Lars von Trier

Biographie

Lars von Trier © Zentropa Entertainment

Geboren am 30.04.1956 in Kopenhagen, Dänemark Autor Melanie Frommholz

Der dänische Filmemacher Lars von Trier ist eines sicherlich nicht, das Aushängeschild für massentaugliches Popkornkino. Seine Stärke sind die anspruchsvollen aber auch experimentellen Filme. Von vielen bekam er auch den Titel „Skandal-Filmer“. Sicher ist, dass von Trier gerne mit seinen Filmen provoziert und in Frage stellt.

1956 in Kopenhagen geboren, verlebte er eine nicht unbedingt glückliche Kindheit. Lars von Trier wurde (und wird?!) von diversen Phobien geplagt und hatte einen Hang dazu, alles kontrollieren zu wollen. Als Ventil begann er sich mit dem Filmemachen zu beschäftigen. Nach seiner Schulausbildung besuchte er dann auch die dänische Filmhochschule. In dieser Zeit schlich sich auch das „von“ in seinen Namen. Angeblich als eine Hommage an den Regisseur Josef von Sternberg. Bereits während seines Studiums entstanden einige viel beachtete Kurzfilme.
Nach seinem Abschluss begann Lars von Trier mit der Arbeit an der „Europa-Trilogie“, welche die Filme „The Element of Crime“ (1984), „Epidemic“ (1987) und „Europa“ (1981) umfasst. Die Streifen brachten ihm erste internationale Aufmerksamkeit ein. Besonders „Europa“ sorgte unter den Filmschaffenden für Furore. Der Film wurde für die Goldene Palme von Cannes nominiert und erhielt bei diesem Festival den Preis der Jury. Steven Spielberg soll Lars von Trier aufgrund des Films ein Projekt in Amerika angeboten haben, welches dieser aber ablehnte.

Zusammen mit dem Produzent Peter Albaek Jensen gründete der Regisseur Anfang der 90er Jahre die Produktionsfirma „Zentropa Enterprizes“, welche später viele der Filme vor Triers finanzierte. 1994 wagte sich der Däne erstmals auch an das Format einer TV-Serie. „Geister“, nach einem Roman von Stephen King, wurde der Renner im dänischen Fernsehen und verkaufte sich auch international so gut, dass 1997 mit „Geister 2“ eine weitere Mini-Serie aufgelegt wurde. Die Ur-Serie wurde 1996 in Deutschland mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Die 90er Jahre waren aber nicht nur eine positive Zeit für den Filmemacher. 1995 offenbarte ihm seine Mutter auf dem Sterbebett, dass sein Vater nicht sein Vater ist. Die Begegnung mit dem leiblichen Vater verlief für Lars von Trier nicht gerade erfreulich. Auch seine erste Ehe wurde in dieser Zeit geschieden. Lars von Trier stürzte sich, nach der Überwindung dieser privaten Krise, wieder in die Arbeit und arbeitete weiter an der „Golden Heart-Trilogie“, welche die Filme „Breaking the Waves“ (1996), „Idioten“ (1998) und „Dancer in the Dark“ (2000) umfasst und thematisch auf dem dänischen Märchen „Goldherz“ basiert. Besonders „Breaking the Waves“ und „Dancer in the Dark“ waren sehr erfolgreich und räumten mehrer Festivalnominierungen und Preise ab.

2003 startete Lars von Trier mit „Dogville“ seine „Amerika-Trilogie“. Der Film wartete mit einer Starbesetzung auf, allen voran Nicole Kidman, und wurde von den Kritikern wieder hoch gelobt. Der zweite Teil der Trilogie „Manderlay“ kam 2005 in die Kinos. 2009 lieferte Lars von Trier "Antichrist" ab und sorgte mit den deftigen Gewalt- und Sexszenen erneut für Aufruhr. Für 2011 war "Melancholia" angekündigt, der im Oktober in die Kinos kam. Bereits im Vorfeld kam der Film nicht nur positiv ins Gespräch. Hauptdarstellerin Kirsten Dunst wurde bei den Filmfestspielen von Cannes als beste Schauspielerin geehrt, musste den Preis jedoch ohne von Trier in Empfang nehmen. Dieser war wegen Sympathie- und Verständnisäußerungen für Adolf Hitler vom Festival ausgeschlossen worden. Der Filmemacher entschuldigte sich zwar und nannte seine Worte „dumm“ und „falsch“ doch der Skandal war da.

