Mel Brooks

Biographie

Mel Brooks © Warner Bros. Pictures Germany

Geboren am 28.6.1926 in Brooklyn, New York, USA Autor Melanie Frommholz

"Wenn ich mir in den Finger schneide, ist dass eine Tragödie. Ein Mann, der in einen offenen Kanalisationsdeckel fällt und stirbt, das ist Comedy!" (Mel Brooks)

Mel Brooks: Komponist – Schauspieler – Regisseur – Drehbuchautor - Produzent - Komiker. Ein Multitalent und kurz gesagt einer der ganz Großen des Filmbusiness! Mit seinen filmischen Parodien auf Alles und Jeden machte er sich über die Jahre einen Namen.

Als Melvin Kaminsky wurde Mel Brooks 1926 im New Yorker Stadtteil Brooklyn als jüngster von vier Söhnen russisch-polnischer Eltern geboren. Schon während der Schulzeit probierte sich Mel auf einer Theaterbühne aus, doch 1944 nach seinem Schulabschluss wurde er zum Militärdienst eingezogen und diente im Zeiten Weltkrieg in Belgien und Deutschland. 1947, nach dem Ende seiner Dienstzeit und zurück in den Staaten, begann der Amerikaner als Stand-Up-Comedian zu arbeiten. Hier wurde er von dem Komiker und Fernsehstar Sid Caesar entdeckt und vom Fleck weg als Gagschreiber für dessen Show „Caesar's Hour“ engagiert. Brooks und Caesar wurden für die kommenden 10 Jahre ein Erfolgsduo und Mel arbeitete in wechselnden Formaten immer wieder für den Komiker. „Caesar's Hour“ bescherte dem Drehbuchautor auch seine ersten drei Emmy-Nominierungen. 1957 schrieb er dann auch sein erstes Broadwaymusical „Shinebone Alley, welches allerdings nur mäßigen Erfolg hatte.

Mit dem Karriereende von Sid Caesar brach auch für Mel Brooks wenig später eine harte Zeit an. Bislang von Erfolg verwöhnt, sah er sich nun plötzlicher Arbeitslosigkeit gegenüber. Doch 1961 kam die Wende in Gestalt seines Freundes Carl Reiner. Zusammen mit ihn nahm er mehrere Comedy-Schallplatten auf und das Duo feiert mit seiner Idee einen 2000 Jahre alten Juden,der sich über Christus, Napoleon, Atila und die Französische Revolution lustig machte einen großen Erfolg, der ihnen auch diverse Fernsehauftritte bescherte. Weitere Kontakte konnten geknüpft werden und 1965 versetzte Mel Brooks der Erfolg der Serie „Mini-Max oder die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart“ in die Lage seinen ersten Kinofilm realisieren zu können. „Frühling für Hitler“ wurde das Regiedebüt für den Schreiberling und ein erster großer Erfolg in dieser Sparte für den Brooklyner. Brooks erhielt eine Golden Globe-Nominierung für das Drehbuch und den Oscar für das beste Originaldrehbuch. Nun konnte der Komiker richtig durchstarten. Es folgte der nicht ganz so erfolgreiche Streifen „Die zwölf Stühle“ bevor 1974 „Is' was, Sheriff?“ endgültig die Sympathien der Zuschauer sicherte und ihm eine Oscar-Nominierung für den besten Song einbrachte. Die Genre-Richtung von Mel Brooks war klar: Parodien sollte es sein, zum Teil bitterböse, überzeichnet und zuweilen etwas abgedreht, was oft als Klamauk missverstanden wurde. Auch „Frankenstein Junior“ lief in diese Richtung und beschert Brooks eine weitere Oscar-Nominierung in der Kategorie bestes Drehbuch. Weitere große Erfolge konnte der All-Rounder mit „Mel Brooks letzte Verrücktheit - Silent Movie“ und „Mel Brooks Höhenkoller“ feiern. Für beide Streifen war er bei den Golden Globes als bester Schauspieler – Musical or Comedy nominiert. Ein weiterer Beweis dafür, dass dieser Mann weder auf den Regiestuhl noch das Schreiben von Drehbüchern oder Songs festgelegt war. Es wurde zu einer beliebten Eigenart des Amerikaners in seinen Filmen auch immer vor der Kamera oder als „Stimme“ in Erscheinung zu treten. Mit „Spaceballs“ nahm er 1987 die Star Wars-Filme auf die Schippe und 1993 parodierte er in „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ die Heldentaten des Mannes aus dem Sherwood Forest. Nach dem 1995 „Mel Brooks' Dracula“ nicht mehr wirklich ein Knaller war, wurde es merklich ruhiger um Mel Brooks. Doch wer den alten Haudegen bereits abgeschrieben hatte, musste sich 2001 eines Besseren belehren lassen. Mit „The Producers“ adaptierte Mel Brooks seinen ersten Filmerfolg für den Broadway als Musical und an der 2006er Filmversion war er unter anderem als Produzent und Drehbuchautor beteiligt. 2007 versuchte Mel Brooks das selbe Kunststück auch mit seinem Streifen „Frankenstein Junior“, konnte den Erfolg von „The Producers“ jedoch nicht toppen. Die Mel Brooks-Serie „Mini-Max oder die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart“ aus dem Jahre 1965 schaffte es 2008 auf unsere Leinwände. Unter dem Titel „Get smart“ agierten Steve Carell und Anne Hathaway in den Hauptrollen.

