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Alfred Hitchcock †

Biographie

Alfred Hitchcock © Universal Pictures

Geboren am
Gestorben am
13. 08. 1899
29. 04. 1980
in Leytonstone, London, England, Großbritannien
Bel Air, Los Angeles, Kalifornien, USA
Autor Thomas Ays

„Der Großmeister des Schreckens“, so der wahrscheinlich ewig währende Titel des Filmemachers Alfred Hitchcock. Hinter diesem Titel steckt jedoch noch viel mehr als nur eine schmeichelhafte Bezeichnung. An diesem Mann hätten Psychologen wohl ihre wahre Freude gehabt. An der Biographie dieses Genies sieht man wieder, wie wichtig das familiäre und gesellschaftliche Umfeld eines Kindes und Jugendlichen ist. Bei Alfred Hitchcock „musste es so kommen“.

Geboren 1899, in eine Zeit und vor allem in eine Gegend, in der Jahre zuvor Jack the Ripper sein Unwesen trieb, wuchs Alfred als jüngster von 3 Kindern auf. Seine Eltern hatten einen Gemüseladen und wenig Zeit für ihre Kinder. Die Geschwister, William, bei der Geburt Alfreds 9 Jahre alt, und Ellen, 7, sind von der Ankunft des neuen Babys wenig begeistert, um es vorsichtig auszudrücken. Auch später änderte sich dieser Zustand nicht. Die Geschwister konnten mit dem Jüngsten nie viel anfangen.
Hier entstand das erste prägende Erlebnis des Alfred Hitchcock. Die Eltern hatten aufgrund des Ladens keine Zeit, die Geschwister konnten ihn nicht leiden, Freunde fand Alfred wegen seiner Schüchternheit nicht. Er litt in seiner Kindheit sehr unter Einsamkeit.
Eines Abends, die Eltern waren ausgegangen, wacht der kleine Alfred auf, suchte, schrie und weinte, fand seine Eltern aber nicht. Um sich zu trösten aß er ein rohes Stück Fleisch. Damit war der erste Stein gelegt. Alfred Hitchcock aß und aß und aß und sollte nie eine sportliche Figur bekommen. Im Erwachsenenleben wog er über 150 Kilo, was ihm später in Hollywood die Bezeichnung „Der Regisseur mit den Trompeterbacken“ einbrachte.
Im Schulalter begannen für den jungen, „dicken Kloß“, wie er in der Schule genannt wurde, weitere prägende Einschnitte. Jeden Abend musste er beispielsweise seiner Mutter am Bett erzählen, was er den Tag über erlebt hatte. Wie in der Beichtstunde verlangte sie das auch noch von ihm, als Alfred bereits Mitte 20 war. Als sein Vater 1914 starb, klammerte sich die Mutter an ihren Jüngsten, was Alfred zuließ. Die Hassliebe zur Mutter wurde später zu einem Dauerthema in seinen Filmen.

Schon früh verliebte sich „Hitch“, wie er sich selbst gerne nannte, ins Theater. Er liebte die Bühnenluft, die Bretter, die die Welt bedeuten, die Schauspielerinnen, die Atmosphäre. Doch das Theater war tabu. Das Theater, ebenso wie das Kino, gehörten, laut der Jesuitenlehre, zu den „sündigen Frivolitäten“, die mit Stockschlägen bestraft wurden. Doch Alfred ging heimlich hin und lies sich verzaubern. Später in seinen Filmen rächte er sich dafür und filmte beispielsweise Kapellen als Gefängnisse.
Zum Film kam Alfred Hitchcock durch eine Zeitungsanzeige. Als eine amerikanische Produktionsfirma in London ein Studio eröffnete, machte sich Alfred auf den Weg zum Produzenten von „The Sorrows of Satan“. Der war so begeistert von ihm, dass er ihn sofort engagierte. 1922 stand Hitchcock zum ersten Mal hinter der Kamera, als Regieassistent, 1925 dann als Regisseur.

