Harald Reinl †

Biographie

Harald Reinl © Universum Film

Geboren am
Gestorben am
09.07.1908
09.10.1986
in Bad Ischl, Österreich
Puerto de la Cruz, Teneriffa, Spanien
Autor Thomas Ays

Eine Traumkarriere: Harald Reinl war mit seinem Herz stets dabei!
1908 als Sohn des Bergrates Ing. Hans Reinl geboren, studierte Harald Reinl, gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Kurt, Jura. Kurt wurde Rechtsanwalt, Harald nicht. 1931 wurde der erstmal, so ganz nebenbei, akademischer Skiweltmeister.
Während eines Rennens wurde Reinl dann von Arnold Fanck entdeckt und vom Fleck weg für seinen Film „Stürme über dem Mont Blanc“ engagiert. Reinl sagte zu und war in „Der weiße Rausch“ ebenfalls mit von der Partie.
Harald Reinl verfolgte jedoch seine Schauspielkarriere nur mit wenig Elan. Er eröffnete stattdessen eine Skischule mit Studienfreunden und wurde 1936 noch einmal Zweiter auf der Skisprungschanze.
Bei den dokumentarischen Kurzfilmen „Oster-Skitour in Tirol" und "Wildwasser" führte er erstmals Regie. Dann jedoch kam der Zweite Weltkrieg und Harald Reinls Karriere in dieser Branche war noch nicht soweit fortgeschritten, das er sich über Wasser halten konnte. Stattdessen stellte er Hausschuhe her und sicherte sich damit sein Einkommen.
1948 inszenierte er wieder einen Kurzfilm. „Zehn Jahre später“ ist es zu verdanken, das er von den Produzenten Josef Plesner und Hubert Schonger die Chance bekam, „Bergkristall“ zu drehen. Das Wagnis glückte und Reinl schien dort angekommen zu sein, wo er hinwollte: Beim Film.
In den folgenden Jahren drehte Harald Reinl viel Heimatfilme und Komödien. Mitte der 50er Jahre widmete sich Reinl auch dem Genre „Kriegsfilm“ und begeisterte damit Kritiker und Publikum gleichermaßen.
1959 inszenierte Harald Reinl dann seinen ersten Edgar Wallace-Krimi. Mit „Der Frosch mit der Maske“ brachte er uns den ersten Wallace-Streifen überhaupt in die Kinos. Damals glaubte noch niemand an den Erfolg solcher Filme, daher war dieser Film auch keine deutsche Produktion, wie die nachfolgenden, sondern eine dänische. Insgesamt 5-mal saß er bei diesen Filmen auf dem Regiestuhl: „Der Frosch mit der Maske“ (1959), bei „Die Bande des Schreckens“ (1960), außerdem bei „Der Fälscher von London“ (1961) und bei „Zimmer 13“ (1964). „Der unheimliche Mönch“ aus dem Jahre 1965 sollte der letzte Wallace-Streifen sein. Doch auch bei den „Dr. Mabuse“-Filmen war Reinl dabei. So brachte er uns „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“ und „Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse“ 1961 und 1962.
Dabei sollte es jedoch nicht bleiben. Nach „Die Nibelungen“ beigeisterte Harald Reinl mit der „Winnetou“-Trilogie auch internationales Publikum.
In den 70er Jahren waren es Filme, wie „Wir hau'n die Pauker in die Pfanne“ und „Grün ist die Heide “, die zu Reinls Regie-Arbeiten gehörten. 1982 brachte er mit „Im Dschungel ist der Teufel los“ sein letztes Projekt auf die Leinwand.
Nachdem die Ehe mit Corinna Frank in die Brüche ging, heiratete er 1964 die Schauspielerin Karin Dor. Aus dieser Ehe stammt Sohn Andreas. Doch auch diese Verbindung hielt nicht und wurde 1968 wieder geschieden. Seine dritte Frau, die ehemalige tschechische Schauspielerin Daniela Maria Delis, heiratete er Mitte der 70er Jahre. Die beiden lebten zurückgezogen in Puerto de la Cruz auf Teneriffa. Hier wurde Harald Reinl von seiner Frau am 09.10.1986 hinterrücks erstochen.