Mel Brooks war von 1951 bis 1961 mit Florence Baum verheiratet. Aus dieser Ehe hat er eine Tochter und zwei Söhne. Ab 1964 bis zu deren Tod 2005 war er in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Anne Bancroft verheiratet. Das Paar hat einen Sohn.


Filmographie Mel Brooks

  • 1949: The Admiral Broadway Revue (TV-Serie) (nur Drehbuch)
  • 1950: Your Show of Shows (TV-Serie) (nur Drehbuch)
  • 1954: New Faces (nur Drehbuch)
  • 1954: Caesar's Hour (TV-Serie) (nur Drehbuch)
  • 1958: Sid Caesar Invites You (TV-Serie) (nur Drehbuch)
  • 1959: Accent on Love (TV) (nur Drehbuch)
  • 1960: The Man in the Moon (TV) (nur Drehbuch)
  • 1960: Play of the Week (TV-Serie) (nur Drehbuch)
  • 1961: The New Steve Allen Show (TV-Serie) (nur Schauspieler)
  • 1963: Inside Danny Baker (TV) (nur Drehbuch)
  • 1963: The Critic (nur Drehbuch, Stimme)
  • 1965: Mini-Max oder die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart (TV Serie) (nur Drehbuch)
  • 1968: Frühling für Hitler
  • (auch Musik, Drehbuch, Stimme)
  • 1969: Putney Swope (nur Schauspieler)
  • 1970: Die zwölf Stühle (auch Musik, Drehbuch, Schauspieler)
  • 1970: Annie, the Women in the Life of a Man (TV) (nur Schauspieler)
  • 1971: Shinbone Alley (nur Drehbuch)
  • 1971: The Electric Company (TV-Serie) (nur Schauspieler)
  • 1973: 10 from Your Show of Shows (nur Drehbuch)
  • 1974: Is' was, Sheriff? (auch Musik, Drehbuch, Schauspieler)
  • 1974: Frankenstein Junior
  • (auch Drehbuch, Schauspieler)
  • 1974: Free to Be... You & Me (TV) (nur Stimme)
  • 1975: The 2000 Year Old Man (TV) (nur Drehbuch, Stimme)
  • 1975: When Things Were Rotten (TV Serie) (nur Produzent)
  • 1975: Robi Robi Robin Hood (TV-Serie) (nur Drehbuch, Produzent)
  • 1976: Mel Brooks letzte Verrücktheit - Silent Movie (auch Drehbuch, Schauspieler)
  • 1977: Mel Brooks Höhenkoller
  • (auch Musik, Produzent, Drehbuch, Schauspieler)
  • 1979: The Muppets Go Hollywood (TV) (nur Schauspieler)
  • 1979: The Muppet Movie (nur Schauspieler)
  • 1980: Der Elefantenmensch (nur Ex.Produzent)
  • 1980: Die nackte Bombe (nur Drehbuch)
  • 1981: Mel Brooks verrückte Geschichte der Welt
  • (auch Musik, Produzent, Drehbuch, Schauspieler)
  • 1982: Ein Draufgänger in New York (nur Ex.Produzent)
  • 1982: Frances (nur Ex.Produzent)