1926 drehte Alfred Hitchcock sein erstes Meisterwerk: „Der Mieter“. Der Stummfilm machte den Namen des Regisseurs über Nacht bekannt. In diesem Film trat er auch erstmals als Statist auf, war nur kurz zu sehen und begann damit eine Tradition, die sich in seinen späteren Filmen fortsetzte. Immer wieder war Hitchcock ganz kurz zu sehen, und machte damit den so genannten „Cameo-Auftritt“ bekannt und berühmt.
Nach Filmen, wie „Der Mann, der zuviel wusste“ und „Die 39 Stufen“ klopfte Hollywood an die Tür des Briten. Von der Presse als großer Meisterregisseur gefeiert, und von amerikanischen Studiobossen mit 800.000 Dollar für 4 Filme geködert, überlegte Hitchcock nicht lange und zog 1939 mit seiner Familie nach Los Angeles.
Zu Hitchcocks größten Talenten als Filmemacher gehörte wohl, dass er bereits bevor die erste Klappe fiel wusste, wie der Film aussehen würde. Jede Einstellung, jedes Set, jede Bewegung des Schauspielers: Alles lief bereits im Kopf des Regisseurs ab. Nach dem erfolgreichen „Vertigo - Aus dem Reich der Toten“ und „Der Unsichtbare Dritte“ folgte mit „Psycho“ wohl der bekannteste Film des Regisseurs Alfred Hitchcock. Wer kennt die Szene nicht, in der Norman Bates die hilflose Marion Crane in der Dusche ersticht und das Blut den Abfluss hinunterfließt? Sicher jeder hat die berühmteste aller Duschszenen schon einmal gesehen – auch wenn er vielleicht nicht wusste, dass Hitchcock derjenige war, der sie inszenierte und damit Filmgeschichte schrieb.
1963 war es der Film „Die Vögel“, der ein weiterer Klassiker des Filmemachers werden sollte. Wie kein Zweiter schaffte es Hitchcock hier, den Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen. Auch „Marnie“ und „Frenzy“ liefen äußerst erfolgreich und festigten den guten Ruf des Briten weiter.

Doch auch hinter der Kamera ging es heiß her. Er selbst gab an, bis er 23 Jahre alt war, noch nie mit einem Mädchen ausgegangen zu sein. Selbst die Frau, in die er sich am Set verliebte, traute er sich nicht anzusprechen. Die rothaarige Cutterin hieß Alma Reville. Nach einigen Tee-Verabredungen, nahm Hitchcock auf der Fähre von Deutschland nach England all seinen Mut zusammen und hielt um die Hand seiner Alma an. Zu dieser Zeit lag die Gute seekrank in ihrer Koje. Sie konnte nur nicken und nichts sagen. Er selbst sagte später über diesen Antrag: „Das war eine meiner größten Szenen. Ein bisschen schwach im Dialog, aber wunderbar inszeniert.“ 1926 läuteten die Hochzeitsglocken. Aus dieser Verbindung, die über 50 Jahre hielt, ging 1928 Töchterchen Patricia hervor.
In diesen 50 Jahren Ehe war seine Alma seine engste Vertraute, Beraterin, Mutter seiner Tochter und seine Hausherrin – doch selten seine Geliebte. Mit der aufstrebenden Karriere stieg auch das Selbstvertrauen Alfred Hitchcocks. Seine neuen Leidenschaften wurden die blonden Schauspielerinnen. Madeleine Carroll, die er in „Die 39 Stufen“ besetzte war die erste „Hitchcock-Blondine“. Später lies er sie einfach fallen. Von Ingrid Bergman bekam Hitch einen Korb, was ihn anschließend zu der Bemerkung veranlasste, sie sei „so schön, wie blöd“. Mit Grace Kelly redete er nach ihrer Hochzeit mit Fürst Rainier von Monaco kein Wort mehr und die arme Vera Miles musste mit ihm in ihrer Garderobe stundenlang Dialoge üben. Doch am allerschlimmsten traf es Tippi Hedren. Von ihr war Hitchcock geradezu besessen. Er schrieb ihr vor, was sie privat tragen und wohin sie ausgehen durfte. Als er von ihr am Set von „Marnie“ Sex verlangte, war das Maß voll und sie redete nur noch das nötigste mit ihm.

Alfred Hitchcock: Der Großmeister des Schreckens. Er konnte mit den Gefühlen seiner Zuschauer spielen, „wie auf einer Orgel“. Und doch war Hitchcock selbst der wandelnde Angstzustand. Er fürchtete sich vor Polizeikontrollen, vor Behören und vor dem Autofahren. Er konnte nie allein sein, zitterte bei Dunkelheit und litt Zeit seines Lebens unter Höhenangst. Vor Menschen, wie er selbst zugab, hatte er schon immer die größte Angst. Und doch gelang es ihm mit seinen Filmen Millionen von Zuschauern auf der ganzen Welt in Angst und Schrecken zu versetzen und ihnen Gänsehaut über den Körper zu jagen.
Alfred Hitchcock, der 1980 in Los Angeles an Nierenversagen starb, war einer unserer größten und originellsten Regisseure und Filmemacher. Ein Genie, das wir mit Sicherheit nie vergessen werden.


