Julian Schnabel

Biographie

Julian Schnabel © Prokino

Geboren am 26.10.1951 in Brooklyn, New York, USA Autor Melanie Frommholz

„Kunst ist etwas, aus dem man einen Nutzen zieht und keine Dekoration.“
Julian Schnabel gehört zu jenen „Quereinsteigern“ im Regiefach, die vor dem Hindergrund ihrer bisherigen künstlerischen Arbeit mit neuer Ästhetik und Ansätzen die Filmszene aufmischen. Der Maler und Bildhauer gehört zu den bedeutendsten Vertretern des Neoexpressionismus und erschloss sich mittlerweile auch eindrücklich die Welt der bewegten Bilder.

Geboren 1931 in New York zog Julian Schnabel mit 13 Jahren nach Texas um. Hier studierte er von 1969 bis 1973 an der University of Houston. Im Anschluss kehrte er in seine Geburtsstadt zurück, besuchte das Independent Study Programm am Whitney Museum in New York und knüpfte erste Kontakte in der Kunstszene. Er beschäftigte sich mit verschiedenen Kunstformen und reiste durch Europa. 1979 bekam Julian Schnabel in der New Yorker Mary Boone Gallery seine erste Einzelausstellung als Maler. 1983 begann er auch bildhauerisch zu arbeiten. In den folgenden Jahren begann sein Siegszug durch die Museen dieser Welt. Die Londoner Tate Gallery, das Pariser Centre Georges Pompidou, die Frankfurter Schirn Kunsthalle oder das Pekinger World Art Museum sind nur vier der namhaften Adressen, an denen Schnabels Werke bereits zu sehen waren. Auch viele ständige Ausstellungen haben Werke des Künstlers in ihren Hallen ausgestellt. Darunter auch die Guggenheim-Museen in New York und Bilbao.

1996 begann sich Julian Schnabel einen neue Kunstform zu erschließen: den Film. „Basquiat“ machte den Anfang und erzählte die Biographie des an einer Überdosis Heroin gestorbenen Künstler Jean-Michel Basquiat. Ein gelungenes Debüt, das die Kritiker begeisterte. Auch sein zweiter Langfilm „Before Night Falls“ stellte einen Künstler in den Mittelpunkt. Schnabel spürte hier dem Leben des kubanischen Schriftstellers und Dichters Reinaldo Arenas nach und konnte in der Hauptrolle auf Javier Bardem bauen. Bei den Filmfestspielen in Venedig war „Bevor es Nacht wird“ für den Goldenen Löwen nominiert und erhielt den großen Spezialpreis der Jury.

Außergewöhnliche menschliche Schicksale waren es, die den Filmemacher Julian Schnabel auch in den folgenden Jahren interessierten. Nach der Dokumentation „Berlin“, die er 2007 drehte, widmete er sich 2008 mit „Schmetterling und Taucherglocke“ dem Schicksal des ELLE-Chefredakteurs Jean-Dominique Bauby, der nach einem Autounfall an dem Locked-In-Syndrom litt. Erneut gelang Schnabel eine berührende Interpretation, die neben einer eindrücklichen darstellerischen Leistung von Mathieu Amalric in der Hauptrolle auch wieder mit einer eigenwilligen und stimmigen Bildersprache bestach. Julian Schnabel wurde nicht nur bei den französischen Filmfestspielen von Cannes und beim OSCAR mit einer Nominierung für die beste Regie geehrt, sondern gewann in dieser Kategorie auch den Golden Globe. Er war mit seiner Filmkunst dort angekommen, wo er mit seiner Malerei und seinen Skulpturen bereits angekommen war: ganz oben.

Julian Schnabel blieb sich bei seinen Filmthemen treu und brachte 2010 mit „Miral“ die Geschichte eines jungen Mädchens, das in Ost-Jerusalem aufwuchs, in die Kinos. Der Film basiert auf dem gleichnamigen, autobiographisch angehauchten Buch der palästinensischen Journalistin Rula Jebreal.

Mit seiner ersten Frau Jacqueline hat Julian Schnabel drei Kinder. In zweiter Ehe war er mit der Schauspielerin Olatz López Garmendia verheiratet. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder. Aktuell ist Schnabel mit der 21 Jahre jüngeren palästinensisch-italienischen Journalistin und Schriftstellerin Rula Jebreal liiert.


Filmographie Julian Schnabel

Filmpreise

Gewonnene Golden Globes:
2007: Beste Regie: Schmetterling und Taucherglocke

OSCAR Nominierungen:
2007: Beste Regie: Schmetterling und Taucherglocke