  • 1983: Sein oder Nichtsein (auch Musik, Produzent, Schauspieler)
  • 1983: An Audience with Mel Brooks (TV)
  • 1985: The Doctor and the Devils (nur Produzent)
  • 1986: Solarfighters (nur Ex.Produzent)
  • 1987: Spaceballs
  • (auch Musik, Produzent, Drehbuch, Schauspieler)
  • 1987: Zwischen den Zeilen (nur Produzent)
  • 1989: The Nutt House (TV) (nur Drehbuch, Produzent)
  • 1990: Kuck mal, wer da spricht 2
  • (nur Stimme)
  • 1990: The Tracey Ullman Show (TV-Serie) (nur Schauspieler)
  • 1991: Das Leben stinkt (auch Produzent, Drehbuch, Schauspieler)
  • 1992: Scary - Horrortrip in den Wahnsinn (nur Ex.Produzent)
  • 1993: Robin Hood - Helden in Strumpfhosen
  • (auch Musik, Produzent, Drehbuch, Schauspieler)
  • 1993: Frasier (TV-Serie) (nur Schauspieler)
  • 1994: Schweigen der Hammel (nur Schauspieler)
  • 1994: Die kleinen Superstrolche (nur Schauspieler)
  • 1994: Die Simpsons (TV-Serie) - Staffel 6
  • (nur Stimme)
  • 1995: Dracula - Tot aber glücklich (auch Produzent, Drehbuch, Schauspieler)
  • 1995: Get Smart (TV-Serie) (nur Drehbuch)
  • 1996: Verrückt nach dir (TV-Serie) (nur Schauspieler)
  • 1998: Der Prinz von Ägypten
  • (nur Stimme)
  • 1999: Svitati (nur Schauspieler)
  • 2000: Sex, lögner & videovåld (TV) (nur Schauspieler)
  • 2001: Recording 'The Producers': A Musical Romp with Mel Brooks (TV) (nur Drehbuch)
  • 2002: It's a Very Merry Muppet Christmas Movie (TV)
  • (nur Stimme)
  • 2003: The Adventures of Jimmy Neutron: Boy Genius (TV-Serie) (nur Stimme)
  • 2004: Au Schwarte! (TV Serie) (nur Stimme)
  • 2005: Robots
  • (nur Stimme)
  • 2006: The Producers
  • (nur Drehbuch, Komponist, Stimme, Produzent)
  • 2007: Spaceballs: The Animated Series (TV-Serie) (auch Stimme, Drehbuch, Ex.Produzent)

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
1969: Beste Drehbuch: Frühling für Hitler
1977: Bester Schauspieler - Musical or Comedy: Mel Brooks letzte Verrücktheit - Silent Movie
1978: Bester Schauspieler - Musical or Comedy: Mel Brooks Höhenkoller
2006: Bester Song: The Producers ("There's Nothing Like a Show on Broadway")

OSCAR Nominierungen:
1974: Bestes Drehbuch: Frankenstein Junior
1974: Bester Song: Is' was, Sheriff? ("Blazing Saddles")

Gewonnene OSCARs:
1968: Bestes Drehbuch: Frühling für Hitler