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Mira Nair
Biographie
© 20th Century Fox
| Geboren am | 15.10.1957 | in | Bhubaneshwar, Orissa, Indien | Autor | Melanie Frommholz |
|---|
”Ich wurde zu Beginn als Außenseiterin gesehen und später war ich ein Objekt des Neids. All die nationalen Regisseure wollten international werden. Sie kamen zu mir und sagten: 'Wenn ich Michael Caine und Sean Connery caste, denkst du die werden das hinbekommen?' Diese Faszination des Internationalen war total verquer.“
Unter Hollywoods Filmemachern ist sie die Exotin: Mira Nair. Die Inderin schafft den Spagat zwischen großen Produktionen und Independent-Kino ebenso wie zwischen der Dokumentation, dem Kurzfilm und dem Spielfilm. Am Theater fühlt sie sich ebenso heimisch wie an einem Filmset und „nebenbei“ schaffte sie es auch noch, sich mit zwei gemeinnützigen Organisationen sozial zu engagieren. Mit ihrer Produktionsfirma Mirabai Films hält sie hinter der Kamera die Zügel fest in der Hand. Diese Frau hat Power und die richtige Einstellung.
“Ich wuchs in einer sehr kleinen Stadt auf, die selbst für indische Verhältnisse abgeschieden lag. Ich träumte immer von der Welt.“
Die große weite Welt sollte Mira Nair in Harvard kennen lernen. Hier studierte sie, nachdem sie die Delhi University besucht und zunächst Sozialwissenschaften studiert hatte. Ihre künstlerische Laufbahn begann Nair als Schauspielerin. Sie versuchte sich auf der Straße und trat später auch am Theater auf. 1976 erhielt sie für Harvard ein Stipendium. Nur drei Jahre später - 1979 - drehte sie mit „Jama Masjid Street Journal“ ihre erste Dokumentation. Es folgten weitere Dokumentationen bevor Mira Nair 1988 ihren ersten Spielfilm „Salaam Bombay!“ vorlegte. Ihr Langfilmdebüt wurde nicht nur ein großer internationaler Erfolg, sondern räumte auch bei über 20 Festivals diverse Nominierungen und Preise ab. Unter anderem konnte sich die Regisseurin über die Goldene Kamera (Camera D’Or) für den Besten Erstlingsfilm und den Publikumspreis (Prix du Publique) beim Filmfest in Cannes freuen. Auch die OSCARS honorierten „Salaam Bombay!“ mit einer Nominierung in der Kategorie für den besten ausländischen Film. Für ihren nächsten Kinofilme „Mississippi Masala“, „The Perez Family“, „Kama Sutra - Die Kunst der Liebe“ konnte Mira Nair namhafte Hollywoodgrößen wie Denzel Washington, Alfred Molina oder Anjelica Huston gewinnen. Die Traumfabrik hatte die indische Filmemacherin für sich entdeckt. 2001 brachte Mira Nair uns mit „Monsoon Wedding“ abseits von Bollywoods Kitsch eine wunderbar bunte und fröhliche Geschichte in die Kinos, die bei den Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen und den Preis der Laterna Magica erhielt. 2004 kam „Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeiten“ mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle in unsere Kinos. Erneut ein Fest der Farben und Kostüme.
Mira Nair ist eine Wanderin zwischen den Welten. Nicht nur kulturell sondern auch in dem, was die für Theater, Kino oder TV inszeniert. In „Hysterical Blindness“ inszenierte sie 2002 für den amerikanischen TV-Sender HBO Uma Thurman, Gena Rowlands und Gena Rowlands so gekonnt, dass der Film einer der größten HBO-Erfolge wurde und bei den Emmys und den Golden Globe sehr erfolgreich war. Im gleichen Jahr verwirklichte sie jedoch auch „11'09''01 - September 11“, einen ambitionierten Episodenfilm, zu dem elf renommierten Filmemacher je einen Kurzfilm drehten, jeder 11 Minuten 9 Sekunden und 1 Bild lang. 2007 produzierte Mira Nair erneut ein interessantes Kurzfilmprojekt. Die vier Filme „Migration“ „Prarambha“, „Positive“ und „Blood Brothers“ beschäftigen sich alle mit dem Thema AIDS. Für „Migration“ führte sie auch Regie.
“Was für mich wirklich wichtig ist, ist Sinn für Humor und Übermut im Leben. Das Leben ist sonst so langweilig.“
Nach dem Episodenfilm „New York, I Love You“ im Jahr 2009 verwirklichte Mira Nair 2010 die Verfilmung des Lebens der Flugpionierin Amelia Earhart mit Hilary Swank in der Hauptrolle. Als nächstes Projekt wird sie ihren Film „Monsoon Wedding“ als Musical an den Broadway bringen.
Mira Nair ist in zweiter Ehe mit Mahmood Mamdani verheiratet. Sie lebt mit Mann und Sohn in New York City und in Kampala, Uganda.
Filmographie Mira Nair
- 1979: Jama Masjid Street Journal
- 1983: So Far from India
- 1985: India Cabaret (TV)
- 1987: Children of a Desired Sex (TV)
- 1988: Salaam Bombay! (auch Produzentin, Story)
- 1991: Mississippi Masala (auch Produzentin, Schauspielerin)
- 1993: The Day the Mercedes Became a Hat
- 1995: The Perez Family (auch Schauspielerin)
- 1996: Kama Sutra - Die Kunst der Liebe (auch Produzentin, Drehbuch)
- 1998: My Own Country (TV) (auch Produzentin, Schauspielerin)
- 1999: The Laughing Club of India (TV)
- 2001: Bollywood Calling (nur Schauspielerin)
- 2001: Monsoon Wedding - Eine indische Hochzeit
- (auch Produzentin)
- 2002: Hysterical Blindness (TV)
- 2002: 11'09''01 - September 11
- 2004: Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeiten
- 2004: Still, the Children Are Here (nur Produzentin)
- 2006: The Namesake - Zwei Welten, Eine Reise (auch Produzentin)
- 2007: Migration (auch Ex.Produzentin)
- 2007: Prarambha (nur Ex.Produzentin)
- 2007: Positive (nur Ex.Produzentin)
- 2007: Blood Brothers (nur Ex.Produzentin)
- 2008: 8 (auch Produzentin)
- 2009: New York, I love you
- 2010: Amelia