Milos Forman

Biographie

Milos Forman © Tobis

Geboren am 18.02.1932 in Cáslav, Tschechien Autor Melanie Frommholz

Milos Forman – Der tschechische Filmemacher hat durch seine Arbeit eine Brücke geschlagen zwischen dem europäischen Film und den Projekten aus der Traumfabrik Hollywood.

1932 in einer kleinen Stadt in der Nähe von Prag geboren, wurde Milos Forman bereits im Alter von 9 Jahren zum Waisen. Seine Eltern wurden Opfer des Nazi-Regimes und starben in einem der vielen Konzentrationslager. Der kleine Milos wuchs bei Verwandten und im Internat auf. Dort machte er auch seine ersten Bühnenerfahrungen und wurde mit dem „Kinovirus“ infiziert. Der Tscheche entschied sich nach der Schule für eine Ausbildung an der Prager Filmhochschule. Nach ersten Auftritten als Schauspieler und einigen Projekten, bei denen er als Regieassistent mit von der Partie war, lieferte er 1963 mit „Der schwarze Peter“ seinen ersten eigenen Film ab. Der stark autobiographisch angehauchte Streifen über einen Teenager in einer kleinen tschechischen Stadt wurde der Überraschungserfolg bei den Filmfestspielen in Cannes und half Forman erste wichtige Kontakte mit der Filmindustrie zu knüpfen.

Mit „Die Liebe einer Blondine“ und „Anuschka – Es brennt mein Schatz“ lieferte der Regisseur in der Folgezeit zwei weitere, international viel beachtete, Kinofilme ab. 1968 wurde Tschechien vom „Prager Frühling“ mit seinen russischen Panzern erschüttert. Die politische Entwicklung seiner Heimat bestärkte den Filmemacher darin sein nächstes Projekt „Taking off“ in den USA zu realisieren. Der Film vertrat die USA bei den Filmfestspielen in Cannes und wurde für eine goldene Palme nominiert.

1975 – Das Jahr, in dem Milos Forman mit „Einer folg übers Kuckucksnest“ neben einem Golden Globe auch seinen ersten OSCAR für die beste Regie erhielt. Spätestens jetzt waren die letzten Zweifler verstummt. Die USA waren in der Zwischenzeit zu Formans zweiter Heimat geworden. 1977 erhielt er die amerikanische Staatbürgerschaft. Mit „Hair“ (1979) und „Ragtime“ (1981) lieferte der Regisseur zwei weitere erfolgreiche Filme ab, bevor er sich 1984, 9 Jahre nach „Einer flog übers Kuckucksnest“, wieder mit Produzent Saul Zaentz zusammen tat. Das Projekt: „Amadeus“, ein Film über den Popstar der klassischen Musik. Wieder hatten die beiden Herren das richtige Gespür. Der Film räumte insgesamt 8 OSCARs ab, unter anderem einen für die beste Regie (Milos Forman).

Die Pausen zwischen den Regieprojekten von Milos Forman wurden größer. Doch er war in dieser Zeit nicht untätig. So trat er wieder als Schauspieler in Erscheinung und arbeitete als Drehbuchautor. Die Regieprojekte „Valmont“ (1989) und „Larry Flynt – Die nackte Wahrheit“ (1996) sollten ihm wieder verstärkt ins Rampenlicht rücken. Letzterer brachte Milos Forman eine OSCAR-Nominierung als bester Regisseur. 1999 führte der Tscheche bei „Der Mondmann“, Hauptrolle: Jim Carry, wieder Regie. Standen die Zeichen schon auf Ruhestand? Immerhin feierte der Regisseur, der insgesamt 3 Mal verheiratet war und 4 Kinder hat, im Februar 2005 seinen 63 Geburtstag. Die Antwort: Ein klares Nein. 2006 lief mit "Goyas Geister" der neue, vielversprechende Film des Regisseurs bei uns an. Mit seiner Rolle des Jaromil Passer in "Die Liebenden - von der Last, glücklich zu sein" gab Milos Forman 2012 als Schauspieler wieder ein internationales Lebenszeichen von sich.

Seit 1999 ist Forman in dritter Ehe mit Martina Zborilova verheiratet. Mit ihr hat er zwei Kinder. Aus seiner zweiten Ehe mit Vera Kresadlová hat er ebenfalls zwei Kinder.


Filmographie Milos Forman

  • 1954: The silver Wind (nur Schauspieler)
  • 1955: Leave it home (nur Drehbuch)
  • 1955: Laß mich nur machen (nur Drehbuch)
  • 1957: Dedecek automobil (nur Schauspieler)
  • 1957: Stenata (nur Drehbuch, Regieassistenz)
  • 1960: Magic Lantern II ( auch Drehbuch)
  • 1962: Dort hinterm Wald (nur Regieassistenz)
  • 1963: Konkurs (auch Drehbuch)
  • 1963: If there were no music (auch Drehbuch)
  • 1964: Der schwarze Peter (auch Drehbuch)
  • 1965: Die Liebe einer Blondine (auch Drehbuch)
  • 1966: Dobre placená procházka (TV)
  • 1967: Anuschka – Es brennt mein Schatz (auch Drehbuch)
  • 1969: The Nail Clippers (nur Drehbuch)
  • 1971: Taking off (auch Drehbuch)
  • 1971: I Miss Sonia Henie
  • 1973: München 1972 – Berühmte Regisseure sehen die Spiele der XX Olympiade
  • 1975: Einer flog über das Kuckucksnest
  • 1975: Male of the Century (nur Drehbuch)
  • 1979: Hair
  • 1981: Ragtime
  • 1984: Amadeus
  • 1986: Heartburn (nur Schauspieler)
  • 1989: Valmont (auch Drehbuch)
  • 1989: New York’s Day (nur Schauspieler)
  • 1990: Dreams of Love (nur Produzent)
  • 1996: Larry Flynt - Die nackte Wahrheit
  • 1999: Der Mondmann
  • 2000: Way Past Cool (nur Produzent)
  • 2000: Glauben ist alles!
  • (nur Schauspieler)
  • 2005: Nomad - The Warrior
  • (nur Ex.Produzent)
  • 2006: Goyas Geister
  • (auch Drehbuch)
  • 2007: Semafor: Nejvetsí hity 2
  • 2009: Peklo s princeznou (nur Schauspieler)
  • 2009: Dobre placená procházka
  • 2011: Die Liebenden - von der Last, glücklich zu sein
  • (nur Schauspieler)

Filmpreise

OSCAR Nominierungen:
1996: Beste Regie: Larry Flynt - Die nackte Wahrheit

Gewonnene OSCARs
1975: Beste Regie: Einer flog über das Kuckucksnest
1984: Beste Regie: Amadeus