Oliver Stone

Biographie

Oliver Stone © Constantin Film

Geboren am 15.09.1946 in New York City, New York, USA Autor Melanie Frommholz

“Das Filmbusiness? Ich liebe den Film, aber das Business ist shit.”
Produzent, Autor und Regisseur – William Oliver Stone hat, dem Anschein nach, bei seinen Filmprojekten gerne auf möglichst vielen Gebieten die Fäden in der Hand. Meist lässt er es sich zudem nicht nehmen, in einer kleinen Rolle auch körperlich in Erscheinung zu treten. Eben ein Filmschaffender durch und durch. Dabei hätte ihn sein Lebensweg auch in eine ganz andere Richtung führen können.

„Nationalismus und Patriotismus sind die zwei übelsten Belastungen, die mir in diesem oder in irgendeinem anderen Jahrhundert bekannt sind. Sie sind für mehr Kriege, mehr Tod und mehr Zerstörung von Seelen und Menschenleben verantwortlich als irgendetwas anderes.“
Nach seinem High-School-Abschluss und einen Jahr am College in Yale, ging Stone 1965 für einige Zeit als Englischlehrer nach Vietnam. Der Job sagte ihm jedoch nicht sonderlich zu und er tingelte weiter durch die Welt. Bereits zwei Jahre später sollte er das Land wieder sehen. Diesmal jedoch als Soldat. Oliver Stone diente 15 Monate in der Infanterie der U.S. Army und erhielt während dessen den Bronze Star und den Purple Heart. Er wurde insgesamt zwei Mal im Kampf verwundet. Die Kriegserlebnisse beeindruckten den Amerikaner nachhaltig, wie an seinen späteren Filmen zu erkennen war. So ist „Platoon“, welcher 1986 in die Kinos kam und dessen Drehbuch Stone bereits 1976 geschrieben hatte, bis heute einer der eindrucksvollsten Werke über den Vietnam-Krieg. Oliver Stone erhielt hierfür den OSCAR für die beste Regie und war für das beste Drehbuch nominiert.

1968 kehrte Oliver Stone aus Vietnam zurück und beendete sein Studium an der New York Universität. Einer seiner dortigen Lehrer: Martin Scorsese. Nach seinem Abschluss lieferte Stone mit dem Horrorfilm „Die Herrschaft des Bösen“ im Jahre 1974 seine erste größere Regiearbeit ab. Hollywood rief und Oliver Stone folgte dem Ruf. 1976 zog er in die Traumfabrik um und nahm das Angebot an, das Drehbuch zu „Midnight Express“ zu schreiben. Eine gute Entscheidung, denn er gewann dafür seinen ersten OSCAR für das beste adaptierte Drehbuch. In der Folgezeit, besonders Anfang der 80er Jahre, war Stone als Drehbuchautor gefragt. Aber auch die Regiearbeit lag nicht völlig brach. 1981 drehte er zum Beispiel den Thriller „Die Hand“, welcher den Schauspieler Michael Caine berühmt machte.