Filmographie Harald Reinl

  • 1930: Stürme über dem Mont Blanc (nur Schauspieler)
  • 1931: Der weiße Rausch - Neue Wunder des Schneeschuhs (nur Schauspieler)
  • 1932: Abenteuer im Engadin (nur Schauspieler, ungenannt)
  • 1937: Wilde Wasser (auch Drehbuch, Schnitt)
  • 1939: Osterskitour in Tirol (auch Drehbuch, Schnitt)
  • 1948: Zehn Jahre später (auch Drehbuch, Schnitt)
  • 1949: Bergkristall (auch Drehbuch, Schnitt)
  • 1951: Gesetz ohne Gnade (auch Schnitt)
  • 1951: Nacht am Mont-Blanc (auch Drehbuch, Schnitt)
  • 1952: Hinter Klostermauern (auch Drehbuch)
  • 1952: Der Herrgottschnitzer von Ammergau
  • 1953: Der Klosterjäger
  • 1954: Der schweigende Engel (auch Drehbuch)
  • 1954: Rosen-Resli (auch Drehbuch)
  • 1955: Solange du lebst (auch Drehbuch)
  • 1956: Ein Herz schlägt für Erika
  • 1956: Die Fischerin vom Bodensee (auch Drehbuch)
  • 1956: Johannisnacht
  • 1957: Die Prinzessin von St. Wolfgang (auch Drehbuch)
  • 1957: Die Zwillinge vom Zillertal (auch Drehbuch)
  • 1957: Almenrausch und Edelweiß
  • 1958: Die grünen Teufel von Monte Cassino
  • 1958: U47 - Kapitänleutnant Prien
  • 1958: Romarei, das Mädchen mit den grünen Augen
  • 1959: Paradies der Matrosen
  • 1959: Edgar Wallace: Der Frosch mit der Maske
  • 1960: Edgar Wallace: Die Bande des Schreckens
  • 1960: Wir wollen niemals auseinandergehen
  • 1961: Edgar Wallace: Der Fälscher von London
  • 1961: Im Stahlnetz des Dr. Mabuse
  • 1962: Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse
  • 1962: Der Teppich des Grauens
  • 1962: Der Schatz im Silbersee
  • 1963: Die weiße Spinne
  • 1963: Der Würger von Schloß Blackmoor
  • 1963: Winnetou - 1. Teil
  • 1964: Edgar Wallace: Zimmer 13
  • 1964: Winnetou - 2. Teil
  • 1965: Der letzte Mohikaner (1965)
  • 1965: Winnetou - 3. Teil
  • 1965: Edgar Wallace: Der unheimliche Mönch
  • 1966: Das Schwert der Nibelungen
  • 1966: Die Nibelungen, Teil 1: Siegfried (auch Drehbuch)
  • 1967: Die Nibelungen, Teil 2: Kriemhilds Rache (auch Drehbuch)
  • 1967: Die Schlangengrube und das Pendel
  • 1968: Dynamit in grüner Seide
  • 1968: Der Tod im roten Jaguar
  • 1968: Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (auch Drehbuch)
  • 1969: Todesschüsse am Broadway
  • 1969: Dr. med. Fabian - Lachen ist die beste Medizin
  • 1969: Pepe, der Paukerschreck (auch Schauspieler, ungenannt)
  • 1970: Erinnerungen an die Zukunft (auch Drehbuch)
  • 1970: Wir hau'n die Pauker in die Pfanne
  • 1971: Wer zuletzt lacht, lacht am besten
  • 1971: Kommissar X jagt die roten Tiger
  • 1971: Verliebte Ferien in Tirol
  • 1972: Sie liebten sich einen Sommer (auch Drehbuch)
  • 1972: Der Schrei der schwarzen Wölfe
  • 1972: Grün ist die Heide
  • 1973: In Search of Ancient Astronauts (TV)
  • 1973: Die blutigen Geier von Alaska
  • 1973: Schloß Hubertus
  • 1974: Ein Toter Taucher nimmt kein Gold
  • 1974: Der Jäger von Fall
  • 1976: Botschaft der Götter
  • 1977: ...und die Bibel hat doch recht
  • 1982: Im Dschungel ist der Teufel los
  • 1987: Sri Lanka - Leuchtendes Land