Joel Schumacher

Biographie

Joel Schumacher © 20th Century Fox

Geboren am 29.08.1939 in New York City, New York, USA Autor Thomas Ays

„Wenn ich irgendjemanden enttäuscht haben sollte, will ich mich ernsthaft entschuldigen, da das nicht meine Absicht war. Ich wollte nur unterhalten.“ (Joel Schumacher über „Batman & Robin“)
Angefangen hatte für den heute erfolgreich im Showbiz arbeitenden Regisseur alles als Kostümbildner und Produktionsdesigner. In New York geboren arbeitete er erst als Schaufensterdekorateur, bevor er später ins Showgeschäft wechselte und an zahlreichen Sets für die Kostüme verantwortlich war. Er hatte sich als Besitzer einer Boutique und Designer schon einen Namen gemacht, da schmetterte ihn die Drogensucht wieder um Lichtjahre zurück. Vorbei war es erst einmal mit der Karriere. Keiner wollte mehr mit ihm arbeiten, da er extrem unzuverlässig wurde und seine Arbeiten nicht mehr zur Zufriedenheit seiner Kunden erledigte. Doch er fing sich wieder, machte eine Entziehungskur und arbeitete danach weiter als Kostümbildner an verschiedenen Sets großer und kleinerer Filme.
Sein Regiedebüt auf der großen Leinwand gab der damals 42jährige mit „Die unglaubliche Geschichte der Mrs. K“. Zuvor lieferte er auch schon das ein oder andere Drehbuch zu kleineren Filmen ab. Nach einigen weiteren Regieprojekten, inszenierte er Mitte der 80er Jahre den heutigen Vampir-Kultstreifen „The Lost Boys“ mit den damaligen Jungstars Jason Patric, Carey Haim und Corey Feldman und hinterließ Eindruck bei zahlreichen Fans überall auf dem Planeten. 1990 kam „Flatliners“ mit Kiefer Sutherland, Kevin Bacon und Julia Roberts in die Kinos. Diesen atmosphärischen Thriller kann man nur als sehenswert und gelungen bezeichnen – noch heute. Ein Jahr später drehte er erneut mit Julia Roberts, dieses Mal den Schmachtstreifen „Entscheidung aus Liebe“. Für seinen Thriller „Falling Down – Ein ganz normaler Tag“ erhielt er bei den Filmfestspielen in Cannes eine Nominierung für die Goldene Palme und auch die John-Grisham-Verfilmung „Der Klient“ wurde mit einigen positiven Kritiken belohnt.
Sein Ruf wurde Mitte der 90er Jahre jedoch dann nicht unbedingt besser. Nachdem Tim Burton seinen Comichelden Batman zweimal zum Erfolg führte und mit stimmigen Inszenierungen Eindruck machte, verfiel Joel Schumacher wohl der Meinung, den neuen „Batman forever“ knalligbunt werden zu lassen. Nicht nur das Val Kilmer ein furchtbar schlechter Batman war, auch die Inszenierung trug dazu bei, dass der Film nicht sonderlich beliebt wurde – um es vorsichtig auszudrücken.
Nach einem erneuten John-Grisham-Thriller („Die Jury“) legte er mit „Batman & Robin“ nach und erntete eine Nominierung als schlechtester Regisseur bei der Goldenen Himbeere. Vollkommen zu Recht. Allein die Nippel-Affäre der zahlreichen Kostüme im Film, gab schon mächtig Anlass zu heftigen Diskussionen. Der Ruf des dunklen Ritters war zerstört – und zwar restlos Dank des Filmemachers für Jahre.
1999 kassierte Schumacher für seinen düsteren Thriller „8mm – Acht Millimeter“ eine Nominierung bei der Berlinale und auch „Tigerland“ lief ordentlich. Nach „Bad Company“ mit Anthony Hopkins und „Nicht auflegen!“ mit Colin Farrell floppte „Die Journalistin“ trotz Cate Blanchett und auch „Das Phantom der Oper“ wurde kein kommerzieller Hit. Anfang 2007 brachte er uns den genialen Thriller "Number 23" mit einem überragenden Jim Carrey in unsere Kinos. 2010 folgte „Twelve“ mit Rory Culkin, 50 Cent und Emma Roberts. Weitere Projekte sind in Planung.


Filmographie Joel Schumacher