Oliver Stone ist kein Regisseur der leisen Töne. Vielfach vertritt er in seinen Filmen klare, nicht angepasste, politische Standpunkte beziehungsweise beleuchtet Geschehnisse der jüngeren politischen Vergangenheit kritisch. So sorgten die Kriegsfilme „Platoon“ und „Salvador“, beide aus dem Jahr 1986, für so manche öffentliche Diskussion. Neben den zahlreichen Auszeichnungen für „Platoon“ wurde Stone auch für „Salvador“ in der Kategorie bestes Drehbuch für den Academy Award nominiert.
Nach Filmen wie „Wall Street“ 1987 und „Talk Radio“ 1988 gelang Oliver Stone mit „Geboren am 4 Juli“ ein weiterer großer Film über den Vietnam-Krieg. Die wahre Geschichte des Ron Kovic mit Tom Cruise in der Hauptrolle, ist die emotionale Aufarbeitung eines wichtigen Stücks amerikanischer Zeitgeschichte. Der Film erhielt den OSCAR für die beste Regie und den beste Schnitt und war weitere sechs Mal nominiert. Darunter mit bester Film und bestes Drehbuch auch zwei Nominierungen für Oliver Stone.
1991 entstand mit „JFK - Tatort Dallas“ der nächste politische Film unter der Regie des Amerikaners. Sowohl beim Kinopublikum, als auch bei den Kritikern erntete Oliver Stone für das Projekt nur Lob und Anerkennung. Der Film stieß, wieder einmal, eine kontroverse öffentliche Diskussion an. Diese führte soweit, dass der amerikanische Kongress ein Gesetz verabschiedete, welches die Veröffentlichung von unzähligen Regierungsdokumenten über die Kennedy-Ermordung bewirkte. Bei den Academy Awards gab es für „JFK“ unter anderem in den Kategorien beste Regie, bester Film und bestes Drehbuch Nominierungen. Oliver Stone war an dem Projekt auch als Drehbuchautor und Produzent beteiligt.
Mit „Natural Borne Killers“ im Jahre 1994, widmete sich der Regisseur einem anderen, heiklen Thema: Gewaltverherrlichung und Glorifizierung von Schwerverbrechern, sowie die Rolle, die die Medien dabei spielen. Wieder war Stone die öffentliche Kontroverse sicher. Ein Jahr später folgte mit „Nixon - Untergang eines Präsidenten“ ein weiteres eindrucksvolles Politdrama. Lohn für seine Arbeit: Eine OSCAR-Nominierung für das beste Drehbuch. 1999 konnte Oliver Stone mit dem Football-Film „An jedem verdammten Sonntag“ den nächsten Megaerfolg an den Kinokassen landen.
Politik und Zeitgeschichte – Diese beiden Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Arbeit von Oliver Stone. 2004 reiste der Regisseur erstmalig weiter zurück in die Vergangenheit. Mit „Alexander“ brachte er einen der großen Herrscher und Politiker der Antike auf unsere Leinwände und verwirklichte damit einen lang gehegten Traum. Doch das aktuelle Zeitgeschehen ließ den Filmemacher nach wie vor nicht los. 2006 brachte er uns mit "World Trade Center" den zweiten Kinofilm zu den Ereignissen des 11.09.2001 und bewies damit erneut ein sicheres Gespür für Themen, die die Menschen bewegen.

„Ich war kein Prophet. Es war überall um uns herum. Geld war der Sex der 80er Jahre.“
2010 gab es in der Karriere von Oliver Stone ein Novum: eine Fortsetzung. Mit „Wall Street: Geld schläft nicht“ kehrte er zu einer seiner erfolgreichsten Filmfiguren Gordon Gekko zurück und erzählt seine Geschichte aus „Wall Street" aus dem Jahr 1987 weiter. Derzeit arbeitet der Regisseur an dem Krimi "Savages".

Oliver Stone ist seit 1996 in dritter Ehe mit Sun-jung Jung verheiratet. Aus der Ehe mit Elizabeth Stone hat er zwei Kinder. Mit seiner jetzigen Frau Sun-jung Jung hat Stone ein Kind. Sein Sohn Sean Stone ist in seine Fußstapfen getreten und ebenfalls Filmemacher geworden.