Lars von Trier ist in zweiter Ehe mit Bente Froge verheiratet. Er hat aus seinen beiden Ehen vier Kinder. Neben seiner Arbeit als Regisseur ist er auch ständig als Drehbuchautor tätig.


Filmographie Lars von Trier

  • 1967: Turen til Squashland (auch Drehbuch, Kamera, Schnitt)
  • 1968: Nat, skat (auch Drehbuch, Kamera, Schnitt)
  • 1969: En røvsyg oplevelse (auch Drehbuch, Kamera, Schnitt)
  • 1969: Et skakspil (auch Drehbuch, Kamera, Schnitt)
  • 1969: Secret Summer (nur Schauspieler)
  • 1970: Hvorfor flygte fra det du ved du ikke kan flygte fra? Fordi du er en kujon (auch Drehbuch, Kamera, Schnitt)
  • 1971: En blomst (auch Drehbuch, Kamera, Schnitt)
  • 1977: The Orchid Gardener (auch Schauspieler, Drehbuch, Schnitt)
  • 1979: Menthe - la bienheureuse (auch Schauspieler, Drehbuch, Schnitt)
  • 1980: Nocturne (auch Drehbuch)
  • 1980: Kaptajn Klyde og hans venner vender tilbage (nur Schauspieler)
  • 1981: The Last Detail
  • 1982: Bilder der Befreiung (auch Drehbuch)
  • 1984: The Element of Crime (auch Schauspieler, Drehbuch)
  • 1988: Epidemic (auch Schauspieler, Drehbuch, Schnitt)
  • 1988: Medea (TV) (auch Drehbuch)
  • 1989: Verschiedene Welten (nur Schauspieler)
  • 1991: Europa (auch Schauspieler, Drehbuch)
  • 1994: Geister (TV-Serie) (auch Drehbuch)
  • 1996: Breaking the Waves (auch Drehbuch)
  • 1997: Geister II (TV-Serie) (auch Drehbuch)
  • 1998: Idioten (auch Schauspieler, Drehbuch, Kamera)
  • 1999: Constance (nur Co-Produzent) (ungenannt)
  • 1999: Pink Prison (nur Co-Produzent) (ungenannt)
  • 1999: Morten Korch - Ved stillebækken (TV-Serie) (nur Ex.Prouzent)
  • 2000: The Exhibited (nur Drehbuch)
  • 2000: D-dag - Lise (TV)
  • 2000: D-dag (TV)
  • 2000: HotMen CoolBoyz (nur Ex.Produzent)
  • 2000: Kayaking on the Top of the World (nur Produzent)
  • 2000: Italienisch für Anfänger
  • (nur Co-Produzent) (ungennant)
  • 2000: D-dag - Niels-Henning (TV) (nur Regieassistent)
  • 2000: D-dag - Carl (TV) (nur Regieassistent)
  • 2000: D-dag - Boris (TV) (nur Regieassistent)
  • 2000: Dancer in the Dark (auch Drehbuch)
  • 2001: D-dag - Editors Cut (TV)
  • 2003: Dogville
  • (auch Drehbuch)
  • 2003: The Five Obstructions (auch Drehbuch)
  • 2003: Dogville: The Pilot (auch Drehbuch)
  • 2004: Stephen King's Kingdom Hospital (TV-Serie) (auch Drehbuch, Ex.Produzent)
  • 2004: South (nur Produzent)
  • 2004: Europäische Visionen (nur Produzent)
  • 2005: Dear Wendy (nur Drehbuch)
  • 2005: Manderlay (auch Drehbuch)
  • 2005: Klovn (TV-Serie) (nur Drehbuch)
  • 2005: All About Anna (nur Co-Produzent) (ungenannt)
  • 2006: The Boss of It All (auch Drehbuch, Schauspieler)
  • 2007: De unge år: Erik Nietzsche sagaen del 1(auch Drehbuch, Stimme)
  • 2007: Happy Birthday Cannes (auch Schauspieler)
  • 2009: Washington (auch Drehbuch)
  • 2009: Antichrist
  • (auch Drehbuch)
  • 2010: Dimension 1991-2024 (auch Drehbuch)
  • 2010: The Erotic Man (nur Produzent)
  • 2011: Melancholia
  • (auch Drehbuch)
  • 2012: Dronningen og livlægen (nur Drehbuch)

Filmpreise

Golden Globe Nominierungen:
2000: Bester Titelsong: Dancer in the Dark ("I've Seen It All")

OSCAR Nominierungen:
2000: Bester Titelsong: Dancer in the Dark ("I've Seen It All")