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Volker Schlöndorff
Biographie
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| Geboren am | 31.03.1939 | in | Wiesbaden, Hessen, Deutschland | Autor | Melanie Frommholz |
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Volker Schlöndorff – Ein Name,der besonders für zwei Dinge steht: 1. anspruchsvolle Literaturverfilmungen und 2. den neuen deutschen Film mit internationalem Erfolg.
Der 1939 in Wiesbaden geborene Regisseur absolvierte seine Schulausbildung an einen Jesuiteninternat in der Bretagne und studierte an der renommierten Filmhochschule IDHEC in Paris. In Frankreich verdiente er sich auch seine ersten Sporen im Filmgeschäft. Als Regie-Assistent war er unter anderem bei den Regisseuren der „Nouvelle Vague“, wie Louis Mall, tätig. Dieser ermöglichte Schlöndorff 1966 mit „Der junge Törless“ auch sein Debüt als Regisseur. Ein Karrierebeginn nach Maß. Der Film erhielt den Deutschen Filmpreis und konnte auch bei den Filmfestspielen in Cannes die Kritiker überzeugen. Ein erster Erfolg für den „neuen deutschen Film“, der auch anderen deutschen Regisseuren, wie Rainer Maria Fassbinder und Wim Wenders viele Türen öffnete.
Trotz weiterer Filmprojekte in den Folgejahren, blieb Volker Schlöndorff der Erfolg an den deutschen Kinokassen zunächst verwehrt. Erst 1975 konnte er mit der Verfilmung des Heinrich Böll-Klassikers „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ auch diese Hürde nehmen. Der politische Inhalt des Streifens sorgte für einigen Wirbel und brachte auch Schlöndorff in die Schusslinie. Dem finanziellen Erfolg tat dies jedoch keinen Abbruch. Beim Dreh zu dem umstrittenen Werk lernte der Regisseur den Komponisten Hans-Werner Henze kennen. In der Zeit von 1974 – 1984 entstanden aus dieser Zusammenarbeit auch mehrer Operninszenierungen.
1979 sollte Volker Schlöndorff dann mit „Die Blechtrommel“ der nächste große Coup gelingen. Die Verfilmung des gleichnamigen Günther-Grass-Romans räumte neben der Goldenen Palme von Cannes auch einen Oscar für die beste Regie ab. Mit Schlöndorff erhielt damit in dieser Kategorie seit 1927 zum ersten Mal wieder ein Deutscher diese Auszeichnung.
Mitte der 80ger Jahre verschlug es den Deutschen über den großen Teich, nach Amerika. Hier entstanden unter anderem die TV-Produktionen „Tod eines Handlungsreisenden“ mit Dustin Hoffman und „Ein Aufstand alter Männer“ mit Holly Hunter.
1989 fiel die Berliner Mauer und Volker Schlöndorff beschloss in die Heimat zurück zukehren. 1991 entstand der Film „Homo Faber“, nach dem Roman von Max Frisch. Danach wurde es etwas ruhiger um den Regisseur Volker Schlöndorff. Er bemühte sich ab 1992 intensiv um die Rettung der traditionellen Babelsberger Filmstudios.
1996 machte er mit dem Film „Der Unhold“, mit John Malkovich in der Hauptrolle, dann wieder als Regisseur von sich reden. Der Streifen floppt jedoch sowohl beim Publikum, wie auch bei den Kritikern. Nach „Palmetto“ 1998 folgte im Jahr 2000 mit „Die Stille nach dem Schuss“ erneut ein Film mit politischem Hintergrund. Volker Schlöndorff griff mit der RAF und der DDR hier zwei Themen der jüngsten deutschen Geschichte auf. Der Streifen wurde bei der Berlinale gleich mehrfach ausgezeichnet. Nach "Der neunte Tag" kam 2006 "Strajk - Die Heldin von Danzig" in unsere Kinos, gefolgt von "Ulzhan - Das vergessene Licht".
In Anbetracht der vielen unverfilmten, anspruchsvollen Weltliteratur dürfen wir uns bestimmt auch in Zukunft auf so manches Projekt aus dem Hause Schlöndorff freuen. Eines ist jedoch schon heute sicher. Seine bisherigen Literaturverfilmungen sind zum Großteil echte Klassiker und aus der deutschen Filmlandschaft nicht mehr weg zu denken.
Filmographie Volker Schlöndorff
- 1961: Der Teufel mit der weißen Weste (nur Regie-Assistent, Schauspieler)
- 1961: Privatleben (nur Regie-Assistent)
- 1961: Eva und der Priester (nur Regie-Assistent, Schauspieler)
- 1962: The Finger Man (nur Schauspieler, Regie-Assistent)
- 1963: Das Irrlicht (nur Regie-Assistent)
- 1963: Mediteraneè (nur Regie-Assistent)
- 1964: Schräger Charme und tolle Chancen (nur Schauspieler)
- 1965: Viva María! (nur Regie-Assistent)
- 1966: Der junge Törless (auch Drehbuch)
- 1967: Der Paukenspieler (auch Drehbuch)
- 1967: Mord und Todschlag (auch Drehbuch)
- 1969: Michael Kohlhaas - Der Rebell(auch Drehbuch)
- 1970: Baal (auch Drehbuch, Produzent) (TV)
- 1970: Mathias Kneissl (nur Schauspieler)
- 1971: Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach (auch Drehbuch, Produzent) (TV)
- 1972: Die Moral der Ruth Halbfass (auch Drehbuch, Produzent)
- 1972: Strohfeuer (auch Drehbuch, Produzent) (TV)
- 1974: Übernachtung in Tirol (auch Drehbuch, Produzent) (TV)
- 1975: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
- (auch Drehbuch)
- 1975: Nouvelles de Henry James (TV-Serie)(auch Drehbuch)
- 1976: Gorginas Gründe (auch Drehbuch) (TV-Serie)
- 1976: Der Fangschuss (nur Produzent)
- 1977: Nur zum Spaß, nur zum Spiel (auch Drehbuch)
- 1978: Deutschland im Herbst (auch Drehbuch)
- 1979: Die Blechtrommel
- (auch Drehbuch)
- 1979: Beto Nervio contra el poder de las tinieblas (nur Produktionsassistent)
- 1980: Der Kandidat (auch Drehbuch, Co-Produzent)
- 1981: Rece do góry (nur Schauspieler)
- 1982: Krieg und Frieden (auch Drehbuch)
- 1984: Eine Liebe von Swann (auch Drehbuch)
- 1985: Tod eines Handlungsreisenden (TV)
- 1987: Ein Aufstand alter Männer (TV)
- 1990: Die Geschichte der Dienerin
- 1991: Homo Faber
- (auch Drehbuch)
- 1992: The Michael Nyman Songbook
- 1992: Billy Wilder, wie haben sie’s gemacht? (TV-Serie)
- 1995: Eine französische Frau (nur Produktionsassisten)
- 1996: Der Unhold
- (auch Drehbuch)
- 1998: Palmetto
- 2000: Schrott – Die Atzenposse (nur Schauspieler)
- 2000: Die Stille nach dem Schuss
- (auch Drehbuch)
- 2002: Ten minutes older: The Cello
- 2004: Der neunte Tag
- 2005: Enigma - Eine uneingestandene Liebe (TV)
- 2006: Billy Wilder Speaks (TV)(auch Drehbuch, Produzent, Schnitt)
- 2006: Strajk - Die Heldin von Danzig (auch Schauspieler)
- 2007: Ulzhan - Das vergessene Licht
- (auch Co-Produzent)