Filmographie Oliver Stone

  • 1971: The battle of loves return (nur Schauspieler)
  • 1971: Last year in Vietnam
  • 1972: Love death (nur Produzent)
  • 1973: Sugar Cookies (nur Ex.Produzent)
  • 1974: Die Herrschaft des Bösen (auch Drehbuch, Schnitt)
  • 1978: Midnight Express - 12 Uhr Nachts
  • (nur Drehbuch)
  • 1979: Mad Man of Martinique
  • 1981: Die Hand (auch Drehbuch, Schauspieler)
  • 1982: Conan der Barbar
  • (nur Drehbuch)
  • 1983: Scarface
  • (nur Drehbuch)
  • 1985: Im Jahr des Drachen (nur Drehbuch)
  • 1986: Salvador (auch Drehbuch, Produzent)
  • 1986: Platoon
  • (auch Drehbuch, Schauspieler)
  • 1986: 8 Millionen Wege zu Sterben (nur Drehbuch)
  • 1987: Wall Street
  • (auch Drehbuch, Schauspieler)
  • 1988: Talk Radio (auch Drehbuch)
  • 1989: Geboren am 4. Juli
  • (auch Drehbuch, Produzent, Schauspieler)
  • 1990: Blue Steel
  • (nur Produzent)
  • 1991: Reversal of Fortune (nur Produzent)
  • 1991: Iron Maze – Im Netz der Leidenschaft (nur Ex.Produzent)
  • 1991: The Doors (auch Drehbuch, Schauspieler)
  • 1991: JFK - Tatort Dallas
  • (auch Drehbuch, Produzent)
  • 1992: Zebrahead (nur ExProduzent)
  • 1992: South Central nur (Produzent)
  • 1992: Patriot Party (nur Schauspieler)
  • 1993: Zwischen Himmel und Hölle (auch Drehbuch, Produzent)
  • 1993: Wild Palms (TV-Serie) (nur Ex.Produzent)
  • 1993: The joy luck club (nur Produzent)
  • 1993: Last Party (nur Schauspieler)
  • 1994: The New Age (nur Produzent)
  • 1994: Amerika Undercover (TV-Serie)
  • 1994: Natural Born Killers (auch Produzent)
  • 1995: Nixon
  • (auch Produzent)
  • 1995: Unter Anklage - Der Fall McMartin (TV) (nur Ex.Produzent)
  • 1996: Freeway
  • (nur Ex.Produzent)
  • 1996: Killer – Tagebuch eines Serienmörders (nur Ex.Produzent)
  • 1994: Evita
  • (nur Drehbuch)
  • 1996: Larry Flynt - Die nackte Wahrheit
  • (nur Produzent)
  • 1997: U-Turn - Kein Weg zurück
  • 1997: Cold around the heart (nur Produzent)
  • 1998: Savior – Soldat der Hölle (nur Produzent)
  • 1998: The last days of Kennedy and King (nur Ex.Produzent)
  • 1999: Corruptor - Im Zeichen der Korruption
  • (nur Produzent)
  • 1999: An jedem verdammten Sonntag
  • (auch Drehbuch, Schauspieler)
  • 2001: The day Regan was shot (nur Ex.Produzent)
  • 2003: Comandante (auch Drehbuch, Produzent)
  • 2003: America Undercover (TV-Serie) (auch Drehbuch)
  • 2004: Looking for Fidel (TV) (auch Drehbuch)
  • 2004: Alexander
  • (auch Drehbuch, Produzent)
  • 2006: World Trade Center
  • (auch Produzent)
  • 2008: W. - Ein missverstandenes Leben
  • 2008: Singularity (nur Drehbuch)
  • 2009: Pinkville (auch Produzent)
  • 2009: South of the Border (auch Produzent)
  • 2010: Wall Street: Geld schläft nicht
  • (auch Produzent, Drehbuch, Schauspieler)
  • 2011: SecretStone (nur Schauspieler)
  • 2012: Savages

Filmpreise

OSCAR Nominierungen:
1986: Bestes Drehbuch: Salvador
1986: Bestes Drehbuch: Platoon
1989: Bester Film: Geboren am 4. Juli
1989: Bestes Drehbuch: Geboren am 4. Juli
1991: Bester Film: JFK - Tatort Dallas
1991: Beste Regie: JFK - Tatort Dallas
1991: Bestes Drehbuch: JFK - Tatort Dallas
1995: Bestes Drehbuch: Nixon

Gewonnene OSCARs
1978: Bestes Drehbuch: Midnight Express
1986: Beste Regie: Platoon
1989: Beste Regie: Geboren am 4. Juli