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Michael Moore
Biographie
© MGM
| Geboren am | 23.04.1954 | in | Flint, Michigan, USA | Autor | Melanie Frommholz |
|---|
"Ich mache keine Kompromisse bezüglich meiner Arbeit."
Für die einen ist er das laute Gewissen Amerikas. Für die anderen ein egomanischer und verlogener Filmemacher, der Fakten nur anspricht, wenn sie in seine Sichtweise passen. In jedem Fall ist Michael Moore ein Mann, der unbequeme Fragen stellt. Und häufig findet er Antworten, die weder Regierungen noch Firmenchefs entzücken. Er polarisiert mit seinen Äußerungen und mit seiner Arbeit, und häufig erreicht er genau das, was er will: Die Menschen horchen auf und hinterfragen Dinge, die sie bislang hingenommen haben. Michael Moore macht aus seiner Subjektivität keinen Hehl. Satire, Provokation und Ironie sind seine Waffen und er hat keine Skrupel, sie zu benutzen. Er baut seine Dokumentation auf wie einen guten Hollywood-Film und erreicht damit ein Millionenpublikum.
Michael Moore wurde als Kinder der Arbeiterklasse 1954 in Flint, Michigan geboren. Er wuchs in der Stadt, die durch den größten Arbeitgeber General Motor (GM) ganz im Zeichen der Autoindustrie stand, auf. Beide Eltern arbeiteten für GM und sein Onkel gehörte zu jenen Arbeitern, die die Einführung einer Gewerkschaft bei GM erzwungen hatten. Michael Moores Welt war jedoch nicht die Werkhalle. Schon in der Schule begeisterte er sich für den Journalismus. Bis 1972 besuchte Moore die Davison High School und schrieb für die Schülerzeitung. Mit Anfang 20 gründete er die alternative Zeitung „The Flint Voice“ und verhalf dem Blatt in den zehn Jahren, in denen er Chefredakteur war, zu überregionaler Bekanntheit. Später wechselte Moore zum Magazin „Mother Jones“, das er jedoch nach nur fünf Monaten im Streit verließ.
“Wenn ich einen Film drehe, befindet ich mich immer in einem unsichtbaren Kinosessel.“
1989 verhalf Michael Moore sein erster Dokumentarfilm „Roger und ich“ zum Durchbruch als Filmemacher. GM hatte in seiner Heimat Flint massiv Stellen abgebaut, was zu einer Verelendung der gesamten Region führte. Moore wollte GM-Chef Roger Smith diesbezüglich zur Rede stellen. „Roger und ich“ ließ die Film- und Fernsehbranche aufhorchen. Der Sender NBC bot Michael Moore das Format „TV Nation“ an, welches von 1994 bis 1995 anderthalb Jahre erfolgreich lief und 1995 einen Emmy gewann. 1995 entstand auch die Dokumentation „Unsere feindlichen Nachbarn“ über die Kanadier. „Der grosse Macher“ dokumentiert 1997 Michael Moores Lesereise, die er anlässlich der Erscheinung seines Buches „Querschüsse eines unbewaffneten Amerikaners“ unternahm. Von 1999 bis 2000 produzierte und moderierte Michael Moore die Polit-Satire-Sendung „"The Awful Truth“. Die Serie war 1999 und 2001 für einen Emmy nominiert.
National war Michael Moore mittlerweile ein Begriff und als linkes Sprachrohr und politikkritischer Filmemacher bekannt. Mit seiner Dokumentation „Bowling for Columbine“ gelang es ihm 2002, international auf sich und seine Arbeit aufmerksam zu machen. Der Bericht über das Massaker an der Columbine High School in Littleton und die sich daran anschließende kritische Hinterfragung der Schusswaffenrechte in Amerika rüttelte Millionen Zuschauer auf, und Michael Moore wurde für seine Arbeit unter anderem mit einem OSCAR und einem César geehrt und erhielt beim Filmfestival von Cannes eine besondere Auszeichnung. Seine Redezeit bei der OSCAR-Verleihung begann Michael Moore mit dem Satz „Schämen Sie sich Mr. Bush“. Viel weiter kam er mit seiner Kritik an der damaligen englisch-amerikanischen Kriegspolitik jedoch nicht. Die Musiküberblendung machte weiteren Ausführungen ein Ende.