Filmographie Alfred Hitchcock

  • 1922: Number Thirteen (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1923: Weib gegen Weib (nur Drehbuch)
  • 1923: White Shadows (nur Drehbuch)
  • 1924: Ehe in Gefahr (nur Drehbuch)
  • 1924: Seine zweite Frau (nur Drehbuch)
  • 1925: Die Prinzessin und der Geiger (nur Drehbuch)
  • 1925: Irrgarten der Leidenschaft
  • 1926: Bergadler
  • 1927: Abwärts (1927)
  • 1927: Der Mieter - Eine Geschichte aus dem Londoner Nebel
  • 1927: Der Weltmeister
  • 1928: Champagne (auch Drehbuch)
  • 1928: Easy Virtue (auch Schauspieler)
  • 1928: The Farmer's Wife (auch Drehbuch)
  • 1929: Erpressung (Notwehr) (auch Schauspieler, Drehbuch)
  • 1929: Sound Test for Blackmail
  • 1929: The Manxman
  • 1930: Juno and the Paycock
  • 1930: Mord - Sir John greift ein! (auch Schauspieler, Drehbuch)
  • 1931: Bis aufs Messer (auch Drehbuch)
  • 1931: Endlich sind wir reich (auch Drehbuch)
  • 1932: Nummer siebzehn (auch Drehbuch)
  • 1934: Der Mann, der zuviel wußte (1934)
  • 1934: Strauss' Great Waltz
  • 1935: Die 39 Stufen (auch Schauspieler)
  • 1936: Geheimagent
  • 1936: Sabotage
  • 1937: Jung und unschuldig (auch Schauspieler)
  • 1938: Eine Dame verschwindet (auch Schauspieler)
  • 1939: Die Taverne von Jamaika
  • 1940: Der Auslandskorrespondent (auch Schauspieler)
  • 1940: Rebecca
  • (auch Schauspieler)
  • 1941: Mr. und Mrs. Smith (auch Schauspieler)
  • 1941: Verdacht
  • (auch Schauspieler - ungenannt)
  • 1942: Saboteure (auch Schauspieler, Drehbuch)
  • 1943: Für immer und einen Tag (nur Drehbuch)
  • 1943: Im Schatten des Zweifels (auch Schauspieler)
  • 1944: Das Rettungsboot
  • 1944: Gute Reise Germany
  • 1944: Madagascar Landing
  • 1945: Ich kämpfe um Dich
  • (auch Schauspieler)
  • 1946: Berüchtigt
  • (auch Produzent - ungenannt, Schauspieler - ungenannt, Drehbuch - ungenannt)
  • 1947: Der Fall Paradin
  • (auch Schauspieler)
  • 1948: Cocktail für eine Leiche
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1949: Sklavin des Herzens (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1950: Die rote Lola
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1951: Der Fremde im Zug
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1953: Ich beichte (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1954: Bei Anruf Mord
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1954: Das Fenster zum Hof
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1955: Immer Ärger mit Harry (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1955: Über den Dächern von Nizza
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1956: Der falsche Mann
  • (auch Produzent - ungenannt, Schauspieler)
  • 1956: Der Mann, der zuviel wusste
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1957: Suspicion (TV-Serie) (auch Produzent)
  • 1958: Vertigo
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1959: Der unsichtbare Dritte
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1960: Psycho
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1960: Startime (TV-Serie)
  • 1962: Alfred Hitchcock zeigt (TV-Serie) (auch Produzent)
  • 1963: Die Vögel
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1964: Marnie
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1966: Der zerrissene Vorhang
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1969: Topas (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1972: Frenzy
  • (auch Produzent, Schauspieler)
  • 1976: Familiengrab (auch Produzent, Schauspieler)

Filmpreise

OSCAR Nominierungen:
1940: Beste Regie: Rebecca
1941: Bester Film: Verdacht
1944: Beste Regie: Das Rettungsboot
1945: Beste Regie: Ich kämpfe um dich
1954: Beste Regie: Das Fenster zum Hof
1960: Beste Regie: Psycho