Stephen Daldry

Biographie

Stephen Daldry © Senator Film

Geboren am 02.05.1961 in Dorset, England, Großbritannien Autor Stefanie Rufle

„Das wirklich Angenehme an uns Regisseuren ist, dass wir so kollegial miteinander umgehen. Wir teilen unsere Erfolge miteinander – ich gebe anderen Regisseuren immer Einblick in meine Arbeit und sie machen das umgekehrt genauso. Wir sind ein sehr herzliches und großzügiges Völkchen.“ (Stephen Daldry)
Stephen Daldry darf sich zu den großen Regisseuren unserer Zeit zählen, seine Leinwanderfolge „Billy Elliott – I Will Dance“ (2000), „The Hours“ (2002) und „Der Vorleser“ (2008) berührten weltweit ein Millionenpublikum, und auch mit seinen großartigen Bühneninszenierungen macht der Brite von sich reden.

Stephen David Daldry wurde am 02. Mai 1961 im britischen Dorset als Sohn der Sängerin Cerry Thompson und des Bankmanagers Patrick Daldry geboren. Als Jugendlicher schloss sich Stephen dem Jugendtheater in Taunton an und absolvierte nach seinem Englischstudium an der Universität Sheffield bei Elder Milletti eine Ausbildung zum Zirkusclown. Von 1985 bis 1988 war er am Sheffielder Crucible Theatre, und nach seinem Wechsel zum Londoner The Gate Theatre wurde er 1991 mit der Inszenierung von „Damned for Despair“ als Theaterregisseur bekannt. Von 1992 bis 1999 war Daldry künstlerischer Leiter der English Stage Company am Royal Court Theatre. Für seine Inszenierung von „An Inspector Calls“ wurde er 1992 mit allen wichtigen britischen Theaterpreisen, wie etwa dem Laurence Olivier Theatre Award, dem London Evening Standard Theatre Award und dem London Critics Circle Theatre Award, ausgezeichnet. Als „An Inspector Calls“ am New Yorker Broadway aufgeführt wurde, erhielt der britische Regisseur den Tony Award und den Drama Desk Award als bester Theaterregisseur.

„Als ich ‚Billy Elliott’ drehte, wurde ich gefragt: ‚Oh, dann wollten Sie wohl auch Tänzer werden, als Sie jung waren?’ Bevor ich den Film machte, mochte ich Tanzen nicht einmal. ‚Kommen Sie aus dem Nordosten?’ Nein, Sommerset. ‚Basiert die Hauptfigur auf jemandem?’ Nein, wir haben ihn uns ausgedacht. Einfach nur ausgedacht. Sich etwas nur auszudenken scheint heutzutage sehr schwierig zu sein.“ (Stephen Daldry über „Billy Elliott“)
1997 unterschrieb Stephen Daldry einen Dreijahresvertrag mit der Produktionsfirma Working Title Films. Es entstand der Kurzfilm „Eight“ (1998) über das Leben eines achtjährigen Fußballfans, und zwei Jahre später hatte Daldry sein Spielfilmdebüt mit dem Drama „Billy Elliott – I Will Dance“ (2000). Der Film erzählt die Geschichte eines Jungen aus einer nordenglischen Arbeiterfamilie, der seine Liebe zum Ballett entdeckt. „Billy Elliott“ wurde ein großer internationaler Erfolg und mit dem wichtigsten britischen Filmpreis, dem BAFTA Award, als beste britische Produktion des Jahres geehrt. Neben einigen anderen Regiepreisen wurde Daldry für den OSCAR als bester Regisseur nominiert. Nun hatte der Brite auch die Aufmerksamkeit Hollywoods erregt, kurz darauf bot ihm das Filmstudio Miramix an, Regie bei „The Hours“ (2002), mit Nicole Kidman, Julianne Moore und Meryl Streep in den Hauptrollen, zu führen. Der Streifen erhielt einen Golden Globe als bestes Filmdrama und Nicole Kidman durfte für ihre Darstellung der Virginia Woolf den OSCAR entgegennehmen. Stephen Daldry erhielt Nominierungen als bester Regisseur für den BAFTA Award, den Golden Globe und den OSCAR. Witzigerweise trafen sich die drei Hauptdarstellerin nicht einmal am Set, ihre Szenen wurden unabhängig voneinander gedreht und erst bei US-Talkerin Oprah Winfrey saßen sie erstmals zusammen auf dem Sofa.
„Es hat mich ziemlich frustriert, dass man immer wieder in Frage gestellt hat, ob ein Mann über Frauen erzählen kann. Steven Spielberg musste auch kein Alien sein, um ‚E.T.’ zu machen und man muss kein Hund sein, um ‚Lassie’ zu inszenieren.“ (Stephen Daldry über „The Hours“)

2008 folgte dann Daldrys zugleich großartige und erschreckende Inszenierung von Bernhard Schlinks Bestseller „Der Vorleser“. Das Drama über Schuld und Vergangenheitsbewältigung mit Kate Winslet und David Kross in den Hauptrollen war insgesamt für fünf OSCARs nominiert. Daldry war als bester Regisseur sowohl für den Golden Globe als auch für den OSCAR nominiert. Der Brite arbeitete gleichzeitig an der Verfilmung von „Der Vorleser“ (2008) und an der Bühneninszenierung des Musicals „Billy Elliott“ am New Yorker Broadway, für die er einen Tony Award erhielt. Daldry, der 2004 den Order of the British Empire für seine Verdienste entgegennehmen durfte, möchte auch zukünftig sowohl für die Bühne, als auch für die Leinwand inszenieren. Geplant ist die Verfilmung von Michael Chabons preisgekröntem Roman „Die Abenteuer von Kavalier und Clay“. 2011 inszenierte er das ergreifende und eindringlich gespielte Drama "Extrem laut und unglaublich nah" (2012) mit Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow und dem großartigen Jungschauspieler Thomas Horn - der Film erhielt zwei OSCAR Nominierungen, als Bester Film und für den Besten Nebendarsteller (Max von Sydow). Stephen Daldry ist seit 2001 mit der Tänzerin Lucy Sexton verheiratet, 2003 kam Tochter Annabel Clare zur Welt. Über „Der Vorleser“ sagte der Regisseur:
„’Der Vorleser’ findet einen ganz anderen Zugang, als viele andere Filme über die Ermordung der Juden. Das ganz Banale entpuppt sich als absoluter Horror. Der Film stellt die Frage, wie die Nachfolgegeneration mit den Traumata der Vergangenheit umgeht, wie sie die Taten und Sünden der Eltern verkraften kann.“


Filmographie Stephen Daldry

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
2002: Beste Regie: The Hours
2008: Beste Regie: Der Vorleser

OSCAR Nominierungen:
2000: Beste Regie: Billy Elliot - I will dance
2002: Beste Regie: The Hours
2008: Beste Regie: Der Vorleser