Michael Moore und die Politiker seiner Heimat Amerika sind eine Geschichte für sich. Von Bill Clintons Kurs enttäuscht, schoss sich Moore auf dessen Nachfolger George W. Bush richtig gehend ein. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit tat er seine Meinung über die Unfähigkeit und die Verfehlungen des amerikanischen Präsidenten kund. Nach der Katastrophe des 11.09.2001 war 2004 die Zeit reif für „Fahrenheit 9/11“ und Michael Moores Sicht der Dinge zu den Terroranschlägen und den Verwicklungen der Familie Bush in die Angelegenheit über deren Ölgeschäfte. Der Film sorgte in Amerika und weltweit für viel Aufsehen und bescherte Moore eine neue Dimension der Aufmerksamkeit. Michael Moores erklärtes Ziel: Die Verhinderung der Wiederwahl von George W. Bush. Michael Moores Wunsch ging nicht in Erfüllung, doch auch während der 2. Amtszeit seines Lieblings-Hass-Objektes wurde er nicht müde, Missstände anzuprangern. 2007 beleuchtete er mit „Sicko“ das unsoziale amerikanische Gesundheitssystem und 2009 erfuhren wir alle in „Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte“, was uns die große weltweite Wirtschaftskrise beschert hatte.
Michael Moore – der Autor - ist nicht nur in Amerika so bekannt wie Michael Moore - der Filmemacher. Seine ironisch-satirischen Betrachtungen der Dinge erreichen Millionenauflagen und korrespondieren nicht selten mit den Inhalten seiner Filme. 1996 erschien mit „Querschüsse“ sein erstes Buch. 1998 folgte „Hurra Amerika“, welches Moore zusammen mit seiner Frau schrieb, und in dem er seiner Enttäuschung über die Bill Clinton-Politik Luft machte. 2002 legte er zu diesem Thema mit „Stupid White Men“ noch einmal nach. 2003 folgte „Volle Deckung, Mr. Bush“ und 2004 erschien „Verraten und verkauft – Briefe von der Front“. Außerdem bislang erschienen „Fahrenheit 9/11 – Das Buch zum Film“ und „Yes, we can: Mikes ultimativer Wahlführer“, der 2008 auf den Markt kam.
Michael Moore ist seit 1991 mit der Filmproduzentin Kathleen Glynn verheiratet. Das Paar lernte sich auf der High School kennen. Moore adoptierte Glynns Tochter Natalie.
Filmographie Michael Moore
- 1989: Roger und ich (auch Drehbuch, Produzent)
- 1992: Two Mikes Don't Make a Wright (auch Drehbuch)
- 1992: Pets or Meat: The Return to Flint (TV) (auch Drehbuch, Produzent)
- 1994: TV Nation (TV-Serie) (auch Drehbuch, Produzent)
- 1995: Unsere feindlichen Nachbarn (auch Drehbuch, Produzent, Schauspieler)
- 1997: Der große Macher (auch Drehbuch)
- 1997: TV Nation: Volume One (auch Drehbuch, Produzent)
- 1997: TV Nation: Volume Two (auch Drehbuch, Produzent)
- 1998: Better Days (TV-Serie) (nur Produzent)
- 1998: And Justice for All (TV)
- 1999: The Awful Truth (TV-Serie) (auch Drehbuch, Produzent)
- 1999: EDtv
- (nur Schauspieler)
- 2000: Lucky Numbers - Ein Wetterfrosch auf Abwegen (nur Schauspieler)
- 2002: Bowling for Columbine
- (auch Drehbuch, Produzent)
- 2002: A Brief History of the United States of America (nur Drehbuch)
- 2004: Fahrenheit 9/11
- (auch Drehbuch, Produzent)
- 2004: The Fever (nur Schauspieler)
- 2004: Die Simpsons (TV-Serie) - Staffel 15
- (nur Stimme)
- 2007: Sicko
- (auch Produktion und Drehbuch)
- 2007: Uprising (auch Produzent, Drehbuch)
- 2007: Captain Mike Across America (auch Drehbuch, Produzent)
- 2009: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte
- (auch Drehbuch, Produzent)
Filmpreise
OSCAR Nominierungen:
2007: Beste Dokumentation: Sicko
Gewonnene OSCARs:
2002: Beste Dokumentation: Bowling for Columbine