die Themen, die die Arbeit des vielseitig ambitionierten Briten bestimmen. Ende der 80 Jahre betätigte er sich neben der Arbeit als Journalist und Regisseur auch erstmals als Autor. 1987 erschein sein Buch „Spycatcher“ und 1988 legte er mit „The Enterprise“ nach; beides Spionagethriller. In Sachen Kino begann die Karriere des Paul Greengrass wie gesagt 1989 mit dem Spielfilm „Resurrected“. Die Geschichte des englischen Soldaten Kevin Deakin, der während des Falkland-Krieges das Gedächtnis verliert gewann bei den Berliner Filmfestspielen den Interfilm Award und den OCIC Award und war für den Goldenen Bären nominiert. Was für ein Einstand!

Ob TV-Film oder Kinoprojekt, Paul Greengrass blieb mit seinen nachfolgenden Arbeiten seiner Linie der umstrittenen Themen treu, versucht sich aber auch an Anderem. So dreht er 1998 „Vom Fliegen und anderen Träumen“, eine zartbittere Romanze mit Helena Bonham Carter und Kenneth Branagh in den Hauptrollen. 2002 war es mit „Bloody Sunday“, eine halbdokumentarische Geschichte über die Eskalation des Nordirland-Konfliktes am 30. Januar 1972, jedoch wieder ein politischer Film, der ihm bei den Berliner Filmfestspielen den Goldenen Bären einbrachte. Sein nächstes Projekt führte Paul Greengrass auf unbekanntes Gebiet: nach Hollywood. Für den zweiten Teil der Odyssee des Agenten Jason Bourne „Die Bourne Verschwörung“ übernahm er den Regiestuhl und machte damit endgültig international von sich reden. Matt Damon gehört seit diesem Projekt zu seinen bevorzugten Schauspielern. Mit „Flug 93“ kam 2006 von ihm das erste Projekt in unsere Kinos, welches die Ereignisse des 11. September 2001 thematisiert. 2007 lief der Abschluss der Bourne-Trilogie "Das Bourne Ultimatum" an. Drei Jahre lies sich der Filmemacher Zeit bis er mit „Green Zone“ erneut die Leinwände eroberte. Erneut war der smarte Matt Damon in einer knallharten Rolle zu sehen und erneut legte Greengrass den Finger in eine offene Kriegswunde. Diesmal nahm er sich der Frage an, ob es im Irak tatsächlich Massenvernichtungswaffen gab, die das Eingreifen der US-Streitkräfte gerechtfertigt hätten. Für 2013 ist mit „They Marched Into Sunlight“ ein weiteres Kriegsdrama von dem Filmemacher in Vorbereitung.


Filmographie Paul Greengrass

  • 1985: World in Action (TV-Serie) (auch Produzent)
  • 1989: Resurrected
  • 1992: Cutting Edge (TV-Serie) (auch Produzent)
  • 1993: When the Lies Run Out (TV)
  • 1994: Unter Beschuß (TV) (auch Drehbuch)
  • 1995: Kavanagh QC (TV-Serie)
  • 1995: The Late Show (TV-Serie)(auch Drehbuch)
  • 1996: Todeskommando Irak (TV) (auch Drehbuch)
  • 1997: The Fix (TV) (auch Drehbuch)
  • 1998: Vom Fliegen und anderen Träumen
  • 1999: The Murder of Stephen Lawrence (TV) (auch Drehbuch)
  • 2002: Bloody Sunday (auch Drehbuch)
  • 2004: Die Bourne Verschwörung
  • 2004: Omagh (TV) (nur Drehbuch, Produzent)
  • 2006: Flug 93
  • (auch Drehbuch, Produzent)
  • 2007: Das Bourne Ultimatum
  • 2010: Green Zone
  • 2013: They Marched Into Sunlight (auch Drehbuch)

Filmpreise

OSCAR Nominierungen:
2006: Beste Regie: Flug 93